Mein Sommer hinter Fensterglas

ARCHIV - Studenten arbeiten am 12.08.2013 in der Bibliothek der Universität Darmstadt (Hessen). Seit gut einem Jahr können Nutzer der Universitäts- und Landesbibliothek rund um die Uhr lernen und Bücher entleihen. Ob dieser Service weitergeht, wird in den kommenden Wochen entschieden. Foto: Andre Hirtz/dpa (zu dpa lhe: «Nachtschicht zwischen tausend Büchern» vom 09.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

An sonnigen Tagen wie heute denken arbeitende Menschen gern: „Student müsste man sein, dann könnte ich jetzt im Freibad liegen statt im Büro zu sitzen!“ Klingt gut. Aber ist an dieser Behauptung wirklich etwas dran? Haben wir Studenten im Sommer wirklich mehr (Frei-)Zeit als Arbeitnehmer? Zeit dieses Klischee etwas zu relativieren.

Zurzeit schreibe ich an meiner Bachelorarbeit. Ich führe Experteninterviews, arbeite Berge von Literatur durch, suche geeignete Zitate und werte sie anschließend für meine Arbeit aus. Viel zu tun. Aber es stimmt, ich kann mir meine Zeit dafür selbst einteilen. Gehe ich heute in die Bibliothek oder nicht? Gönne ich mir morgens eine Stunde länger im Bett oder einen Nachmittag im Schwimmbad?  An sonnigen Tagen kann ich mir eine Auszeit nehmen. Ganz ohne Urlaubsantrag, aber meistens auch nicht ohne schlechtes Gewissen. Außerdem hat niemand Zeit mitzugehen. Undwer will schon alleine ins Freibad?

Gut die Hälfte meines Freundeskreises steht mit beiden Beinen fest im Berufsleben. Vor fünf Uhr Nachmittags kommt da niemand aus dem Büro. Die andere Hälfte studiert – aber trotzdem hat keiner Zeit. Denn außgerechnet im Sommer befinden wir uns in der von Studenten so sehr gehassten Prüfungszeit. Je nach Klausurterminen fallen da auch mal mehrere Prüfungen in eine Woche. Die Folge ist: ein Lernmarathon. Um sieben Uhr aufstehen, fertig machen, in die Bibliothek fahren, Platz ergattern, loslegen. Stress pur, konzentriert auf ein paar, viel zu kurze, Wochen. Da hilft oft nur, Wissen reinfressen und wieder Ausspucken.

Klar, ist das zum Teil auch hausgemachter Stress. Denn seien wir mal ehrlich, ein Großteil der Studenten ist während des Semesters stink faul. Ich nehme mich da selbst nicht aus. Das Hausarbeitsthema steht ja oft schon zu Beginn der Vorlesungszeit fest. Am Ende ist der gemeine Student damit aber trotzdem selten früher als 24 Stunden vor der Abgabefrist fertig. Eigentlich ziemlich dumm. Das heißt wir sitzen bei strahlendem Sonnenschein ebenfalls am Schreibtisch, weil wir es bei Regen nicht rechtzeitig und lange genug geschafft haben, sitzen zu bleiben.

Somit ist das Klagen der arbeitenden Bevölkerung zum Teil gerechtfertigt. Ja, Studenten haben im Prinzip mehr Zeit, beziehungsweise können freier darüber verfügen. Sie müssen aber erst lernen, sie sinnvoll oder weniger sinnvoll einzuteilen. Das gehört zum Erwachsenwerden während des Studiums dazu. Deshalb, liebe Ex-Studenten, Gesellen, Facharbeiter oder sonstige Büromenschen, vergesst bitte bei eurer Anklage nicht, dass ihr irgendwann Feierabend habt, wir aber trotzdem weiter lernen müssen.  Zum Ende des Semesters heißt es Rechenschaft ablegen. So viel wir vielleicht auch vorher relaxed haben, soviel dürfen wir in der Prüfungsphase schwitzen. Stress haben wir alle, ihr und wir, es verteilt sich nur anders.

Jetzt sitze ich in einer Bibliothek voll mit Studenten und muss an meiner Bachelorarbeit weiter schreiben. Im Freibad muss irgendwer anders sein.

Andreas Huber

Texas erlaubt Waffen an der Uni

(FILES) This file photo taken on April 25, 2014 shows a view down the barrel of a semi-automatic handgun displayed at the 143rd NRA Annual Meetings and Exhibits at the Indiana Convention Center in Indianapolis, Indiana. Texas becomes the eighth US state to allow guns on university campuses – a controversial decision that comes on the 50th anniversary of a deadly campus sniper rampage at the University of Texas that left 17 dead. / AFP PHOTO / KAREN BLEIER

Hallo Texas,

erst am vergangenen Wochenende ist in deiner Hauptstadt Austin eine Frau bei einer Schießerei ums Leben gekommen. Vier Menschen wurden verletzt. In Dallas, deiner drittgrößten Stadt, wurden kürzlich fünf Polizisten erschossen. Und jetzt weitest du mit dem „Campus-Carry“-Gesetz die Erlaubnis für das Tragen von Waffen auf Universitäten aus?

Ich halte das für eine schlechte Idee. Und für eine sehr gefährliche. Klar, ich verstehe, dass du dir mehr Sicherheit für deine Bürgerinnen und Bürger wünschst. Wer tut das nicht? Auch in Deutschland wird das Thema gerade heiß diskutiert, nach dem was in den vergangenen Wochen hier passiert ist. Du glaubst, dass potenzielle Amokläufer abgeschreckt werden, wenn sie wissen, dass an der Universität Studenten, Dozenten und Besucher auch Waffen dabei haben könnten.

Ich aber denke nicht, dass mehr Waffen die Welt zu einem sichereren Ort machen. Ich stelle es mir ganz im Gegenteil ziemlich beängstigend vor, in der Uni zu sitzen und zu wissen, dass die Person neben mir gleich ihre Pistole ziehen könnte. Klar, du bist Waffen gewohnt. Schließlich tragen die Leute sie überall in Texas offen herum. Und ich weiß auch, dass Waffen laut neuem Gesetz auf dem Campus nur verdeckt getragen werden dürfen. Dass ich mich dadurch sicherer fühlen würde, bezweifle ich stark.

Ich habe mir die Hinweise der Universität Austin zum „Campus-Carry“-Gesetz durchgelesen: Wer auf dem Universitätsgelände eine offen getragene Waffe sieht, soll sofort die Polizei rufen. Wer eine Waffe mitbringt, muss sie immer bei sich tragen – und darf sie nur im eigenen Auto ablegen; an der Uni gibt es sonst keine Möglichkeit dazu. So ein Uni-Tag mit Waffe muss also sorgfältig geplant werden. Denn Veranstaltungen, bei denen die Waffe zum Vorschein kommen könnte, wie zum Beispiel beim Sport oder bei Rollenspielen im Theaterkurs, sollen die Waffenträger meiden. Zusätzlich können Universitäten in einigen Bereichen des Campus auch das verdeckte Tragen von Waffen weiterhin verbieten – die dürfen Waffenträger dann nicht betreten. Vielleicht schreckt das ja ein paar Leute ab und sie lassen ihre Waffen doch lieber zu Hause.

Texas, ich wünsche dir und deinen Bundesstaaten-Kollegen von Herzen mehr Frieden und Sicherheit. Dass das „Campus-Carry“-Gesetz dazu führt, ist aus meiner Sicht ein großer Trugschluss.

Viele Grüße

deine Kerstin Kesselgruber

In Gedanken in München

Blumen und Kerzen liegen am 24.07.2016 an der U-Bahn Station Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München (Bayern), zwei Tage nach einer Schießerei mit Toten und Verletzten. Die tödlichen Schüsse hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner abgegeben. Zehn Menschen starben, darunter der Täter. Foto: Sven Hoppe/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Es ist Freitag. Mein Tag beginnt wie immer. Ich arbeite von 10 bis 16 Uhr in der Teilbibliothek meines Studiengangs. Nach Feierabend fahre ich direkt zu einem Handyladen in der Erlanger Innenstadt. Seit Tagen geht mein Smartphone einfach aus und deswegen will ich den Akku austauschen lassen. Der Verkäufer versichert mir, ich könne es morgen wieder abholen. Zurück in meinem Wohnheim beginne ich für meine letzte Prüfung zu lernen. Um nicht abgelenkt zu werden schalte ich den Computer aus, das Handy ist ja eh schon weg. Gegen 18 Uhr fragt mich eine Freundin, ob ich mit Volleyball spielen gehe. Ein wenig Bewegung kann nicht schaden, nach dem vielen Sitzen, also sage ich zu. Das Spiel macht Spaß, die schnellen Ballwechsel bringen Spannung rein. Der Lernstress ist schnell vergessen und auch die Zeit. Ein Freund steigt aus dem Spiel aus und telefoniert lange Zeit aufgeregt, aber das kümmert mich nicht weiter. Gegen halb neun meldet sich mein Magen und ich beschließe nach Hause zu fahren und zu essen. Bis dahin bin ich immer noch komplett ahnungslos, was gerade in meiner Heimatstadt passiert. Ohne Handy, ohne Push-Meldungen von Nachrichten-Apps oder Facebook.

Unter der Dusche höre ich dann den Verkehrsfunk: „Bitte fahren sie nicht nach München, die Straßen sind gesperrt, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nicht mehr.“ Was ist denn da los, denke ich mir. Eine leise Ahnung schwappt in mir hoch und die Meldungen von Nizza und Würzburg schießen durch meinen Kopf. Dann kommen die Radio-Nachrichten. Anschlag in München. Mir wird kalt unter der warmen Dusche. Bestimmt in der Innenstadt, hoffe ich. Anschlag in München Moosach, sagt der Sprecher. Mein Herz setzt aus, das ist der Stadtteil, in dem meine Familie wohnt. Anschlag in München Moosach im Olympia Einkaufszentrum. Nur zehn Minuten mit dem Fahrrad entfernt von meinem Zuhause. Mein Herz pocht, ich trockne mich hastig ab und renne aus der Dusche. Tränen steigen mir in die Augen. Ich denke an meine Familie.

Panisch klopfe ich an die Tür einer Freundin, um mir ihr Handy auszuleihen. Sie schaut mich an und fragt, ob ich das noch nicht mitbekommen habe, mit dem Anschlag. Ich schüttle den Kopf kann aber nichts sagen, weil ich sonst in Tränen ausbrechen würde. Wie konnte mir so etwas entgehen, in mir steigen Vorwürfe auf. In meinem Zimmer wähle ich so schnell es geht die Festnetznummer meiner Familie. Es tutet. Es tutet wieder. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. In mir sehe ich Bilder, wie mein Bruder angeschossen wird. Ich kontrolliere die Nummer, aber sie stimmt. Es tutet immer noch. Ich kann mein Herz schlagen hören und mein Kopf pocht. Dann endlich geht meine Mutter ran. „Mama?“ frage ich, während mir Tränen über die Wangen laufen. „Uns geht es gut“, versichert sie mir. Sie erzählt mir, dass sie am Vormittag noch im Olympiaeinkaufszentrum T-Shirts umgetauscht hat und mein Bruder zwei Stunden vor der Schießerei auch dort war. Aber weil seine Abschlussfeier um 18 Uhr anfing, waren sie zum Zeitpunkt, als die Schüsse fielen, alle in der Schule und applaudierten, während die Schulabgänger ihre Zeugnisse erhielten. Alles war dort ganz normal, bis zu dem Moment als die Direktorin die Veranstaltung absagt und die Polizei das Schulgelände absichert und verriegelt. Da war meine Familie aber schon wieder nach Hause gefahren, weil mein Vater Nachtschicht hatte. Ich atme tief aus. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

In diesem Moment wird mir klar, dass es jeden hätte treffen können. Hätte ich keine Prüfung mehr gehabt, dann wäre ich vermutlich auch nach Hause gefahren und es wäre nicht unwahrscheinlich gewesen, dass ich mich mit meinen Freunden zum Kaffee im OEZ getroffen hätte. Ob es vielleicht ein Vorteil war, nicht dauer-online gewesen zu sein, nicht jede falsche Nachricht mitzubekommen, nicht die ganzen Fake-Bilder von blutverschmierten Rolltreppen zu sehen? Das kann ich nicht sagen. Ich hätte nie im Leben so seelenruhig Volleyball gespielt, wenn ich gewusst hätte, was in München passiert ist. Zum anderen hätte ich die WhatsApp Nachrichten erhalten, in denen Freunde und Familie bestätigten, dass es ihnen gut geht. Und vielleicht hätte ich dann weniger Panik gehabt, die mir bis jetzt noch in den Knochen steckt.

Sabrina Ahmed

Fünf Sommer-Hotspots für Studenten in Ansbach

e-nn-gun-20160710_112440-4Wer denkt, in der Residenzstadt sei im Sommer nichts geboten, der irrt sich gewaltig. Unsere NZ-Bloggerin Eva Orttenburger hat sich umgehört und die zehn beliebtesten Orte der Studis in Ansbach ausgekundschaftet.

  1. Der Campus

… geht eigentlich immer. Egal ob Flunkyball, Bierpong oder Grill & Chill: Der Ansbacher Campus ist im Sommer der Studenten-Hotspot schlechthin. Wer Lust auf Gesellschaft hat oder nach der Vorlesung entspannen möchte, der trifft am Campus garantiert auf Gleichgesinnte – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Verhungern oder verdursten muss dank der Mensa dort auch niemand.

  1. Der Altmühlsee

… wer braucht schon Rimini, wenn es die „Fränkische Adria“ gibt? Der Altmühlsee liegt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und ist mit dem Auto von Ansbach aus in einer halben Stunde zu erreichen. Die Highlights sind ein gemütlicher Sandstrand, relativ warmes Wasser und ein Tretbootverleih (ich empfehle mit Rutsche!). Ganz großes Kino ist auch der Sonnenuntergang am Abend. Weiteres Plus: Kein Eintritt und kein nerviger Bademeister. Unbedingt mitnehmen: Mückenspray! 

  1. Die Eisdielen

Auf dem Weg vom Campus zum Schlossplatz können Eisliebhaber gleich dreimal Halt machen. Zu Beginn im Mamma Mia im Brückencenter, bevor es ins Cafe Doge auf dem Martin-Luther-Platz geht. Wer dann noch nicht genug hat, kann einen Abstecher ins Castello direkt neben der Residenz machen. Bei allen drei Cafes gibt’s auch eine gemütliche Terrasse zum Pause machen.

  1. Der Hofgarten

…ist immer wieder schön anzusehen und bietet sich auch für die Eisliebhaber von Punkt drei an (er liegt direkt am Schlossplatz). Die barocke Anlage mit der akkuraten Bepflanzung erinnert etwas an den Garten von Versailles (natürlich nur in Klein – wir sind schließlich in Ansbach.) Im hinteren Teil gibt es eine Liegewiese zum Entspannen. Der Hofgarten schließt im Sommer jedoch bereits um 21 Uhr. Wer dann noch nicht genug hat, kann auf dem Rückweg Richtung Campus abermals einkehren, nämlich in…

  1. Die Biergärten

Leider gibt es sie in Ansbach nicht in Hülle und Fülle, aber sie sind zumindest vorhanden. An der Riviera locken zahlreiche Sitzplätze unter schattigen Bäumen ins Freiraum. Dort gibt es neben einem großen Getränkeangebot vor allem Flammkuchen und Salate zu Essen. Wer es etwas deftiger mag, der wird im zwei Meter entfernten Zum Mohren glücklich. In dem fränkischen Wirtshaus gibt es neben herkömmlichen Speisen natürlich auch Schäufele und Co. Für Regentage sei noch das Chilli’s erwähnt. Dort lässt es sich mexikanisch schlemmen mit Tapas und Cocktails (Happy Hour aber leider nur von 17 bis 19 Uhr und dann wieder ab 22.30 Uhr).

Schönen Sommer!

Eva Orttenburger

Mit Meditation gegen den Uni-Stress

MeditationDas Handy in der rechten Hand, das Tablet in der linken und den Blick auf den Laptop gerichtet. Was noch vor wenigen Jahren nur bei gestressten Topmanagern zu sehen war, ist heute auch bei Studenten üblich. Und nicht nur die Laptops haben die Studenten von den Managern übernommen, sondern auch den Stress. Die Hochschule Coburg lenkt jetzt dagegen und nimmt Meditation in ihr Studienangebot auf.

Der Titel klingt nach Klangschalen und Duftkerzen: „Achtsamkeitsseminar“. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, Studenten aus ihrem Alltagsstress herauszuholen. So soll ihnen ein entspanntes Studium möglich sein. In den Seminaren haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit den Gründen für ihren Stress auseinanderzusetzen. Vielleicht ist es bei Einem die Handysucht und der Drang, ständig auf Whatsapp zu antworten. Beim Nächsten der Wille, unbedingt die neue Staffel der Serie „House of Cards“ vor seinen Kommilitonen fertigzuschauen. Und beim Dritten, die Angst, in der nächsten Prüfung zu versagen.

Das Angebot der Hochschule ist ein guter Schritt, den Studenten den Stress ein wenig zu nehmen. Dabei wird von den Teilnehmern auch Verzicht gefordert. Das Programm sieht etwa vor, dass jeder einen Tag lang ohne Smartphone auskommen muss. Für viele klingt das wie der Weltuntergang. Nicht leicht für Studenten, die jede Joggingrunde mit ihrer Lauf-App auf Facebook teilen. Auch diejenigen, die ihren Instagram-Followern mitteilen müssen, dass das Schnitzel in der Mensa nicht schmeckt, werden schnell an ihre Grenzen stoßen.

Wer sich angesprochen fühlt, der hat beim Achtsamkeitsseminar die Möglichkeit, den Blick vom Smartphone zu lösen. Die schönen Dinge werden dann sichtbar, wenn die Augen mehr sehen als die Facebooktimeline. Der Tischnachbar kann doch am besten beurteilen, wie die Currywurst gerade schmeckt. Ganz ohne Likes.

Björn-Hendrik Otte

 

Zehn Tipps für einen kühlen Kopf in der Klausurenphase

Nuernberg, 18.08.2012 Wetter, Sommer, Spanische Sommerhitze in Nürnberg , bei Temperaturen von über 30 Grad suchen die Nuernberger Abkühlung in den Eisdielen und Freibädern. Freibad West erwartet am Samstag 7000 Besucher. Tarsa sucht die Abkuehlung. Ressort: Anzeiger Lokales Foto: Stefan Hippel ..

Was ist die schönste Jahreszeit im Jahr? Ja, richtig: der Sommer! Sonnenstrahlen, Sonnenbrillen, draußen sitzen, lauer Wind und wir kommen aus der Uni solange es noch hell ist. Die Sommermonate sorgen für mehr Lebensfreude. Gleichzeitig stellt diese Jahreszeit Studenten auf eine besonders harte Probe. Wir müssen die Klausurenphase mit vielen verführerischen Ablenkungen und einer unklimatisierten Bib überstehen. Deswegen kommen hier zehn Tipps für euch, mit denen ihr das schaffen könnt!

  1. Die Prüfungsanmeldung läuft: Im Sommersemester sollte das tatsächlich der Startschuss sein, zumindest mit der Organisation des Lernens zu beginnen. Sei es Skripte drucken, Mappen kaufen oder einen Lernplan schreiben. Wer den Sommer genießen will, fängt jetzt an!
  2. An den Sprichworten „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ oder „Je schwärzer die Nacht, desto schöner der Tag“ ist im Sommer wirklich etwas dran. Wer will schon in der Mittagshitze vor der Lektüre kleben? Lernt morgens oder tut es nachts!
  3. Schnell eine Schokolade, Bifi, Cola… Automaten machen es möglich! Schnell ist dort das „gute“ Mittagessen gekauft. Fühlt ihr euch danach motiviert? Wenn nicht, überlegt euch einfache Alternativen und steckt zehn Minuten in die Vorbereitung einer Stulle. Es lohnt sich!
  4. Wasser, Wasser, Wasser! Trinkt! Seht es wie eine Challenge, die wohl im Vergleich zum Lernstoff am leichtesten zu bewältigen ist: Mindestens 1,5 Liter trinken am Tag. Wollt ihr Variationen, dann friert Weintrauben ein und tut sie als Eiswürfel dazu. Die sind auch als erfrischender Snack optimal. Seid ihr ein Kaffeeliebhaber versucht es mal mit Eiskaffee. Den Kaffee etwas stärker als sonst kochen, ein paar Stunden in den Kühlschrank und Eiswürfel hinzu. Fertig. Nun seid ihr wach und erfrischt zugleich.
  5. Auch wenn noch so oft dafür geworben wird, an der frischen Luft zu lernen, folgt dem nur, wenn ihr euch sicher seid, dass das für euch funktioniert. Meistens ist der Schreibtisch der effektivste Lernort. Auf der Whörder Wiese ist die Verlockung, die Augen für einen Moment (oder ein paar Stunden) zu schließen, einfach zu groß…
  6. Für die ganz heißen Tage stellt euch eine große Schüssel mit kaltem Wasser unter den Tisch. Stellt dann die Füße hinein. Sind die Füße abgekühlt, fährt der ganze Körper seine Körpertemperatur herunter. Kühlpads oder Waschlappen sind ebenso geeignet.
  7. Ein Hoch auf Stoßlüften! Luft brauchen wir nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Denken. Reißt die Fenster morgens und abends auf. So lassen wir die Mittagshitze draußen und haben keinen Mief im Zimmer.
  8. Kennt ihr die Folge aus Scrubs, wo Turk seine Unterhosen im Gefrierschrank lagert? Legt eure Boxershorts in die Tiefkühltruhe und zieht sie nach einer lauwarmen Dusche an. Innerhalb kürzester Zeit seid ihr wach und erfrischt. Hat bei Turk geklappt, warum also nicht auch bei euch.
  9. Welche Frau, die kurze Hosen trägt, kennt es nicht? Wir wollen aufstehen doch unsere Beine lassen sich kaum vom Stuhl lösen. Da unsere nackte Haut in Berührung mit dem Stuhl kommt, haben wir nicht nur den allseits bekannten Abdruckstrich an der Hinterseite unserer Oberschenkel sondern es ist schlichtweg alles klebrig durch den Schweiß. Abhilfe schafft ein dünnes Tuch. Morgens, wenn es kühl ist, um den Hals wickeln, mittags draufsetzen.
  10. Zu guter Letzt der wohl wichtigste Tipp: Wir wollen ja keinen unnötigen Arbeitsaufwand. Löchert die Dozenten und die Studenten aus den Semestern über euch mit Fragen zu Klausuren. Für so manches Fach bleiben sie über mehrere Jahre schlichtweg ähnlich. So schafft ihr es, die Gewichtung eures Arbeitsaufwandes noch leichter zu strukturieren. Aber ihr solltet immer gut überlegen, wie seriös eure Quellen sind.

So nun viel Erfolg bei den Prüfungen und vergesst nicht, den Sommer trotzdem zu genießen. Lachen reduziert Kopfschmerzen und mindert den Stresslevel. Gelegentliche Eskapaden müssen also drin sein!

Johanna Kroll

Und täglich grüßt die Schranke

AutoschlangeDa sind sie wieder: Rot auf schwarz. Die sieben lästigen Buchstaben, die jeden Pendler-Studenten noch vor der Vorlesung verzweifeln lassen. Egal wie oft ich das Kärtchen an den Sensor halte, die Schranke bleibt unten. “BESETZT” steht auf der Anzeige. Der Hochschulparkplatz ist voll – wie jeden Tag. Hinter mir staut es sich bereits. Vier andere Pkw haben den Blinker gesetzt und wollen auf den Parkplatz. Andere Autofahrer ärgern sich über die Verzögerung und fangen an zu hupen.

Die schwierigste Entscheidung des Vormittags steht an: Warten, bis jemand rausfährt, oder wo anders parken? Ich entscheide mich für letzteres. Bis alle verstanden haben, dass ich nun rückwärts aus der Einfahrt raus will, vergehen zehn Minuten. In fünf Minuten beginnt die Vorlesung. Ich sollte vorher aber auch noch das Equipment vom letzten Filmdreh zurückbringen – nur deshalb bin ich mit dem Auto gefahren.

Verärgert kurve ich ins nahegelegene Wohngebiet. Dort ist aber auch alles zugeparkt. Außerdem müsste ich dann die schweren Taschen mit Kamera und Stativ ewig weit schleppen. Ich wähle also die letzte Option: Kostenpflichtiges Parken im Ansbacher „Brückencenter“ gleich neben der Hochschule. Dort bekomme ich endlich einen Platz. Genervt lade ich mein ganzes Zeug aus und hechte damit Richtung Campus.

Der Ärger mit den Parkplätzen rund um die Ansbacher Hochschule ist mittlerweile so sicher, wie das Gähnen in der Vorlesung. Viele Pendler müssen täglich auf das Parkhaus des Einkaufscenters ausweichen und dafür bezahlen, obwohl sie eigentlich mit der Campuskarte umsonst an der Hochschule parken könnten. Auf die Situation angesprochen winkt der Pressesprecher ab: Es gebe eine große Anzahl an Parkplätzen. Verglichen mit vielen anderen Städen sei das eine komfortable Situation.

“Komfortabel?”, frage ich mich, während ich am Abend mal wieder vier Euro in den Parkautomaten einwerfe. In der Woche sind das 20 Euro nur fürs Parken. Ein Glück, dass meine Tour mit dem Auto die Ausnahme war. Am nächsten Tag komme ich mit dem Fahrrad: Wieder fünf Autos, wieder BESETZT, wieder eine geschlossene Schranke, wieder Hupen. Zwei von meinen Pendler-Freundinnen kommen diesmal zu spät in die Vorlesung. “Parkplatzsuche?”, frage ich und bekomme nur ein böses Nicken zurück.

Eva Orttenburger

Frühstudium: Streber oder Studenten aus Leidenschaft?

Erlangen: Tim Bothe ist Schüler, aber studiert gleichzeitig Geschichte an der PhilFak der FAU. 17.05.2016. Foto: Harald Sippel

Der Gedanke behagte mir nicht. Gar nicht. Ich war sogar extrem skeptisch. Ich sollte über Schüler schreiben, die schon zur Uni gehen, noch vor dem Abitur. Doch was sollte ich davon halten? Sicher, wer zuletzt schon fleißig für dreisprachige Krabbelgruppen, Turbo-Abitur und Bologna-Studium getrommelt hat, wird auch jetzt wieder begeistert Beifall klatschen. Wer die Aufgabe des Bildungssystems vor allem darin sieht, möglichst schnell eine möglichst hohe Anzahl uniformer Hochschulabsolventen zur ebenso reibungs- wie kritiklosen Verwertung in der Privatwirtschaft zu produzieren, der mag Gefallen daran finden, wenn das Studium bereits in der Schule beginnt.

Überhaupt, Frühstudenten, was sind das für Leute? Verzogene Einzelkinder leistungsgeiler Helikoptereltern, die sich schon darauf freuen beim abendlichen Golfen unter Gleichgesinnten die fantastischen Neuigkeiten vom Karrierefrühstart ihrer vermeintlich hochbegabten Sprösslinge zu verbreiten?

Nein, alles falsch. Je intensiver ich mich für meinen Artikel mit dem Projekt „Frühstudium“ und seinen Protagonisten auseinandersetzte, desto mehr bröckelten meine Vorurteile. Statt auf elitär denkende Professoren traf ich auf Projektleiter, die besonderen Wert auf soziale Kompetenzen und charakterliche Eignung ihrer Frühstudenten legen. Statt auf verbissene Karrieristen sprach ich mit ebenso klugen wie reflektierten Schülern, die das Frühstudium als Chance sehen, sich fachliche Einblicke in Themengebiete zu verschaffen, die in der Schule nicht oder nur oberflächlich behandelt werden. Astrophysik, Klimatologie, Literaturwissenschaft – die Uni ist eine große Spielwiese, die selbst für ausgefallenste Interessen die passende Veranstaltung bereit hält. Und die besonders begabten Schülern eine passende Möglichkeit eröffnet, die eigene Entwicklung zu fördern ohne, dass dadurch Nachteile für andere, weniger begabte, Schüler entstehen.

Nicht jeder passt eben in das starre Korsett, das Schule und Lehrplan bisweilen vorgeben. Individuelle Förderung kann auch darin bestehen, früher als andere in neue Bildungsabschnitte eintreten zu dürfen. Entscheidender Punkt ist in diesem Zusammenhang die Freiwilligkeit. Wahre Begeisterung entfaltet sich nicht selten erst ohne Leistungs- und Notendruck. Die Frühstudenten zeigen das.

Dominik Mayer

Geht zur Hochschulwahl!

WahlDass Bundestags- und Landtagswahlen wichtig sind, sollte man echt keinem Studenten mehr erklären müssen. Bei Kommunalwahlen sieht es da schon anders aus. „Gääähn“ lautet oft die Reaktion auf Fragen nach dem Interesse an der Politik in Städten und Dörfern. Ganz ähnlich sieht es bei den Hochschulwahlen aus : Obwohl die Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und Nürnberg mit ihren mehr als 40.000 Studierenden und noch mal rund 6.300 Beschäftigten die Ausmaße so mancher Kleinstadt übersteigt, sind die Hochschulwahlen den meisten Uni-Angehörigen ziemlich egal.

Gerade bei den Studenten war die Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren, katastrophal: Nur 10,27 Prozent der Wahlberechtigten gingen im Jahr 2015 an die Urnen. Am besten schnitten da noch die Medizinerinnen und Mediziner ab, die ein stattliches Ergebnis von mehr als 20 Prozent erzielten. Ein peinliches Bild gab jedoch – gerade für mich als Politikwissenschaftlerin – die Philosophische Fakultät ab. Nicht einmal fünf Prozent der dort Studierenden gaben ihre Stimme ab.

HorneggerDoch bevor ich jetzt anfange zu lamentieren, starte ich lieber einen Aufruf: Geht wählen! Alle! Denn gerade in den universitären Gremien habt ihr dadurch die Chance, eure Meinung kundzutun und eure Interessen zu vertreten. Sei es beim Thema Semesterticket oder zur Anwesenheitspflicht in Seminaren – gerade bei solchen vermeintlich „kleinen“ Wahlen sind eure Chancen am größten, etwas zu verändern, was euch direkt betrifft.

Mehr Informationen zur Hochschulwahl am 15. und 16. Juni findet ihr auf der Seite der Uni und der Studierendenvertretung. Wer noch unentschieden ist, was er wählen soll, kann beim Hochschulwahlkompass die eigenen Positionen mit denen der verschiedenen Listen vergleichen.

Kerstin Kesselgruber

„In Ansbach regiert ja nur Weibsvolk“

MarkgrafDer Wilde Markgraf ist verwirrt: „In Ansbach regiert ja nur Weibsvolk.“ Die Stadt hat eine Oberbürgermeisterin und die Hochschule eine Präsidentin. Diese modernen Zeiten! Trotz Empörung bekommen beide einen Handkuss. Mann hat schließlich Manieren. Trotzdem lässt er zur Vorsicht viele Grüße an „König Horst“ in München ausrichten.

So können Jubiläumsfeiern laufen. Keine langweiligen Reden. Keine stundenlangen Ehrungen. Dafür Filme, Interviews und ein leibhaftig auferstandener Markgraf, Karl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Genannt „der Wilde“, wegen seiner vielen Frauengeschichten. Der ist zwar eigentlich schon mehr als 250 Jahre tot, aber für den 20. Geburtstag der Hochschule Ansbach extra seiner Gruft entstiegen, um zu gratulieren und sich auf dem Campus umzuschauen.

20160601_124331Dort ist einiges geboten. Denn die Studenten haben die Planung zum Hochschuljubiläum übernommen. Im vergangenen Semester gab es extra Seminare und Vorlesungen dafür. Samira Becker und Benjamin Hecht haben das Modul „Moderation“ gewählt und führen am Vormittag durch den Festakt für die Ehrengäste. Der Kurs „Eventmanagement“ hat das Nachmittagsprogramm organisiert, mit Kinderbuchkino, Hochschul-Rallye und Modellautorennbahn. Beim Kulturabend ab 17 Uhr spielen  Hochschulorchester und Big Band, es gibt Theater- und Filmvorführungen.

Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle ist einer der Gratulanten und entschuldigt sich für das schlechte Wetter, das er aus München mitgebracht hat: „Das sind Freudentränen zum Geburtstag, die da vom Himmel kommen.“ Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel erinntert ihn daran, dass durchaus auch mehr Geld für die Hochschule aus München kommen könnte.

20160601_132839Die junge Hochschule ist schnell groß geworden: „Wir hatten mehr Parkplätze als Studenten und mehr Studenten als Bücher in der Bibliothek“, erinnert sich Gründungspräsident Bernhard Krämer an das Jahr 1996. Damals waren es 85 Studenten, heute sind es 3100. Sie haben Filme gedreht, wie sie ihre Hochschule sehen. Bilder und Fotografien zeigen das „Studentenleben im Wandel der Zeit“. Mit Farbe drückt jeder seinen Handabdruck auf ein großes Plakat: „20 Jahre Hochschule Ansbach“, steht darauf, „Wir waren dabei“.

Christina Merkel