May

19

2008

Die Uni als Partnerbörse

Von Kerstin Röpke

Die Bergkirchweih als große Partnerbörse ist vorüber. Nicht umsonst gilt jetzt wieder die Universität als der beste Ort, den Partner für das weitere Leben zu finden. Zu einem besonders beliebten Flirt-Ort zählt die Universitätsbibliothek. In den Lernpausen, in denen man versucht, sich durch Koffeinzufuhr wieder wach zu bekommen, trifft man andere Studenten, die ähnliche Probleme haben, sich auf das Lernen zu konzentrieren. Und schon hat man ein Gesprächsthema, denn schließlich verbindet Leiden.

Ähnlich ist es bei diversen Studentengruppen und -initiativen. Bei der Organisation von Firmenkontaktmessen oder bei Fachschaftstreffen bieten die regelmäßigen Treffen genügend Möglichkeiten des Wiedersehens und Ins-Gespräch-Kommens. So wird über die Farbwahl für Plakate diskutiert, über die Akquisition der Sponsoren und nebenbei auch über geteilte Musikvorlieben oder Jugenderlebnisse.

Hohe Frauenquote in den Theatergruppen

In manchen studentischen Männerkreisen weiß man von diesem Vorteil, dass Gemeinsamkeiten verbinden, und dieses Wissen wird auch bewusst und konkret eingesetzt, um offensiv auf die Frauenwelt zuzugehen. Diese Männer treten Theatergruppen bei, da hier die Frauenquote besonders hoch ist, und sie somit viel Zeit mit vielen Frauen verbringen können.

Aber auch Partys bestimmter Studienrichtungen, wie beispielsweise Psychologie oder Theater- und Medienwissenschaft, werden gezielt angesteuert, da eine hohe Anzahl von Frauen und hoffentlich auch Singles erwartet wird. Das Problem hierbei ist allerdings, dass es schon Partys gab, bei denen die Frauen genau aus diesem Grund lieber zu Hause blieben, und es somit einen hohen Männerüberschuss gab.

Viel Verständnis für den Lernaufwand

Weiterhin kristallisiert sich eine „gute Mischung“ zwischen verschiedenen Studiengängen heraus. Mediziner unter sich haben viel Verständnis für den Lernaufwand und die alltäglichen Probleme zwischen Arztkittel, Skalpell und Anatomielexikon. Ähnliches gilt für Lehramtsanwärter: Wer, wenn nicht eine Referendarin, kann es nachvollziehen, wenn es Stress mit dem Staatsexamen gibt.

Andererseits ergänzen sich manche Fächerkombinationen gut: Der praktische Maschinenbauer und die kreative Buchwissenschaftlerin bilden keinen Widerspruch, sondern passen schon deshalb gut zusammen, da in ihren eigenen Fakultäten eher wenige Leute des anderen Geschlechts studieren.

Aber längst hat auch das Internet Einzug in die studentische Partnersuche gehalten. Hieß es früher einmal wochenlang durch Wohnheimpartys und Sportkurse zu ziehen, um einen Mann oder eine Frau kennenzulernen, so schaut der moderne Student im StudiVZ, wer ein potenzieller Partner oder eine potenzielle Partnerin sein könnte. Oder wenn man doch mal jemanden im realen Leben trifft, heißt es nicht mehr: „Gibst du mir deine Telefonnummer?“, sondern „Ich suche dich dann mal im StudiVZ.“

1 Kommentar zu “Die Uni als Partnerbörse”
  1. [...] …oder besser: Soziale Netzwerke als Partnerbörse. Darüber schreibt die Nürnberger Zeitung. [...]

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