Ankommen in der Fremde – ein Auslandssemester in Ägypten

Sabrina Ahmed studiert an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen Politik und Orientalistik. Vor allem um ihre Sprachkenntnisse in Arabisch zu verbessern, verbrachte die 22-Jährige ihr Auslandssemester in Ägypten an der Cairo University und lebte sieben Monate in der Hauptstadt Kairo. Von ihren Erfahrungen schreibt sie hier.

„Ist es dort nicht gefährlich? So ganz allein und dann noch als Mädchen?“ „Hast du denn keine Angst dorthin zu fahren?“ weiter lesen

Nachtrag: Das Zimmer schwankt noch immer

Ich wache auf und mein Bett schwankt. Kann bitte mal jemand das Zimmer anhalten? Ich stolpere ins Bad, der Boden bewegt sich. Dafür kann ich wieder duschen, so lange ich will. An Bord war das Frischwasser begrenzt. Außerdem lief das Shampoo-Wasser-Gemisch auf einer Seite der Duschkabine zusammen, wenn das Schiff schräg stand. Aber jetzt bin ich wieder an Land. Trotzdem dreht sich in meinem Kopf alles.

Landkrankheit heißt das allen Ernstes. Es ist das Gegenteil der Seekrankheit. Nachdem sich der Gleichgewichtssinn an das Geschaukel auf See gewöhnt hat, braucht er hinterher ein wenig Anpassungszeit, um zu Kapieren, dass der Untergrund wieder still steht. Tagsüber merke ich nichts. Aber morgens direkt nach dem Aufwachen, schaukelt etwa zehn Minuten lang mein Zimmer . Es gibt diese Bilder von wankenden Matrosen nach einer langen Reise, die sich an einem Laternenpfahl festhalten müssen. Bisher dachte ich immer, sie seien betrunken. Von wegen!

Christina Merkel

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Das Ende der Reise nach 652 Seemeilen

Und plötzlich sind da andere Schiffe. Viele andere Schiffe. Große Traditionssegler wie auch die Thor einer ist, mit hohen Masten und vielen Segeln. Zahlreiche kleine Boote, eine Autofähre und ein Feuerwehrschiff, das uns mit einer Wasserfontäne begrüßt. Alle Schiffe hupen und die Thor hupt zurück. Es ist ein Spektakel. weiter lesen

Olga macht an Bord alle fertig – nur einen nicht

Olga braucht viel Zuwendung. Jede Stunde muss jemand nach ihr sehen und alle drei Stunden braucht sie besondere Aufmerksamkeit. Tag und Nacht. Das geht sogar soweit, dass die Menschen ihren Magen für sie riskieren. Denn in Gegenwart von Olga wird vielen schlecht. Bei ihr im Heck ist es heiß, stickig und laut. Hier stampft das Schiff besonders stark. Das hält nicht jeder aus. weiter lesen

Donnerstags ist Seemannssonntag

Donnerstag ist Seemannssonntag. Dieser Brauch ist mehrere hundert Jahre alt. Weil es an Bord eines Schiffs kein Wochenende gibt, sondern sieben Tage durchgeschuftet wird, soll die Mannschaft wenigstens an einem zweiten Tag in der Woche etwas Besonderes zu essen bekommen. Wie sonst eben nur sonntags. weiter lesen

Kurswechsel: Unterwegs zu neuen Horizonten

Planänderung. Wir fahren nicht nach Danzig. Der Wind ist einfach gegen uns und weitere Tage mit Motor gegen die Wellen anzukämpfen, halten weder Menschen noch Maschine aus. Kapitän und Organisatoren entscheiden einen Kurswechsel. weiter lesen

Gut zu wissen, wo der Wind herkommt

Noch so eine Regel, die wir schnell lernen: Gekotzt wird immer mit dem Wind, also über die Lee-Seite des Schiffes. Wer es einmal falsch macht, weiß warum. Am zweiten Tag an Bord sind fast alle seekrank. Es stürmt und regnet, die Wellen schlagen über das Deck. Die Thor schaukelt bei jeder Welle mehrere Meter hoch und runter und rollt nach links und rechts. weiter lesen

Die Reise auf der Thor Heyerdahl in eine neue Welt

Der Daumen ist wichtiger als der kleine Finger. Das ist eine der ersten Regeln, die Seefahrer lernen. Ohne Daumen können sie nicht greifen und deshalb nicht mehr arbeiten. Ohne kleinen Finger schon. Deshalb lernen wir, die Seile so zu halten, dass der kleine Finger nach vorne zeigt. Wenn wir abrutschen oder uns der Wind das Seil aus den Händen reißt, wird nur der kleine Finger zerquetscht. Und der ist, wie gesagt, verschmerzbar. weiter lesen