Vom 12. bis 21. Januar geht’s an die Online-Urnen

Man kann den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) leicht missverstehen. In der Überschrift einer Mitteilung verkündet er: „‘Freie Fahrt‘ für Semesterticket“. So weit ist es aber noch lange nicht. Noch müssen die Studenten der Hochschulen in Erlangen, Nürnberg und Fürth dem vorgelegten Angebot zustimmen. Ein Wahl-Termin steht nun fest: Vom 12. bis 21. Januar wird an die digitalen Urnen gebeten.

„Nach jahrelangen Verhandlungen ist es nun gelungen, ein attraktives Angebot für die Studierenden vorzulegen. 24-Stunden-Mobilität im gesamten Verkehrsverbund zum Preis von nicht einmal zwei Butterbrezen am Tag, das ist ein guter Baustein für den Hochschulstandort Metropolregion Nürnberg“, erklärte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly.

Der VGN bietet ein Semesterticket für sechs Monate an (258 Euro), das sich aus einem Basisticket (65 Euro) und einem Zusatzticket (193 Euro) zusammensetzt. Das Basisticket, bei dem Ausschlusszeiten gelten, müssten alle Studenten bezahlen. Erst mit dem Zusatzticket ist eine zeitlich unbegrenzte Nutzung im gesamten Verkehrsverbund möglich. Das Ticket könnte bereits zum Wintersemester 2015/2016 für ein Studienhalbjahr gelten.

Sollten die Studenten das Angebot annehmen, müssten sich noch die Kommunen bereiterklären, einen möglichen Verlust in der Startphase auszugleichen. Der entsteht, wenn weniger als circa 53 000 Studenten das Semesterticket von 258 Euro kaufen. Hier setzt der VGN auf einen Anreiz: Liegt die Zahl der Käufe höher, wird ein Anteil auf das nächste Semesterticket angerechnet.

Bereits seit 1995 wird über ein Semesterticket diskutiert. Wie die Online-Wahl genau ablaufen soll, werde in den kommenden Tagen im Detail erklärt, teilte die Studierendenvertretung Erlangen-Nürnberg der NZ mit. Der VGN hat zudem angekündigt, sein Tarifsystem neu zu ordnen. Auswirkungen auf die Preise hat diese Änderung allerdings nicht.

cf

7 Kommentare in “Vom 12. bis 21. Januar geht’s an die Online-Urnen

  1. Also ich brauche das Ticket nicht. Was viele vergessen, ist, dass es in Nürnberg sehr viele duale Studenten (Verbundstudium!) gibt, die durch die Arbeit an ein Ticket (das sog.) kommen, das viel bessere Konditionen hat und weiterhin brauchen viele andere ein Ticket nur im Winter (weil sie im Sommer laufen oder mit dem Fahrrad fahren). Ich bspw. müsste tatsächlich dann insgesamt über 300 Euro zusätzlich zahlen für ein Ticket, dass für mich absolut keinen Mehrwert hat.
    Da es ja auch auf eine Person festgelegt ist, kann man es dummerweise auch nicht verkaufen..
    Dass nur rund 100 Leute zu der Infoveranstaltung kamen, spricht schon für sich. Allerdings stellt sich mir hier die Frage der Aussagekraft. Wirklich kommuniziert worden ist es wohl nicht, ich jedenfalls wusste bis zum Nachlesen auf Twitter nicht, dass da heute etwas stattfindet.

    Weiterhin hoffe ich, dass die 53 000 wohl eher ein Rechtschreibfehler als Absicht sind. Wenn man diese Zahl so sieht (vor allem für das VOLLE, TEURE Ticket), dann stellt sich mir schon die Frage, ob das Ticket nicht einfach nur ein Vorwand der VGN ist, um mal eben so nebenbei ein bisschen Geld von den Kommunen einzustreichen. Was man mitnehmen kann, kann man mitnehmen! Wobei ich vermute, dass es sich hier um einen Schreibfehler handelt und die 53 000 eher die „billigen“ Tickets für 65 Euro kaufen müssten.
    In dem Kontext wäre allerdings noch etwas zu erwähnen, nachzulesen in diesem
    Tweet.

    Soso: Der VGN bekommt also nicht dauerhaft die vielen Euros, falls er nicht den Gewinn macht, den er gerne hätte. Wie sieht es denn da mit den Verträgen aus? Ein Semesterticket kann man aushandeln und den Vertrag dafür abschließen, man kann Verträge aber auch kündigen! Hat daran einer gedacht? Wenn der VGN so viele Käufer braucht, damit es sich lohnt, dann wird er definitiv ein Jahr nach Wegfall der Bezuschussung direkt wieder kündigen, weil es sich nicht mehr rentiert. Und dann haben wir wieder kein Ticket. Was für ein Fortschritt.

    Ebenfalls auf Twitter (die Quelle scheint leider gelöscht zu sein) habe ich dann noch gelesen, dass sich das Ticket auch für Leute, die innerhalb der Stadt wohnen gar nicht so wirklich lohnt, bzw. die dann teurer unterwegs sein könnten (darauf bezieht sich auch der genannte Tweet. Ja wer braucht denn dieses Ticket dann überhaupt?

    Daher werde ich definitiv dagegen stimmen. Dieses Ticket ist das letzte, was ich haben möchte. Und ich habe schon einige Studenten gehört, dass sie das ähnlich sehen. Das, was die Zeitungen so vermelden (sinngem. „Wann kommt endlich dieses Ticket? ALLE Studenten brauchen es und überhaupt ist es lächerlich, dass es außer in Nbg sonst nur noch 2 oder 3 Unis gibt, die das auch nicht haben“) ist ja schön und gut, aber falsch. So wie ich das mitbekommen habe, kann nur eine Minderheit (bzw. definitiv nicht die Mehrheit) der Studenten überhaupt etwas mit dem Ticket anfangen. Hoffentlich wird es also direkt klipp und klar abgelehnt. Das spart mir einen Haufen Geld, den ich dann doch deutlich besser verwenden kann.

  2. Man darf nicht glauben, dass bei einer Ablehung ein besseres Ticket kommt! Das Ticket oder kein Ticket, also anstatt sich mit anderen Bundesländern usw. zu vergleichen (was sowieso Schwachsinn ist, da sich die rechtliche Lage unterscheider), solltet ihr lieber überlegen, ob das Ticket besser ist als das bisherige, insbesondere Kay Paulus.

  3. @Kay Paulus: Ohm-Hochschule (12.500 Studierende), Evangelische Hochschule (1.500) und die Hochschule Ansbach (2.500) sind auch im VGN-Gebiet. Soweit ich weiß dürfen die auch abstimmen.

    Trotzdem sind 53.000 völlig utopisch.

    Wo ich mir nicht sicher bin – dürfen auch Bamberg und Bayreuth abstimmen?

  4. Von mir ein klares JA für das Semesterticket.
    Ich würde pro Semester knapp 500 Euro sparen.

    Meiner Meinung nach müsste es allerdings 3 Sockel geben:
    1. Basissockel 19-6 Uhr (65€, verpflichtend für alle)
    2. Er/Fü/Nbg rund um die Uhr (~160€)
    3. Gesamtraum rund um die Uhr (260€)

    Das sich die VGN da querstellt ist natürlich klar. Auch bin mir zu 100% sicher, dass nie im Leben 53.000 Studierende das Zusatzticket kaufen werden. D.h. die Kommunen können sich schon mal auf die Zahlungen vorbereiten.

  5. Und die 53 000 Studierenden sind wohl hoffentlich ein Tippfehler, so viele Studenten hat die FAU laut eigener Homepage gar nicht.

  6. Für den Sockelbeitrag kann man nicht mal während der Vorlesungszeit zwischen den verschiedenen Hochschulstandorten reisen, was aber für viele Studiengänge notwendig ist. Das Angebot ist so eine Frechheit, es bleibt nur zu hoffen, dass es so nicht durchkommt. Und, lieber Herr Maly, für sicher wesentlich weniger als zwei Butterbrezen pro Tag könnten die beteiligten Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen dafür sorgen, dass ein wirklich attraktives Angebot entsteht. Das Pendeln zwischen den einzelnen Hochschulstandorten muss das Minimum sein, das mit dem Sockelbeitrag abgedeckt sein muss. Hochschulstandort zu sein ist eben nicht nur ein schöner Name, sondern verpflichtet auch, etwas für die Studenten zu tun.

  7. Dieses Angebot ist eine Farce… Alle Studenten sollen für ein Ticket bezahlen, welches für das Studium keinen wirklichen Nutzen hat. Will man einen Nutzen, so greift man ziemlich tief in die Tasche. Die VGN macht, so sehe ich es, ein Angebot, damit eines gemacht wird und hofft wohl darauf, dass es so nicht zustande kommt. Aber dann kann man der VGN zumindest nicht mehr vorwerfen, es hätte kein Interesse und würde eine Kooperation zum Kompromiss nicht wollen. Da fragt man sich wirklich wie andere Städte es schaffen, attraktive Studenten- und Semestertickets anbieten zu können.

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