Social Life und Social Media in Kalifornien

johannafresnoMittlerweile fühlt sich mein Leben in Kalifornien wie Alltag an. Die Uni erfordert hier, wie erwartet, viel mehr Zeitaufwand als zu Hause. Eine Menge Fleißarbeit und das stressige Gefühl, das Uni-Online-Portal beständig nach neuen Aufgaben durchforsten zu müssen, sind meine stetigen Begleiter. Aber ich habe nun so langsam das Gefühl, das System zu überblicken und alles auf dem Schirm zu haben.

Für meinen Public-Relations-Kurs muss ich mindestens 17 Stunden Öffentlichkeitsarbeit in einer Organisation oder PR-Agentur leisten. Ich habe mich bei der Universität selbst beworben, beim University Communications Office, und eine Zusage bekommen. Den Instagram-Account der Fresno State kenne ich schon, ich bin aber gespannt, was die Universität noch im Bereich Kommunikation leistet. An meinem ersten Arbeitstag lerne ich meine Chefin Jenny Toste kennen. Sie leitet die Social-Media-Kanäle. Facebook, Twitter, Periscope, Instagram und Snapchat – die Universität ist überall aktiv. Ich bin ab jetzt dafür zuständig, Instagram und Snapchat zu bespielen. Ich werde direkt zum nächsten Footballspiel eingeladen, bekomme einen Field-Access-Pass und dokumentiere alles mit der Video-App Periscope. Außerdem darf ich mit dem Uni-Maskottchen posieren – einer lebendigen Bulldogge. Die Arbeit bringt sehr viel Spaß!

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeits mittels neuer Medien ist in den USA sehr viel fortgeschrittener als in Deutschland. Auch, was ich von meinen Dozenten darüber lerne, ist sehr viel aktueller und moderner. Bei meiner Arbeit wende ich die neuen Inhalte sofort an. Meine Entscheidung, ein Auslandssemester in Kalifornien zu machen, war definitiv richtig. Ich lerne hier extrem viel. Meine anderen Kurse sind unspektakulärer, aber dennoch interessant.

bulldogge_johannaAber nicht nur mein Leben in der Uni fühlt sich erfolgreich an. Beständiger Sonnenschein und der Tennisplatz auf dem Campus direkt um die Ecke lassen mein Herz höher schlagen. Ich reise sehr viel an den Wochenenden und nutze mein gekauftes Auto komplett aus. Bis jetzt sind der Seqouia Nationalpark und Sacramento meine neu entdeckten Lieblingsplätze. Roadtrips in den USA fühlen sich aufregender an als in Deutschland. Teilweise fahren wir Entfernungen wie von Hamburg nach München, nur um etwas anzuschauen, und nehmen diese Strecken als selbstverständlich hin. Die Landschaft hier ist ungewohnt weitläufig und sehr trocken.Obwohl meine Kommilitonen hier schon immer wohnen, erkunde und kenne ich fast mehr Orte als sie in ihrem ganzen Leben bisher bereist haben. In Deutschland geht es mir ja ähnlich. Aber in einem anderen Land liebe ich es, neue Städte zu besichtigen und fremde Orte zu spüren.

Aber jetzt stehen erst mal Midterm Exams an und ich bleibe zwei Wochenenden zu Hause. Darauf freue ich mich auch. Schließlich bin ich ja hier um das Studentenleben zu leben und dazu gehört eben auch der Klausurenstress.

Johanna Kroll

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