Umfrage: Die Uni will es jetzt wissen

Die Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) will wissen, wie zufrieden ihre Studenten mit den Studienbedingungen an Bayerns zweitgrößter Hochschule sind. Vor gut einem Jahr hätte niemand diese Frage stellen müssen, da trugen die Studenten ihren Protest ja demonstrativ auf die Straße und in die Hörsäle – Bildungsstreik war angesagt.

23.000 Studenten sollen ihre Meinung sagen

Aus den Erfahrungen von damals hat die Uni-Leitung gelernt. Jetzt soll also eine Online-Umfrage den Puls der Studentenschaft fühlen. Alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen – mit Ausnahme von Doktoranden, Gasthörern und Austausch-Studenten. Auch der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, also die ehemalige Wiso, ist ausgeschlossen, weil es für die dortigen Studenten bereits seit dem Wintersemester 2006/07 eine ähnliche Umfrage gibt, auf der die neue, jetzt uniweite basiert. Rund 23 000 Studenten sind aufgerufen, in den nächsten drei Wochen mitzumachen.
Die Uni hofft, dass sich mindestens ein Drittel der Angesprochenen auch tatsächlich beteiligt. Nur dann kann man nämlich auch davon ausgehen, dass die Daten aussagekräftig für die gesamte Studentenschaft sind. An der Ex-Wiso machte zuweilen sogar über die Hälfte der Studenten mit. Unter den Fragen, die die Studenten jetzt beantworten sollen, sind zum Beispiel diese: „Wie bewerten Sie Aufbau und Struktur Ihres Studienganges?“ – „Haben Sie ausreichend Möglichkeit zur selbstbestimmten Gestaltung des Studiums?“ – „Planen Sie Praktika?“
Die Umfrage ist als „Panel“ angelegt. Das bedeutet, dass die gleichen Personen nach einer bestimmten Zeit – in diesem Fall nach einem Jahr – wieder befragt werden sollen. Daran will die Uni auch Veränderungen im Stimmungsbild der Studenten ablesen können. Erste Ergebnisse sollen bereits zu Beginn des Sommersemesters vorliegen. Dann werden die Studenten auch erfahren, welches Zeugnis sie ihrer Uni ausgestellt haben.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei dieser Befragung nicht das eintritt, was unlängst Kultus- und Wissenschaftsministerium bei einer Umfrage unter allen bayerischen Schülern passierte. Da ging nämlich nach kurzer Zeit wegen des großen Ansturms der Server in die Knie, so dass das Vorhaben gekippt werden musste.

Florian Heider