Maskottchen? Tierische Uni-Traditionen

Von Christiane Fritz

Nein, nein. Nicht alle Traditionen, die ausländische Universitäten pflegen, sollten auch hierzulande praktiziert werden.

Darunter fällt zum einen der «Oblation Run», der jedes Jahr an der University of Philippines stattfindet. Hier rennen die männlichen Studenten der Verbindung Alpha Phi Omega nackt und nur mit einer Maske bedeckt durch die Straßen. Zugegeben: Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund, denn mit dem Lauf verweisen die Studenten auf politische und wirtschaftliche Missstände. Ob ihre Plakate jedoch die gewünschte Aufmerksamkeit der Zuschauer erhalten, ist fraglich.

Ein Auto oder eine voll funktionsfähige Toilette auf dem Dach der Bibliothek oder anderer Einrichtungen zu platzieren, ist am Massachusetts Institute of Technology, dem MIT, zu einer Tradition avanciert. Um sich vom wissenschaftlichen Alltag zu erholen, spielen die Studenten 20 bis 30 Streiche im Jahr. Dann hängen sie auch schon einmal neben den obligatorischen Feuerlöscher im Institut eine Kettensäge, um ihre Kommilitonen für den Kampf mit etwaigen Zombies zu wappnen.

Eine Tradition, die mehr Alltagstauglichkeit an den Tag legt, ist das Maskottchen. Bei Sportveranstaltungen an amerikanischen Universitäten sorgt es für die nötige Stimmung. Es unterstützt den Wiedererkennungswert der Universitäten und verstärkt die Bindung der Studenten zu ihrer Hochschule.

Hase oder Eisbär: eine tierische Qual der Wahl

An der Mehrheit der deutschen Hochschulen fehlen bislang die tierischen Hingucker. Für die Universität Erlangen-Nürnberg würde sich ein Hase anbieten, schließlich hat die Zeichnung dieses Tieres Albrecht Dürer berühmt gemacht. Auch ein Eisbär wäre möglich. Einen weltbekannten hat bereits der Nürnberger Zoo.

Dass das Tier nicht immer einen regionalen Bezug haben muss, zeigen amerikanische Universitäten. Am Connecticut College fiel die Wahl auf ein Kamel als Maskottchen, und an der Universität von Jacksonville auf einen Delfin. Das Maskottchen der Georgia Southern University heißt Gus und ist ein Adler; sein Namensvetter an der Pittsburg State University ist ein Gorilla.

Nur für einen Braunbären sollte sich die Uni Erlangen-Nürnberg nicht entscheiden. Den hat bereits die FH Braunschweig-Wolfenbüttel als Maskottchen auserkoren und Bärtram getauft.