Uni: Kochstraße wieder offen – aber nur teilweise

Aufatmen für viele Geisteswissenschaftler: Nachdem im Sommer der Bau an der Kochstraße wegen akuter Baufälligkeit kurzfristig gesperrt werden musste, kann zumindest der Südflügel wieder bezogen werden. Während der vorlesungsfreien Zeit wurden dort einsturzgefährdete Decken saniert. Für die Mitarbeiter und Studenten einiger Institute kann der Betrieb also an alter Stelle vorerst weitergehen. Auch die Institutsbibliotheken der Klassischen Archäologie, Lateinischen Philologie des Mittelalters und der Neuzeit, der Indogermanistik und der Indoiranistik sind wieder zugänglich.

Nicht so gut sieht es für die großen Departments Geografie, Soziologie und Politische Wissenschaften aus. Deren Bibliotheken liegen im deutlich größeren Nordflügel des Gebäudes, der erst in den kommenden Monaten saniert werden kann. Die Arbeiten sind aufwändiger und werden vermutlich noch bis zum Beginn der Vorlesungszeit des Sommersemesters dauern, also wohl bis April 2014.

Für die Studenten bedeutet das, dass sie an Fachliteratur nur dann kommen, wenn sie sich auf die Reise in den Erlanger Süden machen. Die drei genannten Bibliotheken ziehen nämlich in diesen Tagen in ein Bürogebäude in Tennenlohe um, das die Immobilienagentur des Freistaates Bayern („Imby“) für die Universität angemietet hat. Dort stehen 6000 Quadratmeter zur Verfügung.

Doch auch beim Umzug lief nicht alles glatt. Die Arbeiten mussten Ende vergangener Woche kurzfristig unterbrochen werden, weil nicht klar war, ob die Gebäude den Anforderungen an die Statik Genüge leisten. Ein Gutachten musste her. Inzwischen konnten die Zweifel an der Tragfähigkeit ausgeräumt werden, der Umzug kann weitergehen.

Für die Studenten ist die Situation mehr als ärgerlich. Monatelang war der bequeme Weg der Recherche in den Institutsbibliotheken nicht möglich. An Bücher kam man zwar, aber nur über ein internes Bestellsystem. Vor dem Regal stehen und nach thematisch passenden Titeln suchen – das ging nicht. Weil gegen Ende der Vorlesungszeit Hausarbeiten zu schreiben waren, hatten viele Professoren nach vorheriger Absprache auch Abgabefristen verlängert.

Wer Bücher aus dem Bestand der Geografen, Soziologen oder der Politologen braucht, findet sie in den nächsten Tagen im Ausweichquartier Am Wetterkreuz 15 in Tennenlohe. In dringenden Fällen können Studenten ausnahmsweise per Fernleihe aus anderen deutschen Bibliotheken bestellen.

Trotz der Unannehmlichkeiten für Studenten und Personal zeigte sich Uni-Kanzler Thomas Schöck erfreut darüber, wie zügig Sanierung, Teilfreigabe und Umzug über die Bühne gegangen seien: „In den 25 Jahren meiner Amtszeit ist weder die Anmietung einer so großen Fläche (…) noch die Durchführung einer Sanierungsmaßnahme je in einem solchen Parforceritt realisiert worden“, teilte er mit.

fbh