Kurswechsel: Unterwegs zu neuen Horizonten

Planänderung. Wir fahren nicht nach Danzig. Der Wind ist einfach gegen uns und weitere Tage mit Motor gegen die Wellen anzukämpfen, halten weder Menschen noch Maschine aus. Kapitän und Organisatoren entscheiden einen Kurswechsel. Wir bleiben noch einen Tag in Schweden und fahren dann mit dem Wind zur dänischen Insel Bornholm.

Das bedeutet, dass der geplante „Open Ship Day“ in Polen ausfällt. Im Hafen hätten die Wissenschaftler ihre Forschung vorgestellt, für die Uni geworben und den Besucher die Thor Heyerdahl gezeigt. Auf den vorherigen Etappen in Riga, Helsinki und Tallinn kam das gut an. Aber in der Seefahrt klappt nicht immer alles wie geplant und selbst 30 Wissenschaftler an Bord können das Wetter nicht ändern. 

Stattdessen organisieren sie spontan einen „Closed Ship Day“. Einen Tag lang stellen sie sich gegenseitig ihre Projekte vor. In der Messe gibt es einen Vortrag über die Geheimnisse des Sands beim Pyramidenbau. Auf dem Hauptdeck diskutieren Mediziner und Biologen über die Tricks des Immunsystems. Im Kabinengang hängt ein Poster zur verführerischen Wirkung von Kartoffelchips und auf dem Lastendeck eines über Computersimulationen in der theoretischen Chemie.

Überall auf dem Schiff verteilt stehen Doktoranden, Postdocs und Professoren aus zehn verschiedenen Ländern und tauschen sich aus. Sie haben die Reise angetreten, um gemeinsam neue Projekte zu entwickeln und durch die Arbeit auf dem Schiff zusammenzuwachsen. Die Idee funktioniert: Die Wissenschaft setzt Segel und steuert neuen Horizonten entgegen.

Christina Merkel