Kurswechsel: Unterwegs zu neuen Horizonten

Planänderung. Wir fahren nicht nach Danzig. Der Wind ist einfach gegen uns und weitere Tage mit Motor gegen die Wellen anzukämpfen, halten weder Menschen noch Maschine aus. Kapitän und Organisatoren entscheiden einen Kurswechsel. weiter lesen

Gut zu wissen, wo der Wind herkommt

Noch so eine Regel, die wir schnell lernen: Gekotzt wird immer mit dem Wind, also über die Lee-Seite des Schiffes. Wer es einmal falsch macht, weiß warum. Am zweiten Tag an Bord sind fast alle seekrank. Es stürmt und regnet, die Wellen schlagen über das Deck. Die Thor schaukelt bei jeder Welle mehrere Meter hoch und runter und rollt nach links und rechts. weiter lesen

Der lange Weg zum großen Traum

crewfotoAm Anfang ist es eine Idee, die man vielleicht schnell wieder wegschiebt, weil sie zu unrealistisch klingt. Dann wird daraus ein Wunsch. Und schlussendlich entsteht der eine ganz große Traum. Jeder hat seinen eigenen. Ob es nun das erste Auto ist oder die Weltreise. Oft steht aber das gemeine Geldproblem zwischen einem und der Erfüllung.

Auch bei Jens, Simon und Basti, drei Studenten aus Nürnberg, fing alles mit einer Idee an. Die drei hatten sich schon in ihrer Kindheit in einem Segelclub kennengelernt und waren seitdem eng befreundet. Eineinhalb Jahre teilten sie den Wunsch, für zwölf Monate durch die Karibik zu segeln. Die Idee kam von Jens, der schon einmal ein Schiff für jemand anderen über den Atlantik gebracht hatte. Bei dieser Überführung stand er allerdings unter Zeitdruck und hatte keine Gelegenheit etwas anzuschauen. weiter lesen

Neun hilfreiche Tipps für Erstis in Erlangen

Erstsemester Empfang im E-werk Erlangen der Uni Erlangen durch Prorektorin Antje Kley Foto:Bernd Böhner 15.10.2012

Zugegeben: Erlangen klingt als Studienort erst einmal nicht wahnsinnig spannend. Zumindest im Vergleich zu anderen Unistädten. Hier gibt es kein Oktoberfest wie in München, kein Sankt Pauli wie in Hamburg und auch nicht so viele Touristen wie in Heidelberg. Das bedeutet aber nicht, dass es hier langweilig ist – im Gegenteil! Auch in Erlangen und Nürnberg können Studenten viel Spaß haben – zumindest, wenn sie sich an unsere Tipps und Tricks halten. Hier sind neun Do’s und Dont’s für neu zugezogene und einheimische Erstis. weiter lesen

So überlebt ihr als Ersti an der Technischen Hochschule

kickmeersti3Liebe Ersties,

da wir aus den höheren Semestern schon einiges an der Ohm-Hochschule, aka Technische Hochschule, durchgemacht haben, fühlen wir uns verpflichtet, euch euer künftiges Studentenleben zu erleichtern und euch mit einigen überlebenswichtigen Tipps vertraut zu machen.

Problem Nummer 1: die Rohfassung eures Stundenplans

Nur keine Angst, es gibt immer einen Streber, der den Stundenplan entwirrt und perfektioniert hat. Ihr müsst ihn nur finden. Merkmale: Seriös wirkende Person mit Aktentasche, Brille und personalisiertem Kaffeebecher.

Problem Nummer 2: die Ohm-Card

2.1 Das Foto: Na? Auch das drei Jahre alte Partybild in VirtuOhm hochgeladen, weil es hieß, man brauche ein Foto, um die Bewerbung abzuschließen? Tja, dieses gelungene und in der Eile hochgeladene Bild verfolgt euch nun eure komplette Studienzeit auf eurem Studentenausweis. Aber macht euch nix draus, so geht es jedem Zweiten und ihr müsst die Karte ja nicht unbedingt dem hübschen Kommilitonen aus der dritten Reihe zeigen.

2.2 Aufladen: Fünf Euro ist der gängige Betrag, den der Otto-Normal-Student auflädt. Blöd ist, wenn du nur große Scheine dabei hast. Na klar brauchst du das Geld irgendwann, aber wir wissen, wie gut es sich im Geldbeutel und nicht auf der Ohm-Card anfühlt. Dumm nur, dass es meist an der Kasse dann nicht reicht und man nachladen muss, obwohl sich hinter einem eine Gruppe hungriger Mitstudenten mit grimmigen Gesichtern befindet.

2.3 Validieren: Ok, validieren klingt erst mal ziemlich komisch, aber hierfür gibt es nette Automaten an der Ohm. Also, wenn ihr es ins nächste Semester geschafft habt (wir sind mal zuversichtlich) müsst ihr nur die Karte in den Automaten schieben (bitte beachtet die richtige Ausrichtung, da können schnell Fehler passieren) und schwupps, die Ohm-Card wird mit den neuen Semesterdaten bedruckt.

Problem Nummer 3: wieder von vorne

Falls ihr gedacht habt, es hat nun ein Ende mit ätzenden Hausaufgaben, Übungsblättern, Referaten und anderen Dingen, die ihr in der Schule ständig vorbereiten musstet – habt ihr euch leider geschnitten. Die Hochschule nimmt den Begriff Schule noch ziemlich ernst. Sehr ernst. Also seid brav und lest am besten stündlich eure Emails. Ihr könntet wichtige Arbeitsaufträge und Lektüre verpassen.

Problem Nummer 4: ältere Semester

Habt ihr euch schon gefragt, wer die ungepflegten Menschen sind, die immer vor der Mensa und der Bibliothek rumgammeln? Meine Damen und Herren, wir präsentieren euch eure Zukunft. Jogginghose ist einfach bequemer und Bier schmeckt besser als Wasser. Also wundert euch nicht, wenn alle so rumlaufen, das sind die alten Hasen. Stellt euch trotzdem gut mit ihnen, sie haben vielleicht noch Zusammenfassungen oder alte Prüfungen, die euch den Hintern retten könnten.

Problem Nummer 5: WLAN

Das Ohm-WLAN ist eigentlich recht gut. Man kann sein Smartphone updaten, Apps laden und sogar zocken. Jedoch nur bis zum dritten Stock. Dann kann man froh sein, wenn man überhaupt noch eine Verbindung hat. Am besten immer ins Eduroam, das Ohmnet ist ein bisschen schwach auf der Brust. Merke: Downloads bis zum zweiten Stock, Nachrichten lesen ab dem dritten.

Problem Nummer 6: Aufzug im KA-Gebäude

Anfangs mag die nette Ansagestimme im Aufzug noch ganz lustig sein. Doch hütet euch! Irgendwann wird sie euch bis in eure Träume verfolgen. Unser Tipp: Nehmt die Treppe!

Problem Nummer 7: Steckdosen

Steckdosen sind an der Ohm rar gesät. Da jeder Student ein Smartphone, einen Laptop oder ein Tablet besitzt und während der Vorlesung ständig daran herumspielt (verurteilt uns nicht, es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei euch auch so weit ist), sind die Steckdosen ständig besetzt. Unser Tipp: Fahrt zum nächsten Baumarkt und kauft eine Steckdosenleiste – damit seid ihr ein Teamplayer und habt immer Saft.

Problem Nummer 8: das Wort trivial

Zunächst einmal, „trivial“ bedeutet einfach „einfach“. Jeder Professor benutzt dieses Wort mehrmals in jeder Vorlesung. Euch wird es also zum Hals raushängen. Sie sagen: Matheaufgaben sind trivial, Validieren ist trivial, Lösungen sind trivial, Berichte sind trivial. Immerhin, mit diesen Survival-Tipps wird euer Studium nun wirklich trivial. Nochmal: TRIVIAL.

Viel Spaß dabei,
wünscht Tina Brandl

Ja Officer, ich werde ordentlich lernen!

fahrtDie Reise kann beginnen. Die wichtigsten Dokumente für mein Auslandsstudium in den USA sind mein Reisepass, das Visum und ein Dokument namens „I-20“. Das wird von der amerikanischen Uni ausgefüllt und gibt Auskunft über meinen Status, meine Person und meine Universität. Außerdem muss ich einen Nachweis dabei haben, dass ich genügend Geld für Studiengebühren und zum Leben habe. All das packe ich in mein Handgepäck, weil ich die Unterlagen bei der Einreise in die USA vorzeigen muss.

Mein Vater fährt mich nach Düsseldorf und ich steige ins Flugzeug nach Los Angeles. Ich habe einen Flug für 800 Euro gefunden. Das ist sehr günstig für August. Direktflüge nach Fresno, mein Studienort für die kommenden fünf Monate in Kalifornien, hätten 1500 Euro gekostet. Angekommen in LA, habe ich ein bisschen Respekt vor den Homeland Securities. Ich war zwar schon öfter in den USA, aber noch nie für so eine lange Zeit. Zum Glück verläuft alles ohne Probleme. Ich lege meine Dokumente vor und bekomme die nötigen Stempel. Der Officer sagt bloß, ich solle ordentlich lernen, aber trotzdem jede Menge Spaß haben. Oh ja, das werde ich!

Für die Strecke von LA nach Fresno nehme ich ein Mietauto. Das ist sehr viel günstiger als weiter zu fliegen. Es ist ein Uhr nachts als ich in Fresno ankomme und es hat draußen immer noch mehr als 30 Grad Celsius. Nachdem ich meine Schlüssel abgeholt habe, will ich nur noch in mein Bett fallen. Das Wohnheim schaut von außen sehr schön aus und innen geräumig. Ich wohne im ersten Stock in einer Vierer-Wohngemeinschaft. Jetzt heißt es aber erstmal Bettzeit. Schade nur, dass wirklich keinerlei Bettzeug vorhanden ist. Ich habe meinen Hüttenschlafsack dabei und meine zwei Pullis sind mein Kissen.

Die erste Woche in Fresno besteht aus Organisation und Geld ausgeben. Es ist tatsächlich nichts außer Möbel in der Wohnung. Wir fahren zu Second-Hand-Läden und Walmart, eine Einkaufsladenkette, in der wir Stunden zubringen. Walmart ist so riesig, dass (ich bin mir zu 100 Prozent sicher) sich auch noch die Amerikaner darin verlaufen. Plastikgeschirr, Wasserkanister und ein Auto waren die wichtigsten Anschaffungen bis jetzt. Über Craigslist, ein An- und Verkaufsportal, haben wir einen alten Jeep „Grand Cherokee“ erstanden. Autos sind hier sehr viel günstiger als in Deutschland. Da ich noch unter 25 Jahre alt bin, wäre ein Auto mieten für fünf Monate doppelt so teuer wie eines zu kaufen. Für einen Mietwagen müsste ich in meinem Alter 25 Dollar pro Tag extra zahlen. Doch auch für die Uni muss ich – neben der verpflichtenden studentischen Krankenversicherung – noch viel Geld ausgeben. Für meine Kurse benötige ich Bücher im Gesamtwert von 300 Dollar. Die anderen internationalen Studenten aus dem Wohnheim belegen alle Business Kurse. Für sie kostet teilweise ein einzelnes Buch schon 300 Dollar. Ich komme also noch einigermaßen sparsam weg.

Es war gut rechtzeitig anzureisen. So habe ich eine Woche, um alle Anschaffungen zu tätigen und mich etwas einzuleben. Morgen beginnen die Einführungsveranstaltungen. Ich werde berichten, ob sie so aufregend und übertrieben werden, wie man sich das für eine Uni in Amerika vorstellt.

Johanna Kroll

Ohne Tuberkulose nach Kalifornien

vorbereitungDrei Tage nach meinem Besuch im Konsulat ist das Visum für mein Auslandssemester in Kalifornien in meinem Briefkasten. Als Technikjournalismus/-PR Studentin gehe ich aus Nürnberg für fünf Monate in die USA. Da ich meinen Auslandsaufenthalt als Freemover mache, habe ich ein F-1-Visum. Austauschstudenten, die an eine Partneruniversität gehen, haben im Regelfall das J-1-Visum. Mein Visum kostet etwas mehr, ist dafür aber in meinen Augen auch besser. Ich darf beispielsweise, statt 30 Tage, 60 Tage nach Semesterende in den USA bleiben und kann auf dem Campus arbeiten.

Das Gespräch für das Visum fand in München im Konsulat statt. Unfreundliche Sicherheitskräfte begrüßten mich, aber dann folgte ein sehr nettes Zehn-Sekunden-Gespräch, bis ich die Bestätigung hatte. Im Endeffekt kein großer Stress, dafür aber teuer. Danach galt es, „nur“ noch den Klausurenwahnsinn in Nürnberg zu überstehen. 19 Prüfungen hatte ich mir in dieses Semester gelegt, um während des Auslandssemesters nicht zu viel zu verpassen. Und tatsächlich habe ich schließlich auch alle erfolgreich abgelegt. Ein weiterer Glücksmoment: Ich habe ein Stipendium vom bayerischen Staat für meine Zeit in Kalifornien bekommen!

Meiner Wohnung und Mitbewohnerin sage ich etwas beklommen „adé“ und fahre nach Hamburg zu meinen Eltern für die finalen Vorbereitungen wie Arztbesuche und Besorgungen. Die amerikanische Universität will Nachweise sehen, dass ich keine Tuberkulose habe und gegen alles Mögliche und Unmögliche geimpft bin.

Dann geht es schließlich ans Packen. Das ist eine Kunst für sich und jeder Mensch geht es anders an. Mein Koffer ist riesig, deswegen ist es schwer, die von der Airline erlaubten 23 Kilogramm nicht zu überschreiten. Platzsparend meine Klamotten rollen oder unzusammengelegt in den Koffer packen, brauche ich also nicht. In meinem Einzugsschreiben  weist die Uni explizit darauf hin, dass keinerlei Küchenutensilien, Staubsauger, Bettzeug oder ähnliches im Studentenwohnheim auf dem Campus vorhanden sind. Einen Fernseher soll man doch bitte selbst mitbringen. Fernsehen habe ich noch nie geschaut und auf die Idee, etwas Derartiges in einem Flugzeug zu transportieren, kommt sicher niemand. Außerdem bezweifle ich, dass die vorherigen Mieter ihre ganzen Sachen wieder mit nach Hause genommen haben. Ich packe in meinen Koffer hauptsächlich Sonnencreme und Badutensilien, da diese in den USA teurer als in Deutschland sind.

Meine künftigen Mitbewohner habe ich schon über Facebook gefunden und Kontakt aufgenommen. Wir sind alle überzeugt davon, dass die Wohnung mit dem gröbsten ausgestattet ist. Bald geht es los!

Johanna Kroll

Geht zur Hochschulwahl!

WahlDass Bundestags- und Landtagswahlen wichtig sind, sollte man echt keinem Studenten mehr erklären müssen. Bei Kommunalwahlen sieht es da schon anders aus. „Gääähn“ lautet oft die Reaktion auf Fragen nach dem Interesse an der Politik in Städten und Dörfern. Ganz ähnlich sieht es bei den Hochschulwahlen aus : Obwohl die Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und Nürnberg mit ihren mehr als 40.000 Studierenden und noch mal rund 6.300 Beschäftigten die Ausmaße so mancher Kleinstadt übersteigt, sind die Hochschulwahlen den meisten Uni-Angehörigen ziemlich egal.

Gerade bei den Studenten war die Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren, katastrophal: Nur 10,27 Prozent der Wahlberechtigten gingen im Jahr 2015 an die Urnen. Am besten schnitten da noch die Medizinerinnen und Mediziner ab, die ein stattliches Ergebnis von mehr als 20 Prozent erzielten. Ein peinliches Bild gab jedoch – gerade für mich als Politikwissenschaftlerin – die Philosophische Fakultät ab. Nicht einmal fünf Prozent der dort Studierenden gaben ihre Stimme ab.

HorneggerDoch bevor ich jetzt anfange zu lamentieren, starte ich lieber einen Aufruf: Geht wählen! Alle! Denn gerade in den universitären Gremien habt ihr dadurch die Chance, eure Meinung kundzutun und eure Interessen zu vertreten. Sei es beim Thema Semesterticket oder zur Anwesenheitspflicht in Seminaren – gerade bei solchen vermeintlich „kleinen“ Wahlen sind eure Chancen am größten, etwas zu verändern, was euch direkt betrifft.

Mehr Informationen zur Hochschulwahl am 15. und 16. Juni findet ihr auf der Seite der Uni und der Studierendenvertretung. Wer noch unentschieden ist, was er wählen soll, kann beim Hochschulwahlkompass die eigenen Positionen mit denen der verschiedenen Listen vergleichen.

Kerstin Kesselgruber

Von Nürnberg in die Welt als „Freemover“

IMG_2947Mein Freund studiert in Münster. Ich in Nürnberg. Unser gemeinsames Ziel ist es, zusammen für ein Semester in Kalifornien zu studieren. Wir wollen nach Fresno, denn dort hat seine Uni eine Partneruniversität. Für mich heißt das, „Freemover“ werden.

Erfahrungen sammeln, eine neue Sprache lernen und vor allem Spaß haben. Deswegen verbringen viele Studenten ein Semester im Ausland. Bei der Organisation hilft das International Office der Hochschule und finanzielle Unterstützung bieten Programme wie Erasmus oder Auslandsbafög. Aus einer Liste wählen die Studenten eine passende Partneruni aus und schreiben dafür eine Bewerbung. Das klingt eigentlich total unkompliziert. Bei meinem Freund hat das genauso geklappt.

Aber was mache ich, wenn ich an eine Uni möchte, mit der meine Hochschule nicht „verpartnert“ ist? Das geht auch – ist aber wesentlich aufwendiger. „Freemover“ heißen Studenten, die sich eigenständig eine Universität auswählen und den Bewerbungsprozess auf eigene Faust durchziehen. Das International Office unterstützt sie nicht. Trotzdem ist es machbar. Schließlich will ich mit.

Dank meines Journalismus-Studiums habe ich gelernt, dass Anrufen mehr bringt als eine E-Mail zu schreiben, und dass „Abwimmeln-lassen“ keine Option ist. Zuerst stelle ich also Kontakt zum International Office der California State University in Fresno her. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass ich mich bewerben kann, ordne ich alle meine Unterlagen, übersetze meinen Lebenslauf und scanne Pass und TOEFL-Test ein. Die Bewerbung selbst läuft Online ab. Mehrere Seiten muss ich zu meiner Person und zu meiner akademischen Laufbahn ausfüllen. 55 Euro kostet allein dieser Prozess. Da ich schon persönlich Kontakt aufgenommen habe, darf ich meine Unterlagen direkt an das International Office per E-Mail schicken. Nun heißt es warten.

Geduldig, wie ich nicht bin, vergewissere ich mich zwischenzeitlich mehrmals telefonisch, dass meine Unterlagen angekommen und komplett sind. Schließlich, nach rund fünf Wochen, bin ich angenommen! Eine automatisch-generierte Mail mit meiner Matrikelnummer und eine persönliche mit der Bitte, weitere Dokumente anzufordern, sind in meinem Postfach. Über ein Versandprogramm schickt mir die Universität für weitere 50 Euro nun drei Papiere per Post zu. Unter anderem die Unterlagen für das Visum. Mein Geburtsort ist leider falsch angegeben. Also noch einmal die gesamte Prozedur. Dieses Mal riskiere ich den Standard-Versand und muss keine Kosten tragen. Es klappt. Nach einer Woche liegt das neue und richtige Papier in Nürnberg in meinem Briefkasten.

Da Wohnheime in den USA sehr beliebt sind, bewerbe ich mich gleich nach meiner Zusage dafür. Erstaunlicherweise ist noch Platz und mein Freund und ich bekommen je ein Zimmer in derselben Vierer-WG auf dem Campus. Der Mitvertrag ist schnell unterschrieben. Sie berechnen uns allerdings einen Aufpreis,  weil wir nur für ein Semester bleiben.

Schleichend wird mir bewusst, wie teuer das Auslandssemester wird. Klar, dass die Studiengebühren in den USA immens hoch sind. Doch obendrauf kommen zahlreiche weitere Beträge. Meine internationale Krankenversicherung genügt nicht, ich muss eine Zusatzversicherung über die Uni abschließen – 500 Euro weg. Das Visum kostet 200 Euro. Die Anmeldegebühr an der Uni 120 Euro. So geht das die ganze Zeit. Trotzdem zweifle ich keine Sekunde an meinem Plan.

Die Erfahrungen, die ich sammeln werde, sind mir jeden Cent wert. Mein Englisch auffrischen, das amerikanische Unileben mit dem Sport-Hype erleben und viele Roadtrips machen. Darauf freue ich am meisten! Gerade muss ich auf das Visum waren. Dazu hier bald mehr.

Johanna Kroll