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Vier Semester in dreien studieren

3. Februar 2010 von campus

Interview Luger Bachelor 2Sind die Studentenproteste bereits vergessen? Die Klagen über zu viele Prüfungen und zu hohen Leistungsdruck ungehört verhallt? Dem erwarteten Ansturm auf die Universitäten durch den doppelten Abiturjahr­gang im kommenden Jahr will Unipräsident Karl-Dieter Grüske mit einem „4-in-3-Programm“ entgegenwirken. (Die NZ berich­tete.) Abiturienten, die durch vor­gezogene Prüfungen bereits zum Sommersemester ihr Studium beginnen, sollen den Stoff der ers­ten vier Semester in dreien bewäl­tigen. Nach eineinhalb Jahren können sie dadurch, so der Plan, zum normalen Semesterturnus aufschließen. Die Massen des dop­pelten Jahrgangs sind entzerrt.

„Ich halte das für absolut mach­bar“, sagt Frank Dziomba, Koor­dinator des Programms und Mitar­beiter der „Servicestelle 2011“ an der Uni Erlangen. „Sicher nicht für jeden. Aber einige besonders Begabte werden es schaffen, den Bachelor in nur fünf Semestern zu studieren.“

Mehr als 40 Stunden Arbeit in der Woche

In den Bachelor-Studiengän­gen müssen die Studierenden pro Semester 30 ECTS-Punkte errei­chen. Das „European Credit Transfer System“ soll die Studien­leistungen in Europa vergleich­bar machen. Laut Kultusminister­konferenz einspricht ein ECTS-Punkt 30 Arbeitsstunden. Im 4-in-3-Programm soll die Punkte­anzahl pro Semester auf 35 ECTS steigen. Vorlesungen aus dem zweiten Semester können die Stu­denten bereits im ersten belegen.

„Wir müssen diesen Jahrgang entzerren, damit am Ende nicht alle wieder gleichzeitig auf den Arbeitsmarkt drängen“, sagt Dziomba. Die Schnell-Studenten sollen nicht alleine gelassen wer­den. „Es wird Mentoren geben, die sie unterstützen.“ Dziomba selbst hat sein Architekturstu­dium auch unter der Regelstudien­zeit abgeschlossen. „Gleichzeitig habe ich drei Tage pro Woche gearbeitet.“ Um das Studium zu finanzieren. „Mit nur vier Stun­den Schlaf pro Nacht geht das.“

Christina Merkel

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