„Alex“ – ein Wohnheim mit Herz macht zu

Billiger Alkohol, versiffte Sofas…“, so werde ich in einem Online-Portal beschrieben. „Wie man hier ernsthaft wohnen kann, bleibt mir ein Rätsel.“

Gestatten, mein Name ist Alex, genauer gesagt Alexandrinum. Ich wurde 1952 erbaut und bin somit das älteste Wohnheim in Erlangen. Deswegen ist meine Aufteilung auch noch sehr klassisch, Jungs und Mädels wohnen strikt voneinander getrennt – Westbau für die Herren und Ostbau für die Damen. Na gut, ganz so streng ist die Trennung dann doch nicht, da ständig ein reger Austausch über den „Walk of Shame“, die Verbindungsbrücke der beiden Flügel, herrscht. weiter lesen

Der Druck kommt von allen Seiten

ARCHIV - Ein junger Mann sitzt am 29.01.2014 in einer Bibliothek der Universität Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger/dpa (zu dpa "Umfrage: Gut die Hälfte der Studenten fühlt sich massiv unter Stress" vom 11.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Immer mehr Studenten leiden unter psychischen Problemen. Daran ist aber nicht allein die Bologna-Reform schuld. Der Druck kommt von allen Seiten.

Das Bachelor-Master-System hat die Studienbedingungen verschärft: Anwesenheitspflicht, mehr Leistungsnachweise, weniger Wiederholungsmöglichkeiten. Das trägt dazu bei, dass sich junge Menschen immer seltener in der Lage fühlen, das Studium ohne Hilfe zu bewältigen. Trotzdem ist die Lage an den Hochschulen nur ein Symptom einer gefährlichen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, die alle Lebensbereiche erfasst hat, von der Krabbelgruppe bis zur Promotion. weiter lesen

Und täglich grüßt die Schranke

AutoschlangeDa sind sie wieder: Rot auf schwarz. Die sieben lästigen Buchstaben, die jeden Pendler-Studenten noch vor der Vorlesung verzweifeln lassen. Egal wie oft ich das Kärtchen an den Sensor halte, die Schranke bleibt unten. “BESETZT” steht auf der Anzeige. Der Hochschulparkplatz ist voll – wie jeden Tag. Hinter mir staut es sich bereits. Vier andere Pkw haben den Blinker gesetzt und wollen auf den Parkplatz. Andere Autofahrer ärgern sich über die Verzögerung und fangen an zu hupen.

Die schwierigste Entscheidung des Vormittags steht an: Warten, bis jemand rausfährt, oder wo anders parken? Ich entscheide mich für letzteres. Bis alle verstanden haben, dass ich nun rückwärts aus der Einfahrt raus will, vergehen zehn Minuten. In fünf Minuten beginnt die Vorlesung. Ich sollte vorher aber auch noch das Equipment vom letzten Filmdreh zurückbringen – nur deshalb bin ich mit dem Auto gefahren.

Verärgert kurve ich ins nahegelegene Wohngebiet. Dort ist aber auch alles zugeparkt. Außerdem müsste ich dann die schweren Taschen mit Kamera und Stativ ewig weit schleppen. Ich wähle also die letzte Option: Kostenpflichtiges Parken im Ansbacher „Brückencenter“ gleich neben der Hochschule. Dort bekomme ich endlich einen Platz. Genervt lade ich mein ganzes Zeug aus und hechte damit Richtung Campus.

Der Ärger mit den Parkplätzen rund um die Ansbacher Hochschule ist mittlerweile so sicher, wie das Gähnen in der Vorlesung. Viele Pendler müssen täglich auf das Parkhaus des Einkaufscenters ausweichen und dafür bezahlen, obwohl sie eigentlich mit der Campuskarte umsonst an der Hochschule parken könnten. Auf die Situation angesprochen winkt der Pressesprecher ab: Es gebe eine große Anzahl an Parkplätzen. Verglichen mit vielen anderen Städen sei das eine komfortable Situation.

“Komfortabel?”, frage ich mich, während ich am Abend mal wieder vier Euro in den Parkautomaten einwerfe. In der Woche sind das 20 Euro nur fürs Parken. Ein Glück, dass meine Tour mit dem Auto die Ausnahme war. Am nächsten Tag komme ich mit dem Fahrrad: Wieder fünf Autos, wieder BESETZT, wieder eine geschlossene Schranke, wieder Hupen. Zwei von meinen Pendler-Freundinnen kommen diesmal zu spät in die Vorlesung. “Parkplatzsuche?”, frage ich und bekomme nur ein böses Nicken zurück.

Eva Orttenburger

Chemikum ist doch Flop statt Top

Chemikum_SPONBei Spiegel Online ist es noch top. In Erlangen längst ein Flop. Das Chemikum der Uni erhitzte heute die Gemüter. „Unfassbar, dass dieses Gebäude seit Jahren fertig sein soll und jetzt auf unbestimmte Zeit leer steht. Und dann wird das auch noch als Top-Bauprojekt ausgezeichnet“, schrieb ein Nutzer. „Wäre heute der 1. April würde ich sagen: toller Beitrag, lange nicht so gelacht. Platz eins der ,Top Ten der Großprojekte‘ aus der Hertie-Studie – mir fehlen die Worte“, ein anderer.

Die Hertie School of Governance musste heute auf Anfrage der Nürnberger Zeitung auch zurückrudern. „Man hätte nicht jedes der 170 in Deutschland untersuchten Projekte persönlich besichtigen können“, teilte die private Hochschule in einer Mail an die NZ mit. Die verwendeten Informationen stammten aus den zuständigen Ministerien, Rechnungshöfen und Parlamentsberichten. Erlangen ist in der Hauptstadt halt doch ziemlich fern.

 

BestandWorst_CostPerforming„Dass im Jahr 2013 eine Bauverzögerung und Mehrkosten von 11 Millionen Euro gemeldet wurden, ist den Autoren der Studie schlichtweg entgangen. Das Projekt hätte als nicht abgeschlossen kategorisiert werden dürfen“, gesteht die Hochschule ein und entschuldigt sich. Man werde den Fehler korrigieren und sei dankbar für alle Hinweise und Informationen, die zu einer Verbesserung der Datengrundlage führen.Wir sind es auch.

Das Chemikum soll nun übrigens zum kommenden Wintersemester in diesem Herbst bezugsfertig sein. Mal schauen, ob das klappt.

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