„Alex“ – ein Wohnheim mit Herz macht zu

Billiger Alkohol, versiffte Sofas…“, so werde ich in einem Online-Portal beschrieben. „Wie man hier ernsthaft wohnen kann, bleibt mir ein Rätsel.“

Gestatten, mein Name ist Alex, genauer gesagt Alexandrinum. Ich wurde 1952 erbaut und bin somit das älteste Wohnheim in Erlangen. Deswegen ist meine Aufteilung auch noch sehr klassisch, Jungs und Mädels wohnen strikt voneinander getrennt – Westbau für die Herren und Ostbau für die Damen. Na gut, ganz so streng ist die Trennung dann doch nicht, da ständig ein reger Austausch über den „Walk of Shame“, die Verbindungsbrücke der beiden Flügel, herrscht. weiter lesen

Liebe Erstis, das Studium ist zum Feiern da

Erlangen: Etliche Tausend Erstsemester fanden sich zur Begrüßung in der Ladeshalle ein, wo sie auch diverse Gimmicks und natürlich die blaue FAU-Umhängetasche abgreifen konnten. In Foyer, Kleinem und Großem Saal informierten zahlreiche Initiativen, Hochschuleinrichtungen und die Studiernden Vertretung an Ständen, die dicht umlagert waren (sofern es wenigstens Kugelschreiber oder Süßigkeiten umsonst gab). Die offizielle Begrüßung übernahm in Vertretung von Unichef Grüske Vizepräsidentin Antje Kley, für die Stadt Erlangen sprach OB Florian Jannik, die Stadt Nürnberg schickte keinen Vertreter. 16.10.2014. Foto: Harald Sippel

Liebe Erstis,

ich muss euch jetzt wirklich mal schimpfen. Viele von euch sind am Anfang ihres Studiums pflichtbewusster als so manche Zofe im Mittelalter. Ihr geht immer brav in jede Vorlesung, hört aufmerksam zu, schreibt mit und bekommt sofort Panik, wenn das Wort “Prüfung” oder “Hausarbeit” fällt. Ich war in den ersten beiden Semestern genauso. Als alter Hase im 6. Semester ärgere ich mich aber mittlerweile über meinen streberhaften Übereifer.

Natürlich haben Oma, Opa, Tante, Mama, Papa und die neugierige Nachbarin Recht: Das Studium ist wichtig für das spätere Berufsleben. Aber lasst euch von mir auch etwas sagen: Bis es soweit ist, vergeht sehr viel Zeit. Und in dieser Zeit muss ein Student Dinge tun, die eben nur ein Student tun kann. Natürlich habt ihr auch schon in eurer Schulzeit die ein oder andere Party gefeiert und das ein oder andere Schlückchen Alkohol getrunken. weiter lesen

Neun hilfreiche Tipps für Erstis in Erlangen

Erstsemester Empfang im E-werk Erlangen der Uni Erlangen durch Prorektorin Antje Kley Foto:Bernd Böhner 15.10.2012

Zugegeben: Erlangen klingt als Studienort erst einmal nicht wahnsinnig spannend. Zumindest im Vergleich zu anderen Unistädten. Hier gibt es kein Oktoberfest wie in München, kein Sankt Pauli wie in Hamburg und auch nicht so viele Touristen wie in Heidelberg. Das bedeutet aber nicht, dass es hier langweilig ist – im Gegenteil! Auch in Erlangen und Nürnberg können Studenten viel Spaß haben – zumindest, wenn sie sich an unsere Tipps und Tricks halten. Hier sind neun Do’s und Dont’s für neu zugezogene und einheimische Erstis. weiter lesen

Sexuelle Aufklärung bei der Ersti-Begrüßung

orientation-1-johannaDie Einführungsveranstaltungen an der California State University Fresno bedeuten zwei Tage Programm für mich. Ich bin gespannt und erwarte, viele Leute kennen zu lernen und Spaß zu haben. Der erste Tag ist nur für internationale Studenten und kostet für Freemover 70 Dollar. Bei Partneruniversitäten wird dieser Betrag gezahlt.

Leider ist gerade dieser erste Tag mehr als enttäuschend. Es gibt zwar Donuts, aber die Veranstaltung ist unglaublich langweilig. Insgesamt gibt es zwei Minuten Interaktion, die restliche Zeit hören wir Vorträgen oder sehen Rollenspiele, die das Gesagte verinnerlichen sollen. Dabei wird sehr viel über sexuelle Aufklärung gesprochen. Das habe ich in Deutschland noch nie gehört, dass das bei der Erstsemesterbegrüßung auf der Agenda steht. Da hier in Fresno sehr viele verschiedene Kulturen und somit auch viele verschiedene Auffassungen von Sexualität aufeinander treffen, finde ich es aber sehr gut, dass es thematisiert wird.

Wirklich Auskunft über die Universität und unsere Möglichkeiten dort bekommen wir nicht. Das einzig spannende ist das „Student Cupboard“, das uns gezeigt wird. Hier können Studenten einmal täglich kostenlos einkaufen. Von jeder Sorte darf jeder nur ein Teil mitnehmen und wenn der Korb voll ist, ist Schluss. Hier werde ich definitiv regelmäßig Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln und Tomatensoße besorgen! Ich hole noch meinen Studentenausweis ab und dann ist der erste Orientierungstag um.

Der zweite Tag findet für alle neuen Studenten an der Universität statt, also auch für Amerikaner. Es ist heiß und die Schlange in das Event Center ist lang. auf dem Weg hinein müssen durch einen circa 100 Meter langen Gang laufen und mit allen Studenten aus höheren Semestern ein High-Five abklatschen. Ich merke, dass dieser Tag definitiv amüsanter wird. Laute Musik, nur ein paar Reden, viele Tänze und Gesang werden geboten. Die Cheerleader und die Marching-Band der Uni treten auf – wie im Highschool-Film. Auch das Maskottchen der Fresno State, eine lebendige Bulldogge, wird hereingeführt. Nach der Veranstaltung bekommt jeder einen Essensgutschein für die Foodtrucks, die vor der Veranstaltungshalle stehen. Außerdem gibt es eine große Halle mit Gewinnspielen und Informationsständen.

Der zweite Teil der Begrüßungstage war also sehr viel spaßiger. Ich habe Lust auf die Uni und bin gespannt auf die erste Woche. Davon berichte ich bald mehr!

Johanna Kroll

Auch über ihre Vorbereitungen, Anreise und Ankunft hat Johanna hier schon berichtet.

Von Tauben und Tischbekanntschaften

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„Laufgelage“ heißt der eine Abend im Semester, an dem halb Erlangen unterwegs ist. Viele Studierende verlassen dafür den wohligen Kokon ihres Studiengangs, um die – teils kuriose – Bekanntschaft anderer exotischer Universitätsangehöriger zu machen.

Und so funktioniert’s: In Zweier-Teams bereiten mehrere hundert Menschen entweder eine Vorspeise, ein Hauptgericht oder einen Nachtisch vor und servieren das Essen in ihrer eigenen Wohnung. Dort schlagen dann jeweils zwei andere Teams auf. Organisiert wird das Ganze von der Hochschulgruppe des VWI, dem Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure. Obwohl das Laufgelage dieses Semester schon zum achten Mal in Erlangen stattfand, war ich das erste Mal dabei.

  • Folgendes habe ich dabei gelernt: Es ist richtig, dass die Uni in Erlangen hauptsächlich aus Medizinern, Juristen und TechFaklern besteht. Sie machen auch beim Laufgelage den Großteil der Tischnachbarn aus. Trotzdem – nach fast drei Jahren als Erlangerin hätte ich das nicht gedacht – gibt es tatsächlich Orchideen-Studiengänge, von denen ich noch nie gehört habe: Einer meiner Gäste war mit nur fünf anderen Kommilitonen im Masterfach Kryptozoologie eingeschrieben, das sich, wie er erklärte, mit unentdeckten und mystischen Tierarten beschäftigt.
  • Noch eine Erkenntnis: In Deutschland fertigen manche Mieter Lärmprotokolle an, wenn sie sich durch die Lautstärke ihrer Nachbarn belästigt fühlen. Dort kann man Zeitpunkt, Ort und Art des Vergehens eintragen, und ob man die Polizei gerufen hat oder nicht. Einer Tischbekanntschaft ist das passiert, als sie sich abends nach dem Sport noch etwas kochen wollte. Ihre Nachbarn fühlten sich scheinbar durch ihr lautes Zwiebelschneiden um 23 Uhr derart gestört, dass sie ihr das ausgefüllte Lärmprotokoll zur Kenntnisnahme und zum Gegenzeichnen in den Briefkasten warfen. Nette Art des Zusammenlebens.
  • Ebenfalls neu für mich: Das Gurren von Tauben kann eine wirkliche Lärmbelästigung sein. Ich habe einen Studenten getroffen, der jeden Morgen durch das lautstarke Geräusch der Vögel auf seinem Balkon aus dem Schlaf gerissen wird. Spätestens, nachdem er alle drei Kissen, die in seinem Bett liegen, gegen das Fenster geworfen hat, um die Viecher zu verscheuchen, muss er sowieso aufstehen. Da helfen auch die eigens montierten Taubenabwehrstacheln auf der Balkonbrüstung und der große Plastikrabe nichts.

Das sind nur ein paar der überraschenden Geschichten, die ich am Laufgelage-Abend gehört habe. Es waren noch viele mehr, und genau das fand ich so schön am gemeinsamen Essen. Mir gelang der Blick über den – Achtung Wortspiel – Tellerrand hinaus und ich habe mich mit Menschen unterhalten, die ich sonst wahrscheinlich nie getroffen hätte. Ich habe leckere Mahlzeiten verspeist und Einblicke in sehr unterschiedliche studentische Lebenswelten innerhalb der gleichen Stadt gewonnen. Fazit: Nächstes Semester bin ich auf jeden Fall wieder dabei! Weiter Infos gibt’s auf http://laufgelage.jimdo.com

Kerstin Kesselgruber

Die Uni war (k)ein Wunschkonzert

20150518_134530-1Am Samstag gingen viele Wünsche in Erfüllung. 500 Studenten durften kostenlos auf ein Festival. Das Team von T*fau, dem studentischen Fernsehsender der FAU, fing tolle Bilder ein. Die Uni-Radiosender bitexpress und Unimax stecken ihr multimediales Können in Bandinterviews, Livestream und Web-Reportagen. Die Uni Erlangen-Nürnberg bekam ein junges Image verpasst und die Datev gute Werbung. There ist no try spielten zum ersten Mal vor großem Publikum. Supershirt kriegten viele Gründe dafür als Band vielleicht doch zusammen zu bleiben. Vom Wunschkonzert hatten alle etwas.

Zum ersten Mal in ihrer 272-jährigen Geschichte veranstaltete die Friedrich-Alexander-Universität ein Musikfestival. Ein gelungener Gegenentwurf zum gediegenen Schlossgartenfest und dem Winterball. Im Nürnberger Hirsch tanzten, quatschten und tranken die Studenten bis in die Nacht. Es herrschte lockere Party-Atmosphäre, Verbundenheit mit der Universität, endlich einmal eine Uni-Sause in Nürnberg statt in Erlangen und ein Hauch Exklusivität durch die verlosten Eintrittsbändchen. Die Stoffbeutel, die die Uni an die ersten Gäste verteilte, waren nach einer halben Stunde vergriffen.

Das Geld fürs Festival hatten Studenten bei einer Online-Aktion der Datev gewonnen. Der Nürnberger Software-Dienstleister veranstaltete einen deutschlandweiten Wettbewerb, um unter möglichen künftigen Arbeitskräften bekannter zu werden. Jeden Tag mussten die Teilnehmer Fragen zum Unternehmen beantworten und damit eine virtuelle Mauer gegen Computerviren bauen. Die Hochschule mit den meisten Steinen bekam 15.000 Euro für einen Musik-Act auf der nächsten Hochschulparty – die FAU gewann.

Welche Bands beim „Wunschkonzert“ auftreten sollten, durften die Studenten durch eine Abstimmung selbst entscheiden. Mit dabei waren die Berliner Bands „I Heart Sharks“ und „Supershirt“, außerdem die beiden Nachwuchs-Acts „Alex Perez“ aus Erlangen und „There Is No Try“ aus Nürnberg.

Die einzigen Verlierer des Abends waren die Studenten, die gerne gekommen wären, aber kein Bändchen gewonnen hatten. 750 hatte die Uni verteilt – aber nur 500 Besucher kamen. Wer am Samstag lieber im Biergarten blieb, hätte seine Eintrittskarte wenigstens weiter geben können, damit noch mehr wunschlos glücklich gewesen wären.

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Die FAU-Spitze trifft sich am Berg

NZ-ErlangenErwischt! Unser Fotograf Harald Sippel entdeckte heute den alten Kanzler und die neue Kanzlerin der Uni Erlangen auf der Bergkirchweih beim Anstoßen! Sybille Reichert übernimmt nächsten Montag das Amt von Vorgänger Thomas A. H. Schöck. Der geht nach 25 Jahren an der Spitze der Univerwaltung mit Verspätung in den Ruhestand.

Die Neubesetzung zog sich wegen eines Gerichtsverfahrens über ein Jahr hin. Der Universitätsrat hatte die neue Kanzlerin schon im Februar 2013 ohne Gegenstimme als Nachfolgerin vorgeschlagen. Dagegen klagte ein unterlegener Kandidat vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob das Urteil vor Kurzem auf. Auch ein weitere Beschwerde am Bundesverfassungsgericht scheiterte.

Ob sie sich heute bei einer Maß Bier Tipps fürs neue Amt holte?
Morgen interviewe ich sie für unsere nächste Hochschulseite, dann frag ich nach!

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Feiern mit Muskelaufbau

Da war der Aufzug noch ganz

Party auch im Aufzug

Eine Hausparty ist das Tollste. Vorausgesetzt man hat ein Haus. Aber wieso sollte man sich von 16 Quadratmetern Wohnheim­zimmer davon abhalten lassen eine Party mit fast 100 Leuten zu schmeißen? Das dachten sich zumindest acht mutige Zimmer­inhaber eines Studentenwohn­heims. Sie organisierten das „Wohnheimzimmer-Hopping“ – ein Abend, acht Zimmer, acht Party-Orte zu je 16 Quadratmeter und viele Studenten. Ein Feier­konzept, das für viel Spaß sorgte.

Weniger spaßig war das Trep­pensteigen. Wenn die Gäste bei sechs Stockwerken mehrmals vom Erdgeschoss nach ganz oben laufen mussten, fühlten sie sich wie beim berühmten Treppenlauf im Empire State Building. Feiern und Oberschenkeltraining – nicht jeder kann von sich behaupten, das sonst gleichzeitig an einem Abend zu absolvieren.

15 Studenten passen nicht in einen Aufzug

Nimmt man eben den Aufzug? Gute Idee, doch auch der wurde in eine eigene „Party-Area“ umfunktioniert. Rund 15 Hop­ping- Teilnehmer und eine Holz­bank passten hinein. Mitfahren auf eigene Gefahr – Steckenblei­ben inklusive – die zulässige Trag­last war überschritten.

Die Zimmerinhaber gaben sich wirklich Mühe, auf 16 Quadratme­tern das Ambiente einer Groß­raumdisko zu bieten: Mehrere hüfthohe Bassboxen, hektische Stroboskoplichter und engster Körperkontakt. Da wurde auch auf den Stühlen getanzt. Und wenn neben einem Stuhl ein Bett stand, kam eins zum anderen. So ein Wohnheimbett steckt einen beherzten Sprung jedoch nicht so gut weg wie erwartet.

Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. Die Partygäste ver­wandelten das Wohnheim in ein Sägewerk. Die nüchterne Bilanz dieser Nacht: Ein kaputter Auf­zug, mehrere ausgelöste Feuer­löscher, abgerissene Türschilder, geklaute Fußmatten, Stühle und Schuhe, Verwüstung im ganzen Haus und Partyverbot für das gesamte Wohnheim.

Sarah Schultes

Tanzen für die Umwelt

Open_AirMit bunten Lichtern und lau­ter Musik die Nacht durch­tanzen und gleichzeitig die Umwelt schützen? Das geht. „Zuerst wollten wir in einem Hin­terhof Fackeln aufstellen und ein Grammofon spielen lassen“, erin­nert sich Student Tobias Reitz an die Anfänge seiner Öko-Disko-Idee. Jetzt erwarten die Veranstal­ter mehr als 1000 Leute in einer Konzerthalle im Stadtzentrum von Darmstadt.

Acht Studenten der Hochschule Darmstadt und der Technischen Universität organisieren die „Organic Disco“, denn sie wollen „nachhaltig feiern“. „Jeder, der mit dem Fahrrad zur Party kommt, erhält extra Service“, sagt Reitz. „Wir putzen die Räder und ziehen die Bremsen nach.“ Mit ihrer Öko-Disko beteiligen sich die Studenten an der „Lumi­nale“, auf der Künstler im gesam­ten Rhein-Main-Gebiet Kunst­werke aus Licht präsentieren.

Die Tanzfläche erzeugt Energie

„Wir leihen uns die Tanzfläche aus Rotterdam“, erzählt Reitz. Vor fast zwei Jahren hat dort der „Club Watt“ eröffnet, die erste Öko-Disko der Welt. Deren Bodenplatten geben unter den Tanzschritten nach, eingebaute Federn wandeln die Energie in Strom um; womit wiederum die Tanzfläche beleuchtet und das DJ-Pult versorgt wird. „Wir sind die ersten, die diesen Boden nach Deutschland holen“, sagt Reitz.

Ein Elektrotechnik-Student baut derzeit ein Fahrrad zur Antriebsmaschine für die Disko­kugel um. Nur wenn jemand strampelt, dreht sich der glit­zernde Ball. An der Bar wird es vegetarische Snacks aus regiona­len Produkten geben, serviert auf abbaubarem Palmblattgeschirr. Designer zeigen, wie Studenten sogar ihr Party-Outfit nachhaltig gestalten können. Um trotz anlie­fernder Lkw und autofahrender Gäste völlig klimaneutral zu sein, zahlen die Organisatoren außer­dem Geld an ein Aufforstungspro­jekt. „Die pflanzen dann so viele Bäume wie nötig sind, um unser CO2 wieder zu neutralisieren.“

Christina Merkel

Nur noch eine Stunde: Wie wird das Wetter nun beim Schlossgartenfest?

Also im Bereich Meterologie besteht nun wirklich dringender Forschungsbedarf. Den ganzen Tag über surfe ich nun schon im Netz bei wetter.de oder wetter.com, höre halbstündlich die Wettervorhersage auf Bayern3 und Antenne Bayern, schaue auf den Homepages dieser Sender nach – und weiß immer noch nicht, ob es heute Abend beim Schlossgartenfest nun regnen, gewittern, schauern oder schön wird. Und das eine Dreiviertelstunde vor dem Einlass und gut zwei Stunden vor der Rede Grüskes, die – darauf wette ich – sich zum Großteil um die Wetterkapriolen drehen wird.

Klar, Uni-Rektor Grüske muss das Fest um alles in der Welt stattfinden lassen, sonst ist der finanzielle Schaden zu groß, und die Leute würden sich tierisch ärgern, wenn es dann doch schönes Wetter geben würde. Viele waren vergangene Woche über die ihrer Ansicht nach viel zu späte Absage verärgert. Andererseits ist es eben keine Grillfeier oder das Rommel-Sommerfest, wo man sich mit Jeans und T-Shirt nicht so die Klamotten versauen kann wie beim Sommerball in Anzug und Abendkleid. Ist die Entscheidung nun vernünftig, das Fest stattfinden zu lassen, wo doch wetter.de schon seit Tagen für den Samstagabend Gewitter meldet?

Die Wettermeldungen sind kurios: Okay, wetter.de scheint nicht so oft zu aktualisieren, da steht seit Tagen (und heute auch den ganzen Tag auf der Homepage unter Erlangen), dass es ein Gewitter abends gibt. Die Seite wetter.com hat heute Mittag noch Hoffnung gemacht, nur für Nachmittag einen Schauer angekündigt, für abends aber nur „wolkig“. Auf der Seite passiert heute den ganzen Tag schon am meisten: Erst hat der Deutsche Wetterdienst in München für die Zeit von 13 bis 15 Uhr eine Unwetterwarnung mit Starkregen mit bis zu 40 Liter pro Meter ausgegeben, mit Überflutungen von Kellern und Straßen usw. Das volle Programm! So schlimm kams aber nicht: Wenn man sich vor Ort in Erlangen umgesehen hat, wars dann doch nur eher ein kleinerer Schauer statt der angekündigten Weltuntergangsstimmung.

Dann auf einmal schwenkte wetter.com um: Auf einmal sollte es abends statt „wolkig“ doch gewittern (seit zirka 15.30 Uhr bleibt diese Meldung stabil erhalten). Und es gab eine neue Unwetterwarnung: diesmal für den ganzen Landkreis Erlangen-Höchstadt, in den Erlangen eingeschlossen ist. Es sollte zwischen 17 und 21 Uhr gewittern, so zwischen 15 und 25 Liter pro Meter diesmal. Um 16:56 Uhr dann die nächste Meldung: diesmal gleich 40 Liter pro Meter „innerhalb kurzer Zeit“. Und jetzt von 16.56 bis 19.00 Uhr. Bliebe also genug Zeit, um die Tische und Bierbänke mit Handtüchern abzutrocknen und die Wege vom Wasser zu befreien.

Das hat Rektor Grüske auch auf der Homepage versprochen: „Falls es nachmittags einmal regnen sollte, werden wir alles tun, um die Wege und die Rasenflächen in einen ordentlichen Zustand zu bringen.“ Zudem hat Grüske auf der Homepage (aufgerufen um 17:43 Uhr) noch eine eigene Wetterprognose, die mit der von wetter.de und der von wetter.com nichts zu tun hat: „Nach den übereinstimmenden Prognosen wird sich das Wetter nach Durchzug einer Zone mit Schauern und Gewittern nach 17 Uhr beruhigen. Für den Abend wird dann nur noch eine recht geringe Schauerwahrscheinlichkeit vorhergesagt.“

Wie gesagt, ich bin gespannt, wie der Abend wird…