Fünf Sommer-Hotspots für Studenten in Ansbach

e-nn-gun-20160710_112440-4Wer denkt, in der Residenzstadt sei im Sommer nichts geboten, der irrt sich gewaltig. Unsere NZ-Bloggerin Eva Orttenburger hat sich umgehört und die zehn beliebtesten Orte der Studis in Ansbach ausgekundschaftet.

  1. Der Campus

… geht eigentlich immer. Egal ob Flunkyball, Bierpong oder Grill & Chill: Der Ansbacher Campus ist im Sommer der Studenten-Hotspot schlechthin. Wer Lust auf Gesellschaft hat oder nach der Vorlesung entspannen möchte, der trifft am Campus garantiert auf Gleichgesinnte – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Verhungern oder verdursten muss dank der Mensa dort auch niemand.

  1. Der Altmühlsee

… wer braucht schon Rimini, wenn es die „Fränkische Adria“ gibt? Der Altmühlsee liegt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und ist mit dem Auto von Ansbach aus in einer halben Stunde zu erreichen. Die Highlights sind ein gemütlicher Sandstrand, relativ warmes Wasser und ein Tretbootverleih (ich empfehle mit Rutsche!). Ganz großes Kino ist auch der Sonnenuntergang am Abend. Weiteres Plus: Kein Eintritt und kein nerviger Bademeister. Unbedingt mitnehmen: Mückenspray! 

  1. Die Eisdielen

Auf dem Weg vom Campus zum Schlossplatz können Eisliebhaber gleich dreimal Halt machen. Zu Beginn im Mamma Mia im Brückencenter, bevor es ins Cafe Doge auf dem Martin-Luther-Platz geht. Wer dann noch nicht genug hat, kann einen Abstecher ins Castello direkt neben der Residenz machen. Bei allen drei Cafes gibt’s auch eine gemütliche Terrasse zum Pause machen.

  1. Der Hofgarten

…ist immer wieder schön anzusehen und bietet sich auch für die Eisliebhaber von Punkt drei an (er liegt direkt am Schlossplatz). Die barocke Anlage mit der akkuraten Bepflanzung erinnert etwas an den Garten von Versailles (natürlich nur in Klein – wir sind schließlich in Ansbach.) Im hinteren Teil gibt es eine Liegewiese zum Entspannen. Der Hofgarten schließt im Sommer jedoch bereits um 21 Uhr. Wer dann noch nicht genug hat, kann auf dem Rückweg Richtung Campus abermals einkehren, nämlich in…

  1. Die Biergärten

Leider gibt es sie in Ansbach nicht in Hülle und Fülle, aber sie sind zumindest vorhanden. An der Riviera locken zahlreiche Sitzplätze unter schattigen Bäumen ins Freiraum. Dort gibt es neben einem großen Getränkeangebot vor allem Flammkuchen und Salate zu Essen. Wer es etwas deftiger mag, der wird im zwei Meter entfernten Zum Mohren glücklich. In dem fränkischen Wirtshaus gibt es neben herkömmlichen Speisen natürlich auch Schäufele und Co. Für Regentage sei noch das Chilli’s erwähnt. Dort lässt es sich mexikanisch schlemmen mit Tapas und Cocktails (Happy Hour aber leider nur von 17 bis 19 Uhr und dann wieder ab 22.30 Uhr).

Schönen Sommer!

Eva Orttenburger

Und täglich grüßt die Schranke

AutoschlangeDa sind sie wieder: Rot auf schwarz. Die sieben lästigen Buchstaben, die jeden Pendler-Studenten noch vor der Vorlesung verzweifeln lassen. Egal wie oft ich das Kärtchen an den Sensor halte, die Schranke bleibt unten. “BESETZT” steht auf der Anzeige. Der Hochschulparkplatz ist voll – wie jeden Tag. Hinter mir staut es sich bereits. Vier andere Pkw haben den Blinker gesetzt und wollen auf den Parkplatz. Andere Autofahrer ärgern sich über die Verzögerung und fangen an zu hupen.

Die schwierigste Entscheidung des Vormittags steht an: Warten, bis jemand rausfährt, oder wo anders parken? Ich entscheide mich für letzteres. Bis alle verstanden haben, dass ich nun rückwärts aus der Einfahrt raus will, vergehen zehn Minuten. In fünf Minuten beginnt die Vorlesung. Ich sollte vorher aber auch noch das Equipment vom letzten Filmdreh zurückbringen – nur deshalb bin ich mit dem Auto gefahren.

Verärgert kurve ich ins nahegelegene Wohngebiet. Dort ist aber auch alles zugeparkt. Außerdem müsste ich dann die schweren Taschen mit Kamera und Stativ ewig weit schleppen. Ich wähle also die letzte Option: Kostenpflichtiges Parken im Ansbacher „Brückencenter“ gleich neben der Hochschule. Dort bekomme ich endlich einen Platz. Genervt lade ich mein ganzes Zeug aus und hechte damit Richtung Campus.

Der Ärger mit den Parkplätzen rund um die Ansbacher Hochschule ist mittlerweile so sicher, wie das Gähnen in der Vorlesung. Viele Pendler müssen täglich auf das Parkhaus des Einkaufscenters ausweichen und dafür bezahlen, obwohl sie eigentlich mit der Campuskarte umsonst an der Hochschule parken könnten. Auf die Situation angesprochen winkt der Pressesprecher ab: Es gebe eine große Anzahl an Parkplätzen. Verglichen mit vielen anderen Städen sei das eine komfortable Situation.

“Komfortabel?”, frage ich mich, während ich am Abend mal wieder vier Euro in den Parkautomaten einwerfe. In der Woche sind das 20 Euro nur fürs Parken. Ein Glück, dass meine Tour mit dem Auto die Ausnahme war. Am nächsten Tag komme ich mit dem Fahrrad: Wieder fünf Autos, wieder BESETZT, wieder eine geschlossene Schranke, wieder Hupen. Zwei von meinen Pendler-Freundinnen kommen diesmal zu spät in die Vorlesung. “Parkplatzsuche?”, frage ich und bekomme nur ein böses Nicken zurück.

Eva Orttenburger

„In Ansbach regiert ja nur Weibsvolk“

MarkgrafDer Wilde Markgraf ist verwirrt: „In Ansbach regiert ja nur Weibsvolk.“ Die Stadt hat eine Oberbürgermeisterin und die Hochschule eine Präsidentin. Diese modernen Zeiten! Trotz Empörung bekommen beide einen Handkuss. Mann hat schließlich Manieren. Trotzdem lässt er zur Vorsicht viele Grüße an „König Horst“ in München ausrichten.

So können Jubiläumsfeiern laufen. Keine langweiligen Reden. Keine stundenlangen Ehrungen. Dafür Filme, Interviews und ein leibhaftig auferstandener Markgraf, Karl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Genannt „der Wilde“, wegen seiner vielen Frauengeschichten. Der ist zwar eigentlich schon mehr als 250 Jahre tot, aber für den 20. Geburtstag der Hochschule Ansbach extra seiner Gruft entstiegen, um zu gratulieren und sich auf dem Campus umzuschauen.

20160601_124331Dort ist einiges geboten. Denn die Studenten haben die Planung zum Hochschuljubiläum übernommen. Im vergangenen Semester gab es extra Seminare und Vorlesungen dafür. Samira Becker und Benjamin Hecht haben das Modul „Moderation“ gewählt und führen am Vormittag durch den Festakt für die Ehrengäste. Der Kurs „Eventmanagement“ hat das Nachmittagsprogramm organisiert, mit Kinderbuchkino, Hochschul-Rallye und Modellautorennbahn. Beim Kulturabend ab 17 Uhr spielen  Hochschulorchester und Big Band, es gibt Theater- und Filmvorführungen.

Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle ist einer der Gratulanten und entschuldigt sich für das schlechte Wetter, das er aus München mitgebracht hat: „Das sind Freudentränen zum Geburtstag, die da vom Himmel kommen.“ Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel erinntert ihn daran, dass durchaus auch mehr Geld für die Hochschule aus München kommen könnte.

20160601_132839Die junge Hochschule ist schnell groß geworden: „Wir hatten mehr Parkplätze als Studenten und mehr Studenten als Bücher in der Bibliothek“, erinnert sich Gründungspräsident Bernhard Krämer an das Jahr 1996. Damals waren es 85 Studenten, heute sind es 3100. Sie haben Filme gedreht, wie sie ihre Hochschule sehen. Bilder und Fotografien zeigen das „Studentenleben im Wandel der Zeit“. Mit Farbe drückt jeder seinen Handabdruck auf ein großes Plakat: „20 Jahre Hochschule Ansbach“, steht darauf, „Wir waren dabei“.

Christina Merkel

Ansbacher Spitzensportler: Die erste ist fertig

20100519_4c_gaul_bigMit der letzten Note ihres Studiums war Anna Topf besonders zufrieden – eine brillante 1,0 auf ihre Bachelor-Arbeit über Sportsponsoring-Konzepte für die Europa-Meisterschaften (EM) im Vielseitigkeitsreiten. Der Titel ihrer Arbeit lässt bereits vermuten, dass es sich bei Anna Topf um keine normale Studentin handelt. Sie ist die erste Absolventin des Studiengangs »Internationales Management für Spitzensportler« der Hochschule Ansbach. Zu ihren größten sportlichen Erfolgen als Reiterin zählen das EM-Gold 2004 im Einzel beim Vielseitigkeitsreiten, die deutsche Vizemeisterschaft 2000 und zahlreiche bayerische Meistertitel.

Die heute 26-Jährige studierte zuerst zwei Jahre lang Betriebswirtschaftslehre auf Diplom in Ansbach. 2007 ließ sich Anna Topf ihre Leistungen des Diplom-Studiums anrechnen und wechselte als Quereinsteigerin in den Spitzensportler-Studiengang. Der Studiengang, sagt Topf, ist eine »tolle Alternative« zu üblichen Studienprogrammen, wie etwa ihrem vorherigen BWL-Studium. Da musste sie sich immer wieder entscheiden: Wettkampf oder Prüfung? »Das war dann eine K.-o.-Entscheidung und meistens hat der Wettkampf den Vorrang bekommen.«

Auch im Umgang mit ihren Kommilitonen traf sie damals nicht immer auf Verständnis, denn einige Studenten konnten nicht nachvollziehen, dass Topf nicht aufgrund von Faulheit, sondern wegen Turnierteilnahmen nicht zu Vorlesungen kam. Rückblickend sagt sie: »Da musste ich mich manchmal schon länger durchfragen, um Mitschriften und andere Vorlesungsunterlagen zu bekommen.«

Doch bei den Spitzensportlern war dann alles anders. Besonders gerne erinnert sie sich an den starken Zusammenhalt: »Wir haben uns immer untereinander geholfen und das, obwohl wir außerhalb der Präsenzphasen über ganz Deutschland verteilt waren«, meint die Reiterin.

Das Studium ermöglicht den Sportlern, ihre Zeit besser einzuteilen. Am Ende aber müssen sie genauso hart arbeiten und Bücher wälzen, wie jeder andere Student auch. Durch das flexible Studium hatte die junge Reiterin die Möglichkeit, wenn sie im Winter keine Saison hatte, Praktika zu absolvieren. Sogar Auslandsaufenthalte waren möglich: Anna Topf war ein halbes Jahr in Zürich und im vergangenen Winter in Hongkong. In Sachen Praktika findet sie, haben die Spitzensportler einen Vorteil: »Die Leute wissen nämlich, dass du etwas erreicht hast, diszipliniert und ehrgeizig bist, und hoffen, dass du das dann auch im Berufsleben umsetzen kannst.«

Das Praxiswissen half bei der Abschlussarbeit

Anna Topf sieht noch einen weiteren Vorteil: »Die Attribute, die in einer Bewerbung verwendet werden, wie Selbstdisziplin oder Zielorientierung, treffen nachweisbar auf uns Spitzensportler zu.« Belegbar sind diese unter anderem durch die sportlichen Erfolge. Professor Wolf Knüpffer, der Topfs Bachelor-Arbeit betreute, meint darüber hinaus: »Frau Topf gelang es, ihr Wissen und ihre Kontakte aus ihrer sportlichen Karriere in ihrer Abschlussarbeit sinnvoll zu verwerten.«

Auch bei ihrem jetzigen Job half Anna Topf der Reitsport. Die Athletin arbeitet bei der Fernseh-Produktionsfirma Agenda Media als Projektmanagerin und Assistentin der Geschäftsleitung. Ihren Chef, Ex-»Spiegel«-Chefredakteur Stefan Aust, ein passionierter Pferdezüchter, hat Topf übrigens auf einem Turnier kennengelernt.

Im Moment hat für Anna Topf die Arbeit Priorität. Sie sagt: »Im Reitsport habe ich keinen Druck, da kann man auch noch mit 30 oder 40 Erfolg haben.« Sie möchte zuerst einmal arbeiten, um sich den teuren Sport später auch leisten zu können, denn ein Pferd kann im Monat bis zu 1000 Euro kosten – von der Anschaffung ganz abgesehen.

Im Herbst will sie für ihr Masterstudium ins Ausland gehen. Dort dauern die Master-Programme nur ein Jahr – halb so lange wie in Deutschland. Die Sportlerin ist überzeugt, dass ein Auslandstudium einen ganz besonderen Mehrwert hat: »Auslandsaufenthalte sind wichtig für den Lebenslauf, genau wie weitere Sprachen, die man dort lernen kann. Natürlich geht es auch um den Spaßfaktor. Wenn nicht jetzt, wann dann?« In welche Richtung ihr Master-Studium gehen soll, da ist sie sich auch schon sicher: Markenmanagement. Das sei wiederum eine ideale Verbindung zum Sport.

Der Abschluss des Spitzensportler-Studiums ist nicht nur für Anna Topf ein großer Schritt. Auch ihr Professor ist stolz: »Dass Frau Topf im Ergebnis so gute Leistungen erzielt hat und jetzt ihr Studium als erste Spitzensportlerin erfolgreich abschließt, motiviert meine Kollegen und mich in unserer Arbeit«, sagt Wolf Knüpffer zufrieden.

Sarah Schultes

Erschien in Ansbach, Studiengänge | Kommentare deaktiviert für Ansbacher Spitzensportler: Die erste ist fertig