Ohne Tuberkulose nach Kalifornien

vorbereitungDrei Tage nach meinem Besuch im Konsulat ist das Visum für mein Auslandssemester in Kalifornien in meinem Briefkasten. Als Technikjournalismus/-PR Studentin gehe ich aus Nürnberg für fünf Monate in die USA. Da ich meinen Auslandsaufenthalt als Freemover mache, habe ich ein F-1-Visum. Austauschstudenten, die an eine Partneruniversität gehen, haben im Regelfall das J-1-Visum. Mein Visum kostet etwas mehr, ist dafür aber in meinen Augen auch besser. Ich darf beispielsweise, statt 30 Tage, 60 Tage nach Semesterende in den USA bleiben und kann auf dem Campus arbeiten.

Das Gespräch für das Visum fand in München im Konsulat statt. Unfreundliche Sicherheitskräfte begrüßten mich, aber dann folgte ein sehr nettes Zehn-Sekunden-Gespräch, bis ich die Bestätigung hatte. Im Endeffekt kein großer Stress, dafür aber teuer. Danach galt es, „nur“ noch den Klausurenwahnsinn in Nürnberg zu überstehen. 19 Prüfungen hatte ich mir in dieses Semester gelegt, um während des Auslandssemesters nicht zu viel zu verpassen. Und tatsächlich habe ich schließlich auch alle erfolgreich abgelegt. Ein weiterer Glücksmoment: Ich habe ein Stipendium vom bayerischen Staat für meine Zeit in Kalifornien bekommen!

Meiner Wohnung und Mitbewohnerin sage ich etwas beklommen „adé“ und fahre nach Hamburg zu meinen Eltern für die finalen Vorbereitungen wie Arztbesuche und Besorgungen. Die amerikanische Universität will Nachweise sehen, dass ich keine Tuberkulose habe und gegen alles Mögliche und Unmögliche geimpft bin.

Dann geht es schließlich ans Packen. Das ist eine Kunst für sich und jeder Mensch geht es anders an. Mein Koffer ist riesig, deswegen ist es schwer, die von der Airline erlaubten 23 Kilogramm nicht zu überschreiten. Platzsparend meine Klamotten rollen oder unzusammengelegt in den Koffer packen, brauche ich also nicht. In meinem Einzugsschreiben  weist die Uni explizit darauf hin, dass keinerlei Küchenutensilien, Staubsauger, Bettzeug oder ähnliches im Studentenwohnheim auf dem Campus vorhanden sind. Einen Fernseher soll man doch bitte selbst mitbringen. Fernsehen habe ich noch nie geschaut und auf die Idee, etwas Derartiges in einem Flugzeug zu transportieren, kommt sicher niemand. Außerdem bezweifle ich, dass die vorherigen Mieter ihre ganzen Sachen wieder mit nach Hause genommen haben. Ich packe in meinen Koffer hauptsächlich Sonnencreme und Badutensilien, da diese in den USA teurer als in Deutschland sind.

Meine künftigen Mitbewohner habe ich schon über Facebook gefunden und Kontakt aufgenommen. Wir sind alle überzeugt davon, dass die Wohnung mit dem gröbsten ausgestattet ist. Bald geht es los!

Johanna Kroll