Freie Fahrt für das Semesterticket

SemesterticketjaEndlich. Seit mehr als 20 Jahren fordern die Studenten an den Hochschulen in Nürnberg und Erlangen ein Semesterticket. Die Region ist die einzige in Bayern, die noch keines hat. Ab Oktober wird sich das endlich ändern. Bei einer Abstimmung sprach sich die Mehrheit für ein Angebot des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) aus.

Nach zähem Ringen ist es ein guter Kompromiss. Die zahlreichen Studenten, die aus dem Umland mit Bus und Bahn in die Städte pendeln, sparen künftig bis zu 150 Euro pro Monat. Auch die, die Vorlesungen an mehreren Standorten der Uni in verschiedenen Städten haben, profitieren. Nur, wer in der Nähe der Uni wohnt und vor allem Füße und Fahrrad nutzt, muss künftig elf Euro mehr bezahlen. Beim Solidarprinzip geben alle etwas, damit es insgesamt günstiger wird. Das Ticket ist ein Signal an die ganze Region. Wohnraum in den Städten ist knapp und teuer. Gleichzeitig klagt der ländliche Raum über den Wegzug der Jungen. Der neue Fahrschein wirkt dem entgegen.

Kultureinrichtungen und Gastronomen werden von der erweiterten Mobilität der Studenten profitieren. Wer sowieso ein Ticket hat, fährt eher ins Museum nach Nürnberg, zum Konzert nach Bamberg und zum Wandern in die Fränkische Schweiz oder ins Fränkische Seenland. Alle, die das Ticket ohnehin bezahlen müssen, lassen häufiger ihr Auto stehen und nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Das entspannt sowohl die katastrophale Parkplatzsituation rund um die Uni in Erlangen und die Hochschulen in Nürnberg als auch den Stau auf den Straßen zwischen den Städten.

Christina Merkel