Langschläfer versus Frühaufsteher: Reine Gensache!

Von Julius Brockmannfrau_schlaf.jpg
Gott sei Dank! Nicht nur zu Ostern ein beliebter Ausspruch. Jetzt trifft er mal wieder voll zu. Als Student durchlief so manch einer zu Ostern die Qual des Familienlebens. Die Eltern wollten besucht werden, wer noch Oma und Opa hat, wurde dort mit Likör abgefüllt und abends ging es mit Lamm und unzähligen Schokoeiern im Bauch raus auf die durch Schnee und Eis total matschige Wiese – ein Bier und eine Bratwurst zum nicht brennen wollenden Osterfeuer genießen. Gott sei Dank, es ist vorbei.

Alles gut und schön – man macht das ja jedes Jahr wieder mit – nur eins bleibt einem stets ein Rätsel: Warum muss man selbst wenn man frei hat, um acht Uhr morgens aufstehen? Richtig, weil man mit den Schwiegereltern zum Osterbrunch verabredet ist. Aber warum bloß so früh.

Liegt es daran, dass die heutige Studentengeneration es einfach nicht mehr gewohnt ist, früh aus den Federn (oder Synthetikkissen) zu kommen. Der Geisteswissenschaftler umschifft meist die Seminare, die vor zehn Uhr beginnen, der alte Schulfreund, der seit Jahren im Betrieb des Vaters arbeitet, lacht nur über die „Problemchen“, die ihm auf dem Stufentreffen zu Ohren kommen. Er hat um zehn Uhr bereits die Post gemacht und setzt den zweiten Kaffee des Tages auf.

Studenten kommen nicht aus den Federn

Sind wir, die Hartz IV-Empfänger von morgen, wirklich so faul und träge? Oder warum wirken auch Kaffee und Kippe morgens nicht, um ohne Augenringe und gut gelaunt der Schwiegermutter die Vorteile eines langen Schlafes bis mindestens um Zehn zu erläutern?

Es gibt eine Erklärung. Spätaufsteher und Langschläfer können in Zukunft auf eine Studie verweisen, die die Gene des Menschen für seinen Biorhythmus verantwortlich macht. Sprich, nicht alle Menschen sind gleich. Und eine weitere, sehr wichtige Erkenntnis: Man kann gegen die genetische Abhängigkeit kaum etwas tun. So erklärt sich dann auch, warum man zu Schulzeiten stets die erste Stunde nur physisch anwesend war und am Samstag sein Schlafdefizit der Woche ausgleichen musste. In der Woche konnte man sich einfach nicht daran gewöhnen, um elf Uhr ins Bett zu gehen. Trotz des Wissens, dass einen der Wecker spätestens um Sieben unsanft an die Pflichten des Alltags erinnern würde, schaffte man es abends nie vor zwei Uhr ins Bett. Gott sei Dank, dass es nun diese – hoffentlich unumstrittene – Studie gibt.

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