Geld für die Diplomarbeit

Von Julius Brockmann

Verlag_M_ller.jpgJede Menge Tränen und Schweiß stecken in Abschlussarbeiten von Studenten. Manchen fällt das Schreiben der Magister- oder Diplomarbeit leicht, andere kämpfen sich durch Nächte, sind monatelang nicht ansprechbar. Viele leben ganz für das Projekt wissenschaftliche Publikation.

Schade eigentlich, dass kaum jemand die Arbeiten der Studis liest. Neben Erst- und Zweitkorrektor wühlen sich höchstens noch Freunde und Familie durch die Magisterarbeit eines Kommilitonen. Wer sich für die Nachwelt verewigen möchte, kann seinen wissenschaftlichen Text allerdings auch einem breiteren Publikum zugängig machen. Zum einen, indem er seine Arbeit der örtlichen Universitätsbibliothek zur Verfügung stellt, zum anderen, indem er sich an einen Fachverlag wendet.

Keine Kosten für den Druck

So bietet zum Beispiel der Grin-Verlag die Möglichkeit, seine Texte dort zu veröffentlichen. Auf der Internetseite kann man in wenigen Minuten den Fleiß von Monaten hochladen und online veröffentlichen. Wer zu einem aktuellen Thema geschrieben hat, das auch für große Massen interessant sein könnte, kann darüber hinaus versuchen, Geld mit seiner Arbeit zu verdienen. Der Verlag kümmert sich um Druck und Layout. Der Autor kassiert 40 Prozent des Nettoverkaufspreises.

Ein ähnliches Angebot bieten auch diplom.de und der Verlag Dr. Müller. Die Werke werden in der Regel alle mit einer ISBN-Nummer versehen und können dann auch bei Amazon und Co. bestellt werden. Der Studi hat keine Kosten für Vermarktung und Druck. Dieser erfolgt dann auch erst auf Anfrage. Zunächst speichern die Verlage die Arbeiten nur digital.

Der Kampf ist eröffnet: Facebook klagt gegen StudiVZ

Entbl__ung_im_StudiVZ_Blog.jpgDas, was so offensichtlich ist, wird nun auch juristisch geprüft. Als das StudiVZ 2005 aufkam, munkelten viele Studenten, dass wohl Facebook eine deutsche Version unter anderem Namen verkaufen wolle. Tatsächlich waren das Design und die Funktionen der neuen Community stark an Facebook angelehnt. Ähnlichkeiten? Natürlich rein zufällig.

Die cleveren Studenten von damals um Mitbegründer Ehssan Darian verkauften das StudiVZ an die Holtzbrinck Verlagsgruppe, zu der auch „Die Zeit“ und „Der Tagesspiegel“ gehören.

Nun ärgert  sich dieser mit den Facebook-Gründern herum. Denn die Plagiats-Vorwürfe des amerikanischen Unternehmens beschäftigt mittlerweile ein kalifornisches Gericht.

StudiVZ wehrt sich gegen Vorwürfe

Dem StudiVZ-Chef Marcus Riecke gefällt das gar nicht. Er wirft nun wiederum Facebook vor, eine monopolistische Stellung auf der Welt anstreben zu wollen. Promt folgte eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart.

Fest steht derzeit wohl nur, dass beide Vorwürfe, betrachtet man sie ganz unabhängig von der Interessenslage, nicht aus der Luft gegriffen sind. Wer Ehssan Darian kennt, weiß, dass man damals sehr wohl bei Facebook, nennen wir es mal Ideenfindung betrieben hat. Wer die Pressemitteilungen rund um Facebook der vergangenen Wochen verfolgt hat, wird auch dem Holtzbrinckverlag zustimmen: Facebook gibt es mittlerweile in einer deutschen und spanischen Version. Das StudiVZ hat in Deutschland momentan mit sechs Millionen Mitgliedern im Vergleich zu knapp einer Millionen Nutzern von Facebook allerdings noch die Nase vorn.

Studenten verlassen die Stadt

FAU.JPGKaum ist das Semester vorüber, verlassen die Studenten die Stadt. Fände da nicht das Festival des Sports an diesem Wochenende in der Universitätsstadt statt, wäre gähnende Leere rund um Hugenottenplatz und die Arcaden. Cafebetreibern mit überwiegend studentischer Kundschaft ist das Phänomen bekannt. Zugezogene Studis besuchen Verwandtschaft und Freunde, machen Praktika in größeren Städten und schreiben Hausarbeiten bei ihren Eltern. Die Folge: Umsatzeinbußen in Kneipen, leere Straßen am Sonntag und wieder genug Parkplätze in der Innenstadt. Im September haben einige Lokalbesitzer deshalb unter der Woche nur bis in die Abendstunden hinein geöffnet. Andrang, der im Semester für klingelnde Kassen sorgt, bleibt aus. Die Mensa kocht nur noch für wenige Menschen, in den Gängen der Bibliotheken streunen nur besonders fleißige Kommilitonen umher.

Kaum Abwechslung in Erlangen

In einer kleinen Stadt wie Erlangen, in der gut 20 000 Studenten leben, fällt es schon auf, wenn ein Großteil dieser in Urlaub fährt. Gründe dazubleiben sind meist weniger erfreulich: Abschlussarbeit schreiben, Zoff mit den Eltern, Praktikum am Provinztheater in Fürth, der Job als studentische Hilfskraft oder chronischer Geldmangel. Dann hilft nur die Flucht nach Nürnberg. Denn auch kulturell bietet Erlangen im Spätsommer wenig. Keine Unipartys, Arena vorbei, die Fußball-EM sowieso, Schlossgartenfest abgefrühstückt und auch das Kinoprogramm ist eher dürftig. Einzig das Poetenfest sorgt da für Abwechslung. Copyshops und Daheimgebliebene hoffen auf den Oktober, wenn sich die Straßen wieder füllen und Leben zurück in die Stadt kommt.

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Stadt Nürnberg hält an Zweitwohnsitzsteuer fest

Von Julius Brockmann

Studiengebühren, Semesterticket und Studentenwerksbeitrag. Die unangenehmen Zahlungsaufforderungen für Studis belasten den Geldbeutel Monat für Monat. Ein weiteres Schreckenswort beginnt zwar nicht mit dem Buchstaben „S“, ist für alle zugezogenen Nürnberger aber mindestens genauso ärgerlich. Die Rede ist von der Zweitwohnsitzsteuer.

Die Städte sind bemüht, ihre Einwohnerzahl zu erhöhen, um im Zuge des kommunalen Finanzausgleichs Geld zu kassieren. Für die Stadt Erlangen bedeutet das Jahr für Jahr das Bangen um den Großstadtstatus, der in Deutschland bei einer Einwohnerzahl von 100 000 erreicht ist. Hier verlangt man jedoch keine Extraabgabe. Alle Neu-Erlanger ernten im Bürgerbüro trotzdem zweifelnde Blicke, wenn man seinen Heimatort, der 500 Kilometer entfernt ist, als Hauptwohnsitz nennt.

Urteil aus Rheinland-Pfalz

In Nürnberg ist der gemeine Studi geradezu genötigt, den Behördengang zu verweigern. Weiß er doch um die steuerlichen Benachteiligungen, entscheidet er sich, aus welchen Gründen auch immer, gegen die Noris als Lebensmittelpunkt. Ein Urteil könnte Studenten aufhorchen lassen und die Stadt in Bedrängnis bringen. So entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, dass ein Student, der bei den Eltern seinen Hauptwohnsitz hat, für die Wohnung am Studienort keine Zweitwohnungssteuer zahlen muss.

Die Begründung der Koblenzer Richter ist einleuchtend. So sei das Zimmer bei den Eltern, das viele Studenten auch nach ihrem Auszug behalten, nicht als Wohnsitz im vollen Ausmaß anzusehen. Denn ist das Kind erst einmal weg, können Mütter und Väter mit dem neu gewonnenen Raum viel anfangen: Näh- oder Gästezimmer, am häufigsten – und wohl auch für den Studenten am unbeliebtesten – ist die Abstellzimmervariante. Da schläft man dann zwischen alten Gartenmöbelkissen, Vaters Hippie-Krawatten und dem Spielzeug seiner Jugend. Wahrlich, dies stellt wohl kaum einen Erstwohnsitz im eigentlichen Sinne dar.

Ab in die Ferien

Sonnenschein.jpgDie Semesterferien nahen! Wer noch keine Ahnung hat, was er im August und September macht, sollte sich spätestens jetzt einen Plan zurechtlegen. Für die meisten Praktika ist es bereits zu spät, dagegen könnte ein lukrativer Studentenjob das klamme Budget aufbessern. Dazu sollte man über seinen eigenen Schatten springen und auch einmal in einem Bereich arbeiten, der für das zukünftige Berufsleben eher wenig nützlich ist.

Nicht besonders originell, aber ein sicherer Job ist und bleibt das Kellnern. Aber auch Kurierfahrer, Boten und Animateure werden im Sommer gesucht. Wenn es mit der Bafög-Erhöhung nicht klappt, kann man auch im Call-Center anfangen, oder es mal wieder bei bekanntem stellenstreichenden Elektrokonzern versuchen. Werkstudenten stehen dort nicht auf der schwarzen Liste.

Wer keinen Erfolg hat, oder sich nicht an einem Fließband in der Fabrik kaputtschuften möchte, dem bleibt immer noch Hotel Mama. Dort spart man Nebenkosten, den Gang zum Waschsalon und bekommt Kaffee und Kuchen gratis. Und oft bringt die Flucht zurück in Jugendzimmer und Schwarzwaldidylle genug Zeit, um Hausarbeiten zu schreiben und sich auf Abschlussarbeiten vorzubereiten.

Studentenstadt Erlangen

Von Julius Brockmann

Kollegien.jpgEgal, ob das Schlossgartenfest, Public Viewing zur Fußball-EM, oder einfach nur gemütliches Grillen. Für Studenten in Erlangen spielt sich fast alles in oder um den Schlossgarten herum ab. Auch viele Institute sind hier beheimatet. Besonders kleine Studiengänge, wie Medienwissenschaft oder Christliche Publizistik, ermöglichen schnell Kontakt zu Mitstudenten. Im Gegensatz dazu stehen Massenstudiengänge wie Germanistik oder Ökonomie. Hier pflegen viele Kommilitonen flüchtigen Kontakt.

Wer der räumlichen Enge entkommen will, wohnt in Nürnberg oder gar Fürth. Und so haben wenige Studenten, die in Nürnberg arbeiten und leben, enge Freundschaften zu Personen nach Erlangen, die in ihrem eigenen Mikrokosmos rund um den Schlossgarten leben. Zum Feiern geht man ins E-Werk oder in den Hirschen. Der Nachtbus mit seiner gut einstündigen Fahrt über Thon und die umliegenden Dörfer scheint wenig attraktiv für beide Seiten: Man bleibt lieber unter sich.

Kein Semesterticket

Unterstützende Faktoren sind da das Fehlen eines günstigen Semestertickets, so dass viele sich den Nahverkehrpass sparen. Hinzu kommt die strikte Trennung von vielen Studiengängen: Entweder man studiert in Erlangen oder in Nürnberg. Dies drückt sich schon im Namen aus. Schließlich ist man nicht an der Universität Mittelfranken, der Metropolregion Uni Nürnberg, oder gar der Norisuniversität. Ähnlich ergeht es da Studenten an der Uni Duisburg-Essen. Auch hier wird gependelt.Liegewiese_1.jpg

Gerade in kleineren Städten mit hohem Studentenanteil wie in Münster, Gießen, oder eben Erlangen beobachtet man das Phänomen der Rudelbildung. Diese Städte bieten die Infrastruktur und das Kulturangebot, das dem gemeinen Studi ausreicht, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Und gerade weil man sich immer wieder über den Weg läuft, entstehen mit der Zeit enge Freundschaften.

So verwundert es dann nicht, dass eine Studentin aus Berlin, die zu Gast in Erlangen ist, feststellt: „Krass, wie viele nette Leute du hier kennengelernt hast, bei uns an der Uni ist das ganz anders, irgendwie anonymer.“

Und es wird fränkisch

Franken.JPGDeutschland zeichnet sich durch vieles aus. Sprachliche Unterschiede, Täler und Berge, Nordsee und Alpen. Und jede Region ist in Deutschland besonders stolz auf sich selbst. Die Rheinländer prahlen mit ihrer offenen Art, die Franken werden nicht müde darin, Zugezogenen zu erklären, dass sie eigentlich gar nicht zu Bayern gehören.

Das Zentralinstitut für Regionalforschung in Erlangen beschäftigt sich neben den Regionen Nordamerika und der Asien-Pazifik-Region sogar speziell mit Franken.

Trotzdem löste selbst bei den eingefleischtesten Fans des Tucher-Biers und der Sandsteinoptik die Dekoration eines Hörsaals in den vergangenen Tagen Verwirrung aus. Im Hörsaal C, auch bekannt als der Hörsaal der Geographie, wurde es fränkisch. An der Bestuhlung und am Pult waren rot-weiße Girlanden angebracht. Der fränkische Rechen mit seinen drei silbernen Spitzen blitzte zigfach hervor. Da weder Fasching vor der Tür steht, noch ein besonderer fränkischer Feiertag bekannt ist, wunderten sich die Studis schon sehr.

Oscar geht an einen Studenten

„And the oscar goes to… Germany.“ Jedenfalls so halb. Denn eigentlich ist Reto Caffi aus Bern. Doch mit seinem Abschlussfilm „Auf der Strecke“ an der Kunsthochschule für Medien in Köln, hat der 36-Jährige bereits den Sprung nach Hollywood geschafft. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences verlieh ihm einen Oscar für den besten ausländischen Studentenfilm. Damit geht der Preis zum zweiten Mal hintereinander nach Deutschland.

Caffi flog dafür auf Einladung der Academy für vier Tage nach Los Angeles. Neben der goldenen Statue aus Hollywood hat der Film aber auf der ganzen Welt abgeräumt. So erhielt der Student unter anderem den Schweizer Filmpreis, war Gewinner beim Aspen Shortsfest in den USA und gewann in Brooklyn den Preis als „best narrative shortfilm“.

Einen Ausschnitt aus dem 30-minütigen Film gibt es unten. Das Interview mit Reto Caffi erscheint am 14. Juli in der Printausgabe der NZ.

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Fragebogen zu Studiengebühren ohne Antworten

Von Julius Brockmann

Für viele Studenten ärgerlich, für manche Kommilitonen längst Alltag und nicht der Rede wert. Seit dem Sommersemester 2007 müssen Studis an der Uni Erlangen-Nürnberg zwei Mal im Jahr eine Campus-Maut bezahlen.

Seither hat sich an der Uni viel getan. Nicht nur bunte Feuerschutzwände in der Philosophischen Fakultät, neues Mobiliar für Germanisten und ein Forschungsjeep, für wen auch immer. Wer wird von den zusätzlichen Millionen bezahlt, wer profitiert, welche Neuerungen haben mit den Gebühren nichts zu tun? Kaum einer kann da den Überblick behalten. Und da es beim Studenten um sein Geld geht, das da in Hilfskräfte und erweiterte Öffnungszeiten fließt, ist nicht unbedingt entscheidend, was konkret mit den Mitteln geschieht, sondern welche Verbesserungen der gemeine Student bemerkt und für gut befindet.

Geld für die Universitätsbibliothek

Aus diesem Grund startete die Juso-Hochschulgruppe eine groß angelegte Fragebogen-Aktion. Neben allgemeinen Fragen zur Person, Studiengang und Fachsemester konnte man im Internet Auskunft erteilen über sein ganz persönliches Empfinden. „Haben sich meine Lehrveranstaltungen verbessert, gibt es mehr Tutorien?“ Differenziert wurde in sieben mögliche Antworten, die von „will oder kann ich nicht beurteilen“, bis hin zu „stark verschlechtert“, beziehungsweise „stark verbessert“ reichten.

Wer sich zehn bis 20 Minuten Zeit nahm, musste auch Fragen zur Universitätsbibliothek, dem Rechenzentrum und der Studienberatung beantworten, die alle Geld aus den Studiengebühren bekommen haben.

Dumm nur, wenn keiner mitmacht. Ob es am recht ausführlichen Fragebogen lag oder an den zu geringen Zugriffszahlen auf die Seite der Hochschulgruppe? So musste Philipp Dees von den Jusos zugeben, dass die Aktion aufgrund von zu geringer Teilnahme keine verwertbaren Ergebnisse liefert.

Xing wirbt um Studis

Xing_1.jpgNetzwerke sind wichtig für alle Studenten. Kontakte, Freunde, Arbeitstreffen. Vieles wird online geregelt. Wer nicht dabei ist, verpasst womöglich die nächste Party oder kann in der Vorlesung nicht mitreden. Neben dem Platzhirschen StudiVZ, mit über vier Millionen Mitgliedern im mehr oder weniger akademischen Bereich, will nun auch das Business-Netzwerk Xing um die Studenten der deutschen Unis werben.

Ab morgen (Freitag) wird der neue Status „Absolvent/Student“ eingeführt. Dann können alle Studis bereits während ihres Studiums Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern aufnehmen.

Wenn ein Student ins Ausland geht oder einen Studienfachwechsel vornimmt, kann er sein Profil anpassen. Nach Beendigung des Studiums wird das Profil in ein reguläres Businessprofil umgewandelt.

Die Betreiber von Xing reagieren mit der Neuerung nach eigenen Aussagen auf das große Interesse der Studenten. So gebe es bereits jetzt 1300 Gruppen, die sich mit dem Thema Studium/Uni beschäftigen.