Startschuss fürs Semesterticket – Abstimmung läuft

Start Abstimmung SemesterticketNach einer Stunde hatten schon 4500 abgestimmt: Zehn Tage lang haben die Studenten in Nürnberg und Erlangen Zeit, sich für oder gegen ein Semesterticket im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) auszusprechen. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik sprach von einem „historischen Moment“.

Er ist genauso alt wie die Diskussion um das Semesterticket: Heute feiert Sven Schwarm (im Bild rechts) seinen 22. Geburtstag. „Ich wünsche mir, dass das Ticket endlich kommt“, sagt der Vorsitzende des Studierendenausschusses an der Technischen Hochschule (TH) Nürnberg. Um zwölf Uhr Mittag drückten er und Vertreter aller Verhandlungspartner auf einen symbolischen roten Startknopf, um die Online-Abstimmung freizuschalten. „Zeit wird‘s“ lautet das Motto der Aktiven. Noch bis Mittwoch, 21. Januar, können Studenten der TH und der Universität Erlangen-Nürnberg über das Angebot des VGN abstimmen. Am Donnerstag, 22. Januar wird das Ergebnis bekannt gegeben.

Das Sockelmodell sieht vor, dass künftig alle Studenten 65 Euro pro Semester bezahlen, um ein Freizeitticket zu erwerben, das ein halbes Jahr lang unter der Woche von 19 bis 6 Uhr gilt und am Wochenende durchgehend. „Wer einmal im Monat zum Feiern nach Nürnberg, Klettern in der fränkischen Schweiz, nach Bamberg aufs Annafest oder auf die Sandkerwa in Forchheim fährt, hat die elf Euro im Monat schon wieder drin“, sagt Erlangens OB Florian Janik zum Start der Abstimmung. Wer möchte, kann für weitere 193 Euro ein Zusatzticket erwerben, um rund um die Uhr zu fahren. „Für 1,40 Euro am Tag sind Sie damit im gesamten Verkehrsraum ganztags mobil“, sagt Janik. Der Hochschulstandort Erlangen, Nürnberg, Fürth ist der einzige in Bayern, der noch kein Semesterticket anbietet. Der OB findet das „beschämend“.

Ein Drittel der Studenten muss mitmachen

Ein Drittel der rund 53 000 Studenten muss abstimmen, damit die Wahl gültig ist. Wenn sich die Mehrheit für das Ticket entscheidet, führt der VGN es zum kommenden Wintersemester im Oktober ein. Das Geld würden die Studenten dann mit ihrem Semesterbeitrag an das Studentenwerk überweisen. Die Abstimmung findet online statt, damit sich möglichst viele beteiligen. Das Rechenzentrum der Universität verwaltet die Seite, jeder Student kann durch eine Kennnummer nur eine Stimme anonym abgeben – in der ersten Stunde nutzten das bereits 4500 Leute. „Danke an den Verkehrsverbund, dass er sich doch bewegt hat“, sagt Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske. „Danke an das Studentische Aktionsbündnis, dass sie nicht locker gelassen haben.“

Das werden sie auch in den nächsten zehn Tagen nicht tun: „Wir haben Infostände an allen Hochschulstandorten, um jeden zu beraten, der noch unsicher ist“, sagt Schwarm. „Wer abstimmt, sollte verstanden haben, worum es geht.“ Stimmen die Studenten dagegen, ist das Ticket für weitere Jahrzehnte vom Tisch.

Christina Merkel