Selbstversuch mit der FAUcard

Früher herrschte Chaos im Geldbeutel: gleich vier Karten brauchten die Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), um den Unialltag zu bewältigen. Jetzt soll mit einer einzigen Karte alles möglich sein. Unsere Reporterin Franziska Baur hat den neuen Alles-Könner ausprobiert.

Ausgerüstet mit dem neuen Studentenausweis der FAU, der FAUcard, mache ich mich heute auf den Weg, um die multifunktionalen Fähigkeiten der Chipkarte auszutesten.

Die Hochschule hat angekündigt, dass die ab dem Wintersemester 2011/2012 eingeführte Karte, das Studentenleben erleichtern soll. Mal sehen wie es in der Praxis aussieht.

Als erstes marschiere ich in das zentrale Gebäude der Uni-Bibliothek in Erlangen. Problemlos entdecke ich einen grauen Automaten, der mir verdächtig nach einem neuen Karten-Aufwertungsautomaten aussieht. Daneben steht ein weiteres, mir unbekanntes, Gerät. Umkodierungsstation steht auf dem Display. Ich stecke meine neue Karte in den Aufladeautomaten – mal sehen was passiert. Nach einem pixeligen „Herzlich Willkommen“, fordert der Automat mich direkt auf ihm Geld zu gehen. Ich schiebe fünf Euro in den rot blinkenden Schlitz – mein Guthaben ist aufgeladen. Soweit läuft alles wie gehabt.

Studentenwerk hilft bei der Umstellung

Mittlerweile hat sich neben mir ein älterer Mann eingefunden, der mir interessiert über die Schulter schaut und die Umkodierungsstation inspiziert. „Haben Sie ihre Karte schon umkodiert?“, fragt er mich. Ich verneine, ich weiß ja noch nicht einmal was das bedeutet, denke ich mir. Er erzählt stolz, er habe seine Mensakarte bereits „migriert“. Meine Verwirrung wächst. Was bitte ist migrieren? Mit vielen Fragen im Kopf, gehe ich in den ersten Stock. Wenn ich meine Post richtig gelesen haben, muss ich nicht nur die neue Karte aufladen, sondern auch meine alte Kopier-, die Mensa- und die Bibliothekskarte abgeben.

Die Frau am Informationsschalter erkennt sofort was ich will, als sie mich in meinem Geldbeutel kramen sieht. Freundlich nimmt sie meinen Bibliotheksausweis entgegen und bittet mich darum, meine Identifikationsnummer hinten auf der neuen FAUcard mit der auf meinem Bibliotheksausweis zu vergleichen. Alles korrekt. Nach diesem letzten Dienst wird der alte Ausweis mit der Schere zerschnitten und entsorgt. Das wäre erledigt. Da es langsam Mittagszeit ist und mein Magen rumort, mache ich mich auf in Richtung Mensa.

Gleich im Eingangsbereich kleben viele gelbe Plakate, die mir erklären, wie die FAUcard funktioniert und wer seine alte Karte behalten darf. Zusätzlich stehen Helfer des Studentenwerks neben den Aufladestationen. Sie erklären jedem Einzelnen, der sich nicht gleich zurechtfindet, wie die Umstellung funktioniert und was zu tun ist. Auch auf Fehlermeldungen an den Geräten sind die Helfer vorbereitet.

Ich gehe weiter ans Buffet. An der Kasse erkundige ich mich, mit welcher Karte ich nun zahle sollte. Die blonde Kassiererin mit dem roten Hütchen erklärt mir freundlich, dass ich prinzipiell noch mit beiden Karten zahlen könne – mit der alten, gelben oder mit der neuen FAUcard. Nur migrieren müsste ich meine alte Mensakarte, erklärt sie mir, um sie weiterhin benutzen zu können. Sie weist auf einen Automaten hinter mir am Treppenaufgang. Aha, jetzt weiß ich, wofür das Gerät ist, das ich bereits in der Bibliothek gesehen habe. „Migrieren“ bedeutet soviel wie umkodieren. Weshalb es dafür zwei Ausdrücke gibt – keine Ahnung. Damit wird die alte Karte dem neuen System angepasst. Um zu bezahlen, lege ich meine neue FAUcard auf das Magnetfeld an der Kasse. Prima, sie funktioniert. Bei einem Mann hinter mir in der Schlange scheint es jedoch Schwierigkeiten zu geben, er hat das Migrieren vergessen. Davon lässt sich die Kassiererin jedoch nicht aus der Ruhe bringen, kurzerhand geht sie selbst zum Automaten und erledigt das. Bei den meisten, scheint das Umkodieren, Migrieren oder Aufladen jedoch gut geklappt zu haben. Nur wenige bleiben an der Kasse mit ihrer Mensakarte hängen. Um meinen Geldbeutel von der überflüssigen Kartenflut zu befreien, gebe ich nach dem Essen meine gelbe Mensakarte zurück. Das restliche Guthaben und das Kartenpfand kann ich mir direkt auf die neue Karte laden lassen.

Von vier Karten habe ich nun noch eine übrig, die ich zurückgeben muss – meine Kopierkarte. Wenn ich das geschafft habe, ist bei mir die Umstellung auf die FAUcard abgeschlossen. Durch die Plakate und das Zusatzpersonal des Studentenwerks habe ich mich gut zurechtgefunden. Die Karte hält, was ihre Entwickler versprochen haben. Sie vereinfacht meinen studentischen Alltag. Egal ob am Kopierer, in der Mensa oder der Bibliothek. In Zukunft genügt es, nach einer Karte im Gelbeutel zu kramen.

1 Kommentar in “Selbstversuch mit der FAUcard

  1. FAU Card? Das ist ja echt old school. Um nicht zu sagen Steinzeit. Gibts denn da kein App fürs Smartphone? Sehr entäuschend.

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