Moderner Universitäts-Manager gefragt

HorneggerFrüher waren Uni-Präsidenten vor allem Repräsentanten, dann Verwalter und heute sind sie Manager. Wie gut, dass Joachim Hornegger Erfahrung in der Industrie gesammelt hat. Nach seinem Informatikstudium in Erlangen, der Promotion 1996 und einem Forschungsaufenthalt am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeitete Hornegger fünf Jahre als Entwicklungsingenieur in der Medizinsparte von Siemens.

Wie Firmen stehen Hochschulen heute im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe. Sie werben um Studenten, Wissenschaftler, Forschungsgelder. Hornegger hat sich trotz verlockender Angebote aus Deutschland und den Vereinigten Staaten erneut für die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) – und damit für seine Wurzeln – entschieden. Der 47-Jährige stammt aus der Fränkischen Schweiz, ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren. Für die möchte er auch weiterhin genügend Zeit haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ihm wichtig. „Die Hochschule wirbt damit, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein“, sagt er. „Das darf auch für den Präsidenten gelten.“ Er kann Vorbild sein.

Ein Manager ist ebenso gefragt, wenn es um den Dialog der Fakultäten geht. Zuletzt fühlten sich oft die Geisteswissenschaftler benachteiligt, weil Gelder in technische Studiengänge flossen. Hornegger ist in der Zusammenarbeit geübt. Mit seinem neuen Studiengang Medizintechnik verbindet er bereits zwei der fünf Fakultäten. Auch als Präsident möchte er weiterhin eine Vorlesung halten – „um den Bezug zu den Studenten nicht zu verlieren“. Moderne Manager können gleichzeitig Präsidenten, Familienväter, Lehrer – und gute Zuhörer sein.

cm