Der Protest geht weiter
18. Januar 2010 von campus
Rund 200 Studierende demonstrierten am vergangenen Mittwoch in München, als Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch Studierendenvertreter aus ganz Bayern zum Gespräch empfing. Es waren zwar wesentlich weniger Demonstranten als Ende vergangenen Jahres bei den Nürnberger Protestmärschen. Doch die Studenten wollten mit ihrer jüngsten Demo zeigen, dass sie ihre Forderungen nach besseren Studienbedingungen über die Feiertage nicht vergessen haben.
„Für uns alle steht fest, dass es 2010 mit dem Protest weitergehen soll“, sagt Rene R., Student an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg und ehemaliger Mitbesetzer der Ohm-Hochschule. „Besetzung ist nur eine Form des Protests, es gibt noch viele andere.“ Bereits zweimal in diesem Jahr haben sich die Nürnberger Besetzer getroffen, um zu diskutieren, wie es weitergeht. „Bis jetzt reflektieren wir noch, was im Dezember richtig und was falsch gemacht wurde“, sagt Rene. 50 bis 100 Menschen, schätzt er, waren beide Male mit dabei. Sie wollen sich nun jeden Donnerstagabend wieder treffen.
Forderungen sind noch nicht umgesetzt
Denn: „Wir sehen unsere Forderungen noch nicht umgesetzt“, sagt Rene. Noch immer müssen sie Studiengebühren bezahlen. Es gibt keine verfasste Studierendenschaft in Bayern. Etwas haben die Proteste erreicht. „Wir wurden wahrgenommen“, sagt der Lehramtsstudent. „In den Gremien wird über unsere Forderungen gesprochen.“ Auch dass in Bamberg die Studiengebühren um 100 Euro verringert wurden, „zählen wir zu unseren Erfolgen“, sagt Rene. Die Masse an Besetzungen sei entscheidend gewesen.
Deshalb wollen die Nürnberger Studierenden in der kommenden Zeit vor allem andere Aktionen unterstützen. Einige von ihnen sind vergangenen Mittwoch zur Demo nach München gefahren. Ende Januar soll in Frankfurt demonstriert werden. „Wir werden dort sein“, sagt Rene.
Christina Merkel



