Erasmus Mundus II

Von Christiane Fritz

Die Europäische Union stellt dem europäischen Kooperations- und Mobilitätsprogramm Erasmus Mundus mehr Geld zur Verfügung. Vor kurzem wurde dies in Brüssel entschieden. In den Jahren 2009 bis 2013 werden dem Programm 950 Millionen Euro bereitgestellt. Dies ist viermal so viel wie in der ersten Programm-Phase.

Seit 2004 fördert Erasmus Mundus akademische Spitzenleistungen, die Attraktivität europäischer Hochschulen in der Welt und die Zusammenarbeit mit Drittländern. Auch der interkulturelle Dialog soll verbessert werden. Von der Erweiterung des Budgets profitieren auch europäische Studenten. Sind sie in einem speziellen Master-Studiengang in Europa immatrikuliert, können sie sich nun für ein Erasmus Mundus-Stipendium bewerben.

Promotionen werden nun gefördert

Bislang hatten vor allem Studenten, die aus Ländern außerhalb der EU stammen und in Europa studieren wollen, diese Möglichkeit. Im Studienjahr 2008/09 erhielten unter anderem Studenten aus Costa Rica, Burkina Faso oder Aserbaidschan ein Stipendium. Die speziellen Master-Studiengänge werden immer von mindestens drei Partner-Universitäten, die verschiedenen europäischen Ländern angehören, gebildet. Die Studenten müssen an mindestens zwei der drei Hochschulen studieren. Eine weitere Neuerung: Neben den bisherigen Master-Studiengängen werden künftig auch Promotionen gefördert. Hier gelten ähnliche Bedingungen wie für die Master-Studiengänge.

Wer sich für ein Stipendium des Erasmus Mundus-Programms bewerben will, muss an einer Hochschule eingeschrieben sein, die am Kooperations- und Mobilitätsprogramm teilnimmt. „Erst wenn die Hochschule den Zuschlag aus Brüssel erhält, kann sich der Student bewerben“, erklärt Dr. Siegbert Wuttig vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn. In Europa wurden bislang rund 100 Masterkurse angeboten. An der Hälfte sind deutsche Hochschulen beteiligt.

Bis 2013 sollen 150 Master-Studiengänge und 35 Promotions-Programme zur Auswahl stehen. Für die neuen Kurse können sich Interessierte voraussichtlich ab 2010 bewerben. Die Universität Erlangen-Nürnberg hatte sich 2007 mit der Partneruniversität KTH Stockholm um eine Förderung des Doppelmaster-Abschlusses im Bereich Computational Science beworben. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. „Die Genehmigungsquote ist nicht hoch“, erklärt Dr. Brigitte Perlick, Leiterin des Referats für Internationale Angelegenheiten.

Bevor der Antrag auf Förderung gestellt werden kann, muss ein Abstimmungsprozess zwischen den verschiedenen Universitäten stattfinden, der sich oft langwierig gestaltet. „Es lohnt sich nur da, wo man schon vorher langjährige Partner hat“, verdeutlicht sie. Für Doktoranden in naturwissenschaftlichen Studienfächern gäbe es andere Möglichkeiten der Unterstützung wie eine Förderung durch die Industrie. „Es ist leichter da heranzukommen“, so Perlick.

Obwohl der Antrag vor zwei Jahren scheiterte, bereitet Prof. Ulrich Rüde vom Lehrstuhl für Systemsimulation für das Studienfach Computational Science and Engineering derzeit einen neuen vor. „Inzwischen haben wir schon Teile ohne EU-Förderung realisiert, nämlich das existierende bilaterale KTH-Erlangen-Programm mit gleicher fachlicher Ausrichtung, so dass die Chancen nach unserer Einschätzung diesmal recht gut sein müssten“, meint Rüde.

Finanzielle Vergütung beträgt bis zu 24000 Euro

Die Europäische Union bietet in der zweiten Phase von Erasmus Mundus verschiedene Stipendien an. Die Höhe ist von verschiedenen Faktoren wie Reisezuschlag, Versicherungen oder ob die zu besuchende Universität Studiengebühren erhebt, abhängig. Bei einem Vollzeitstipendium kann die finanzielle Vergütung bis zu 24000 Euro pro Jahr betragen. In der ersten Phase des Kooperations- und Mobilitätsprogramms wurden bereits über 6000 Stipendien vergeben. In der zweiten Phase stehen über 13000 Stipendien für Master-Studierende und Doktoranden zur Verfügung.