Geeignet zum Lehrer?

In der Wirtschaft ist dieses Ver­fahren durchaus üblich. Im Assessment Center müssen Bewer­ber knifflige Aufgaben lösen, sich in Rollenspielen teamorientiert geben, aber trotzdem Führungs­stärke zeigen. Situationen aus dem späteren Beruf sollen simu­liert werden. Danach entscheidet der Personaler, wen er für den bes­ten Kandidaten hält.

Auch die Universität Passau setzt eine Art Assessment Center ein. Vor dem Start des Winterse­mesters haben sich mehr als 100 angehende Lehramtsstudenten dem Eignungstest unterzogen, in dem die Studenten viel über ihre eigenen Stärken und Schwächen erfahren. Der bundesweit einma­lige Test ist freiwillig, soll aber in zwei bis drei Jahren für alle Lehr­amtsstudenten in Passau ver­pflichtend werden.

Mit fünf Prüfungen durch den „PArcours“


Fünf verschiedene Aufgaben müssen die angehenden Studen­ten an einem Tag lösen. Ein guter Nebeneffekt für die Abiturienten: Sie lernen bereits einige Kommili­tonen kennen und können erste Kontakte knüpfen.

Prof. Norbert Seibert, Direktor des Zentrums für Lehrerbildung in Passau hat den „PArcours“ ini­tiiert, „weil wir keine ungeeigne­ten Studenten für das Lehramts­studium zulassen wollen“. Von den jetzigen Studenten seien zwar alle geeignet gewesen. Es könnten sich aber auch nur die freiwillig zur Probephase gemel­det haben, die ohnehin engagiert sind und sich bereits intensiv mit ihrem späteren Beruf auseinan­dersetzen.

Bei „PArcours“ mussten die Schulabgänger mündliche und schriftliche Übungen durchlau­fen. Es sollte getestet werden, wie selbstsicher sie sind, wie sie Kom­promisse aushandeln, wie effek­tiv und effizient sie handeln, wie sie Entscheidungen begründen und Probleme lösen. Am Ende des Tages hat jeder „Bewerber“ ein ausführliches Feedback über seine Stärken und seinen Entwick­lungsbedarf erhalten – anders als in der Wirtschaft.

Markus Kaiser