Den Hochschulen bleibt das Sparen erspart

Mehrere Millionen Euro an Kürzungen hätten die Hochschulen im Freistaat gemäß Plänen der Staatsregierung in den Jahren 2011 und 2012 hinnehmen sollen. Weil die Wirtschaft sich viel schneller erholt als gedacht, fließen die Steuereinnahmen wieder und die Einsparungen sind so gut wie vom Tisch.

„Wir freuen uns“, sagt Karl-Dieter Grüske, Präsident der Universität Erlangen-Nürnberg, und grinst. Soeben hat er ein längeres Gespräch mit zwei hochrangigen Landtagsabgeordneten aus der Region geführt. Innenminister Joachim Herrmann und einer seiner Amtsvorgänger, Günther Beckstein (beide CSU), haben ihm dabei frohe Kunde überbracht.

„Wir kommen wohl doch nicht in die Schwierigkeiten, die wir aufgrund der Sparbeschlüsse befürchten mussten“, sagt Grüske. „Nach diesem Gespräch und weiteren, die wir mit Wissenschaftsminister Heubisch geführt haben, sind wir jetzt guter Hoffnung.“

Wären die Pläne der Staatsregierung umgesetzt worden, hätte Bayerns zweitgrößte Hochschule – wie berichtet – für 2011 und 2012 Jahr Kürzungen in Höhe von mehreren Millionen Euro wegstecken müssen. Auch wenn erst am 21. Dezember im Kabinett endgültig entschieden wird, sieht jetzt alles so aus, als würden die bayerischen Hochschulen doch verschont werden. Allerdings: Die für 2010 verhängten Sofortsparmaßnahmen, die die Uni 1,2 Millionen kosten, bleiben bestehen. Grüske bedauert das zwar, will aber in Anbetracht der anderen, guten Nachricht nicht undankbar erscheinen: „Wir werden das schon irgendwie schaffen.“ Die Vorgabe, freiwerdende Lehrstühle dürften erst nach sechs Monaten neu besetzt werden, soll bestehen bleiben. Auch hier, meint Grüske, müsse man sehen, „wie wir das überbrücken können“.

Florian Heider