Zehn Tipps für einen kühlen Kopf in der Klausurenphase

Nuernberg, 18.08.2012 Wetter, Sommer, Spanische Sommerhitze in Nürnberg , bei Temperaturen von über 30 Grad suchen die Nuernberger Abkühlung in den Eisdielen und Freibädern. Freibad West erwartet am Samstag 7000 Besucher. Tarsa sucht die Abkuehlung. Ressort: Anzeiger Lokales Foto: Stefan Hippel ..

Was ist die schönste Jahreszeit im Jahr? Ja, richtig: der Sommer! Sonnenstrahlen, Sonnenbrillen, draußen sitzen, lauer Wind und wir kommen aus der Uni solange es noch hell ist. Die Sommermonate sorgen für mehr Lebensfreude. Gleichzeitig stellt diese Jahreszeit Studenten auf eine besonders harte Probe. Wir müssen die Klausurenphase mit vielen verführerischen Ablenkungen und einer unklimatisierten Bib überstehen. Deswegen kommen hier zehn Tipps für euch, mit denen ihr das schaffen könnt!

  1. Die Prüfungsanmeldung läuft: Im Sommersemester sollte das tatsächlich der Startschuss sein, zumindest mit der Organisation des Lernens zu beginnen. Sei es Skripte drucken, Mappen kaufen oder einen Lernplan schreiben. Wer den Sommer genießen will, fängt jetzt an!
  2. An den Sprichworten „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ oder „Je schwärzer die Nacht, desto schöner der Tag“ ist im Sommer wirklich etwas dran. Wer will schon in der Mittagshitze vor der Lektüre kleben? Lernt morgens oder tut es nachts!
  3. Schnell eine Schokolade, Bifi, Cola… Automaten machen es möglich! Schnell ist dort das „gute“ Mittagessen gekauft. Fühlt ihr euch danach motiviert? Wenn nicht, überlegt euch einfache Alternativen und steckt zehn Minuten in die Vorbereitung einer Stulle. Es lohnt sich!
  4. Wasser, Wasser, Wasser! Trinkt! Seht es wie eine Challenge, die wohl im Vergleich zum Lernstoff am leichtesten zu bewältigen ist: Mindestens 1,5 Liter trinken am Tag. Wollt ihr Variationen, dann friert Weintrauben ein und tut sie als Eiswürfel dazu. Die sind auch als erfrischender Snack optimal. Seid ihr ein Kaffeeliebhaber versucht es mal mit Eiskaffee. Den Kaffee etwas stärker als sonst kochen, ein paar Stunden in den Kühlschrank und Eiswürfel hinzu. Fertig. Nun seid ihr wach und erfrischt zugleich.
  5. Auch wenn noch so oft dafür geworben wird, an der frischen Luft zu lernen, folgt dem nur, wenn ihr euch sicher seid, dass das für euch funktioniert. Meistens ist der Schreibtisch der effektivste Lernort. Auf der Whörder Wiese ist die Verlockung, die Augen für einen Moment (oder ein paar Stunden) zu schließen, einfach zu groß…
  6. Für die ganz heißen Tage stellt euch eine große Schüssel mit kaltem Wasser unter den Tisch. Stellt dann die Füße hinein. Sind die Füße abgekühlt, fährt der ganze Körper seine Körpertemperatur herunter. Kühlpads oder Waschlappen sind ebenso geeignet.
  7. Ein Hoch auf Stoßlüften! Luft brauchen wir nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Denken. Reißt die Fenster morgens und abends auf. So lassen wir die Mittagshitze draußen und haben keinen Mief im Zimmer.
  8. Kennt ihr die Folge aus Scrubs, wo Turk seine Unterhosen im Gefrierschrank lagert? Legt eure Boxershorts in die Tiefkühltruhe und zieht sie nach einer lauwarmen Dusche an. Innerhalb kürzester Zeit seid ihr wach und erfrischt. Hat bei Turk geklappt, warum also nicht auch bei euch.
  9. Welche Frau, die kurze Hosen trägt, kennt es nicht? Wir wollen aufstehen doch unsere Beine lassen sich kaum vom Stuhl lösen. Da unsere nackte Haut in Berührung mit dem Stuhl kommt, haben wir nicht nur den allseits bekannten Abdruckstrich an der Hinterseite unserer Oberschenkel sondern es ist schlichtweg alles klebrig durch den Schweiß. Abhilfe schafft ein dünnes Tuch. Morgens, wenn es kühl ist, um den Hals wickeln, mittags draufsetzen.
  10. Zu guter Letzt der wohl wichtigste Tipp: Wir wollen ja keinen unnötigen Arbeitsaufwand. Löchert die Dozenten und die Studenten aus den Semestern über euch mit Fragen zu Klausuren. Für so manches Fach bleiben sie über mehrere Jahre schlichtweg ähnlich. So schafft ihr es, die Gewichtung eures Arbeitsaufwandes noch leichter zu strukturieren. Aber ihr solltet immer gut überlegen, wie seriös eure Quellen sind.

So nun viel Erfolg bei den Prüfungen und vergesst nicht, den Sommer trotzdem zu genießen. Lachen reduziert Kopfschmerzen und mindert den Stresslevel. Gelegentliche Eskapaden müssen also drin sein!

Johanna Kroll

Frühstudium: Streber oder Studenten aus Leidenschaft?

Erlangen: Tim Bothe ist Schüler, aber studiert gleichzeitig Geschichte an der PhilFak der FAU. 17.05.2016. Foto: Harald Sippel

Der Gedanke behagte mir nicht. Gar nicht. Ich war sogar extrem skeptisch. Ich sollte über Schüler schreiben, die schon zur Uni gehen, noch vor dem Abitur. Doch was sollte ich davon halten? Sicher, wer zuletzt schon fleißig für dreisprachige Krabbelgruppen, Turbo-Abitur und Bologna-Studium getrommelt hat, wird auch jetzt wieder begeistert Beifall klatschen. Wer die Aufgabe des Bildungssystems vor allem darin sieht, möglichst schnell eine möglichst hohe Anzahl uniformer Hochschulabsolventen zur ebenso reibungs- wie kritiklosen Verwertung in der Privatwirtschaft zu produzieren, der mag Gefallen daran finden, wenn das Studium bereits in der Schule beginnt.

Überhaupt, Frühstudenten, was sind das für Leute? Verzogene Einzelkinder leistungsgeiler Helikoptereltern, die sich schon darauf freuen beim abendlichen Golfen unter Gleichgesinnten die fantastischen Neuigkeiten vom Karrierefrühstart ihrer vermeintlich hochbegabten Sprösslinge zu verbreiten?

Nein, alles falsch. Je intensiver ich mich für meinen Artikel mit dem Projekt „Frühstudium“ und seinen Protagonisten auseinandersetzte, desto mehr bröckelten meine Vorurteile. Statt auf elitär denkende Professoren traf ich auf Projektleiter, die besonderen Wert auf soziale Kompetenzen und charakterliche Eignung ihrer Frühstudenten legen. Statt auf verbissene Karrieristen sprach ich mit ebenso klugen wie reflektierten Schülern, die das Frühstudium als Chance sehen, sich fachliche Einblicke in Themengebiete zu verschaffen, die in der Schule nicht oder nur oberflächlich behandelt werden. Astrophysik, Klimatologie, Literaturwissenschaft – die Uni ist eine große Spielwiese, die selbst für ausgefallenste Interessen die passende Veranstaltung bereit hält. Und die besonders begabten Schülern eine passende Möglichkeit eröffnet, die eigene Entwicklung zu fördern ohne, dass dadurch Nachteile für andere, weniger begabte, Schüler entstehen.

Nicht jeder passt eben in das starre Korsett, das Schule und Lehrplan bisweilen vorgeben. Individuelle Förderung kann auch darin bestehen, früher als andere in neue Bildungsabschnitte eintreten zu dürfen. Entscheidender Punkt ist in diesem Zusammenhang die Freiwilligkeit. Wahre Begeisterung entfaltet sich nicht selten erst ohne Leistungs- und Notendruck. Die Frühstudenten zeigen das.

Dominik Mayer

Orchideenfächer – nur nutzlose Zierpflanzen?

Freizeit und Touristik Messe 2009 in Nürnberg. Im Bild: Themenpark JAPAN. HIER: Orchidee Foto: Uwe Niklas 01.03.09

Orchideen sind wunderschöne Pflanzen. Allerdings brauchen sie viel Pflege und haben dafür absolut keinen Nutzen. Sie sind eben reine Luxuszierpflanzen. Diese Eigenschaften auf sogenannte Orchideenfächer zu übertragen, bedeutet: Sie bringen nichts aber machen viel Arbeit. Universitäten verstehen unter Orchideen Studienfächer, die ungewöhnlich und daher selten sind und nur von wenigen Studenten belegt werden.

Mein Studienfach, Orientalistik, gehört auch dazu. Egal, wo ich auftauche, die Leute können sich meistens nicht, vorstellen, was ich mache. Und wenn ich dann erkläre, dass ich Arabisch lerne und Vorlesungen zu den Kulturen und Religionen des Orients besuche, kommt schon der nächste unverständliche Blick: „Ja, und was machst du dann damit später mal?“

Die meisten Leute wollen in diesen Momenten wohl einfach nur Konversation betreiben oder ihnen ist wirklich nicht klar, dass diese kleinen Fächer oft eine extrem wichtige Rolle haben. Zum Beispiel waren nach dem 11. September Islamwissenschaftler und Orientalisten so gefragt wie noch nie. Und die Hand voll Europäer, die Arabisch sprechen kann, schwimmt in Zeiten der Flüchtlingsflut nur so in Jobangeboten. Da kann ich dann zu Fragen wie, „Und warum machst du nicht einfach Spanisch oder Französisch?“, auch nur noch die Augen rollen.

Das liegt doch auf der Hand, dass ich mit diesen Sprachen, die so ziemlich jeder in der Schule gelernt hat, nicht besonders weit kommen werde. Klar, im Lebenslauf machen sie sich bestimmt nicht schlecht, aber wer mit Chinesisch, Hebräisch oder Arabisch punktet, macht sich doch gleich zehn Mal interessanter.

Also, wenn ihr das nächste Mal bei einer Party jemanden trefft, der kein 08/15-Fach studiert, bei dem die Berufsrichtung automatisch vorgegeben ist, dann antwortet doch einfach: „Wow, das klingt ja echt interessant!“ Denn dieser Person stehen wahrscheinlich viele Türen offen, dadurch, dass sie etwas Ungewöhnliches macht und in ihrem Fach ein Experte ist.

Sabrina Ahmed

Game of Thrones: Nichts wissen macht mehr Spaß

Achtung Spoiler Alert! Denn die Wissenschaft ist ein Spielverderber. Sie sagt uns, dass Rauchen krank macht, Smartphones dumm und Kaffee alt. Und jetzt auch noch das: Daenerys Targaryen wird sterben! Die sexy Drachenlady aus der TV-Hitserie „Game of Thrones“! Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent überlebt sie die gerade gestartete, sechste Staffel nicht. 50 Tage lang haben 40 Informatik-Studenten der TU München vor ihrem Computern gesessen, um das herauszufinden. Na toll.

Doch damit nicht genug: Bei Tommen Baratheon, dem schüchternen Prinzen der Sieben Königreiche, liegt die Sterbewahrscheinlichkeit sogar bei 97 Prozent. Nur eine gute Nachricht gibt es: Jon Snow, der eigentlich am Ende von Staffel fünf heldenhaft ins Jenseits ging, wird wohl doch ein Hintertürchen finden – bei ihm kamen die Algorithmen nur auf elf Prozent.

Natürlich wollen alle wissen, wer wann wie als nächstes stirbt in einer Serie, die dafür bekannt ist, dass ständig ein Hauptcharakter nach dem anderen drauf geht. Zwölf Millionen Menschen sahen sich in der Nacht von Sonntag auf Montag die heißersehnte erste Folge der sechsten Staffel an. Aber wer will schon WIRKLICH vorher wissen, wie es weitergeht? Wo bleibt da noch die Spannung?

Angeblich ist der, der uns das eingebrockt hat, sogar selbst Hardcore-Fan der Serie. Doktorand Guy Yachdav hat sich die Studie ausgedacht und verwirklicht. Sie wollten mal etwas anderes berechnen als immer nur Finanzen, sagt er. Die Nachwuchsforscher gingen streng wissenschaftlich vor.  Ihr Computerprogramm durchsuchte die Online-Datenbank „Game of Thrones Wiki“ und testete 24 Eigenschaften der Figuren. Das Ergebnis: Männer sterben früher als Frauen. Bekannte eher als unbekannte Leute. Und wenn die Mutter schon tot ist, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Charakter selbst stirbt.

Die Wissenschaft nimmt einem mit solchen Informationen die ganze Unbeschwertheit und den Spaß. Lieber sitzen wir mit einer Tasse Kaffee und Zigarette in der Hand vor unserem Smartphone und schauen unwissend aber glücklich Game of Thrones.

Wer es trotzdem nicht lassen kann… Die Studenten haben alle ihre Ergebnisse ins Netz gestellt: https://got.show/statistics

Christina Merkel

Reicher Ex-Student spendet 270 Millionen an seine Uni

082713_Widener_steps_2335.jpgDie renommierte Harvard-Universität in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts hat die größte Spende ihrer Geschichte erhalten. Der Risikokapital-Anleger und ehemalige Student Gerald Chan habe 350 Millionen Dollar, umgerechnet rund 270 Millionen Euro, an die Hochschule gespendet, berichtet die Unizeitung „Harvard Crimson“.

Die großzügige Spende geht an die Fakultät für öffentliches Gesundheitswesen der Havard-Universität, an der Chan in den 70er Jahren zwei Abschlüsse in Medizin gemacht hat. Der inzwischen 63-Jährige leitet zusammen mit seinem Bruder eine Immobilien-Investment-Firma in Hongkong. Ihr Vermögen wird auf drei Milliarden Dollar geschätzt. Anlässlich der Spende wurde die Fakultät in T. H. Chan Fakultät für Gesundheitswesen umbenannt. Damit soll der verstorbene Vater des Geldgebers geehrt werden.

Die Spende ist nicht nur die höchste in der 378 Jahre langen Geschichte der Hochschule, sondern auch die dritthöchste weltweit für eine derartige Bildungseinrichtung. Laut „Harvard Crimson“ wurden in der Vergangenheit eine Milliarde Dollar an die indische Vedanta-Universität und 600 Millionen Dollar an das California Institute of Technology gespendet. Die Fakultät für Gesundheitswesen der Harvard-Universität will das Geld vor allem für die Forschung im Kampf gegen Pandemien wie Ebola sowie drängende humanitäre Probleme wie Armut verwenden.

Multimillionär Chan sagte dem „Harvard Crimson“, die Fakultät habe „eine einzigartige Stimme, die noch stärker gehört werden muss“. Chan besitzt auch Immobilien im Wert von mehr als hundert Millionen Dollar im Harvard Square, dem historischen Stadtteil von Cambridge rund um die Universität.

afp

Freibier und erste Liga – Was sich Nürnberg wünscht

Liebe, Urlaub, Freibier, erste Liga und Elefanten – danach sehnen sich die Nürnberger. Bei der Blauen Nacht konnten sie diese Sehnsüchte zum Leben erwecken – dank der Studenten des Bachelorstudiengangs Media Engineering an der Technischen Hochschule Nürnberg. Als Neueinsteiger bei der Blauen Nacht präsentierte die TH Nürnberg eine interaktive Großprojektion in der Katharinenruine. Im Inneren des Kirchenbaus zeigten die Studierenden, wie sie den Sehnsüchten der Besucher Flügel verleihen konnten. Etwa zwei Semester Arbeit steckten die neun Studierenden in die Umsetzung und Gestaltung ihres Projekts „OHMinteractive“. Die Nürnberger Firma Billmann Event GmbH unterstützte sie dafür mit der nötigen Veranstaltungstechnik.

Auf der rechten Seite der Ruine standen fünf Bildschirme bereit, in die die Besucher ihre Sehnsüchte eintippen konnten, um anschließend zu beobachten, wie ihre Texte und Zeichnungen in Form von Seifenblasen an der Wand entlang zum Altarraum der Ruine in Richtung eines großen Herzens schwebten. Das 3D-modellierte Herz wurde dafür an eine sechs mal vier Meter große Leinwand projiziert.Dort angekommen, brachte jede eingesogene Blase das Herz zum Schlagen und bot den Anwesenden ein optisches und akustisches Schauspiel. Nach der „Bearbeitung“ entließ das Herz die Sehnsüchte als Vogelschwarm zur linken Wand hin. Das sollte symbolisieren, dass die Eingaben der Besucher frei – und womöglich auch wahr – werden können.

„Alle Welt sehnt sich nach Freiheit“

Dazu konnten die Nachtschwärmer mit Hilfe sogenannter Kinect-Kameras mit den virtuellen Vögeln interagieren. Die Kameras registrierten ihre Bewegungen und projizierten sie als abstrakte Silhouette an die Wand. Die Studenten ließen sich durch ein Zitat des indischen Gurus Sri Aurobindo zu ihrer Installation inspirieren: „Alle Welt sehnt sich nach Freiheit, und doch ist jedes Geschöpf in seine Ketten verliebt.“

„Absolut beeindruckend!“, sagte Marc Hermanns, Elektrotechnik-Student aus Fürth. „Wie haben die das bloß gemacht?“, fragte sich die 26-jährige Lisa Baier aus Erlangen. Rund 4000 Menschen besuchten das Projekt in der Blauen Nacht, schätzen die Veranstalter. „Wir sind überwältigt von der Resonanz der Leute und hoffen auch in den nächsten Jahren Ähnliches auf die Beine stellen zu können“ sagte Heinz Brünig, Professor und Projektleiter an der TH. Die 19-jährige Maria Stutz aus Neumarkt begeisterten vor allem die Vögel: „Dass man ihre Bewegungen beeinflussen kann, macht das Ganze noch spannender.“

Tolle Bilder der Blauen Nacht findet ihr hier und auf www.nz.de

Santiago Reinbold

Doch (k)ein Scherz: FAU geht an die Börse

Viele würden sich wohl wünschen, dass es wahr wäre: Die Uni Erlangen-Nürnberg verkündet heute auf ihrer Homepage, die Universität privatisieren zu wollen, um Geld für die vielen maroden Gebäude zu bekommen. „Durch einen Börsengang will die FAU Kapital in dreistelliger Millionenhöhe beschaffen“, heißt es in der Mittleilung.

Doch mit dem Geld kann die Uni nur etwa „die Hälfte der anstehenden Sanierungskosten für ihre Gebäude in Höhe von knapp einer Milliarde Euro decken“.

Russischer Oligarch kauft Dürer-Schatz

Weitere Mittel soll daher der Verkauf kostbarer Dürer-Zeichung einbringen – die Teil eines Kunstschatzes sind, der im Keller der Universitätsbibliothek schlummert. Ein russischer Oligarch habe bereits 200 Millionen Euro geboten. Der Verlust der Kleinodien schmerze zwar sehr, teilt Uni-Präsident Karl-DieterGrüske mit, doch der Zustand der Universität lasse keinen Raum für Kompromisse: „Wir wollen unseren Studierenden beste Bedingungen bieten – und dafür müssen wir auch harte Einschnitte in Kauf nehmen.“

Einige FAU-Mitarbeiter haben aber trotz des 1. Aprils Bedenken: „Ein Handel mit einem russischen Wirtschaftsmagnaten konterkariere die angesichts der Krim-Krise angedachten Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland.“ Bedenken, die Grüske nicht teilt: „Es ist die hohe Aufgabe der Kunst, in Krisenzeiten Brücken über Gräben zu bauen.“

Grüske ist selbst Finanzwissenschaftler, er kennt sich also aus: „Es hat sich gezeigt, dass die Gelder, die der Freistaat Bayern für den Bauunterhalt bereitstellt – jährlich waren das in den vergangenen Jahren etwa 5 Millionen Euro – nicht annähernd ausreichen, um auch nur die nötigsten Sanierungsarbeiten durchzuführen.“ Und das ist kein Scherz, sondern traurige Realität. PCB-Warnung in der Bibliothek, bröckelnde Decken in der Kochschraße.

Präsident Grüske wird CEO

Doch am ersten April reagiert die Uni mit schwarzem Humor: „Wir haben beschlossen, zur Selbsthilfe zu greifen“, sagt Grüske. „Die Aktien sollen ab Herbst an der Nasdaq gehandelt werden.“ Präsident Grüske, der die FAU AG als CEO leiten wird, geht von einem positiven Börsenstart der „Aktie blau“ aus: „Wir hoffen, einen Ausgabekurs von 250 Euro realisieren zu können – das entspricht etwa dem derzeitigen Aktienkurs von Amazon.“

Auch das eigene Personal ist vor Scherzen nicht sicher: Nach dem tatsächlichen rechtlichen Gerangel um die Nachfolge des langjährigen FAU-Kanzlers Thomas A.H. Schöck bietet der erfundene Börsengang endlich Zukunftschancen. „Schöck wechselt nach seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem Kanzleramt in den Aufsichtsrat der AG – ein rechtlich äußerst innovativer Schritt: Als autonome Universität kann die FAU wesentlich flexibler agieren als die meisten anderen Wirtschaftsunternehmen, in denen ein solcher Wechsel womöglich durch Compliance-Anforderungen behindert würde.“

 

Kein Scherz: Südgelände ist am 1. April ohne Strom

Die Uni zieht den Stecker.Ob sie sich absichtlich dieses Datum ausgesucht haben? Wegen eines Sicherheitstests der Notstromaggregate wird morgen, am 1. April, auf dem gesamten Südgelände der Uni Erlangen vorübergehend der Strom abgeschaltet. Das Gebäudemanagement warnte vorher in einer Rundmail alle Mitarbeiter. Vor allem in der Technischen Fakultät müssen Profs und Studenten dafür sorgen, dass alle Laborsysteme und Versuchsaufbauten zwei Stunden ohne Elektrizität, Wasser, Wärme und Kälte auskommen.

Südmensa kocht trotzdem

Auch die Mensa wird ohne Strom sein. „Die Versorgung soll zwar spätestens am Vormittag wieder hergestellt sein, aber wir können wahrscheinlich nicht das laut Speiseplan vorgesehene Essen zubereiten“, sagt Studentenwerkssprecher Uwe Scheer. Das wirkt sich bis in die Innenstadt aus, denn die Küche der Südmensa beliefert zurzeit auch die Übergangsmensa „WerksGärtla“ am Langemarckplatz. „Es wird überall etwas zu essen geben“, sagt Scheer. „Zumindest das, was wir unter den gegebenen Bedingungen auf die Schnelle zubereiten können.“

Von 6.00 bis 7.45 Uhr schaltet die Uni den Strom ab.  Wenn alles richtig funktioniert, springt nach etwa 15 Sekunden das Notstromnetz an. Es versorgt wichtige Geräte mit Elektrizität, wie die Notbeleuchtung, Brandmelder, Telefonanlagen und Kommunikationssysteme sowie das Rechenzentrum. Alle anderen Geräte bleiben während der knapp zwei Stunden ohne Strom. Auch Heizungen, Klima- und Lüftungsanlagen fallen in dieser Zeit aus. Zum Glück kommen die meisten Studenten sowieso erst nach 8 Uhr an die Uni.

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Zweifaches Sockelmodell beim Semesterticket?

Bei der gestrigen Versammlung des Zweckverbandes Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ging es neben S-Bahn-Ausbau und Streckenelektrifizierungen auch um „ein weniger imageträchtiges Thema“, wie Jürgen Haasler es ausdrückte. Der beim VGN für Marketing zuständige Geschäftsführer stellte den Mitgliedern des Zweckverbandes, Landräte und Oberbürgermeister der Kreise und Städte, die den VGN tragen, den aktuellen Stand in Sachen Semesterticket vor.

Bei den Planungen richten sich die VGN-Strategen ein bisschen nach den Münchner Kollegen. Dort gibt es seit vergangenem Wintersemester ein recht erfolgreiches Sockelmodell: 59 Euro Zwangsbeitrag fürs Fahren am Abend und Wochenende sowie ein freiwilliges Upgrade (141 Euro) für den Rest der Zeit, also vor allem tagsüber an Werktagen. Beim VGN denkt man neben der Münchner Variante auch darüber nach, ob es eine Wahlmöglichkeit bei der zweiten Stufe geben soll. So könnten Studenten dann wählen, ob sie für die noch unbekannte Summe x die Werktagserweiterung für das ganze Verbundgebiet dazukaufen oder für weniger Geld unter der Woche nur in der Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen unterwegs sein wollen. Das würde mehrere Wahlmöglichkeiten bedeuten und die ganze Sache – trotz Zwang beim Sockel – etwas demokratischer machen. Studenten könnten dann Geld sparen, wenn sie unter der Woche nur in den Städten unterwegs sind und sich die Fahrten ins Umland fürs Wochenende aufheben.

Derzeit erheben übrigens Verkehrsplaner des Unternehmens WVI Fahrgastzahlen für den VGN. Diese sollen ab April 2014 vorliegen, anschließend geht die große Rechnerei los: Wie viel muss ein Semesterticket kosten, damit einerseits möglichst viele Studenten über den Sockel hinaus mitmachen, aber andererseits sich das Modell auch für die Verkehrsunternehmen lohnt? Wir harren sehnsüchtigst einer Antwort auf diese Frage…

fbh

Die Wissenschaft hinter dem "Happy"-Phänomen

Dem US-Musiker Pharell Williams ist mit "Happy" ein Welthit gelungen.

Dem US-Musiker Pharell Williams ist mit "Happy" ein Welthit gelungen.

Weltweit tanzen Menschen zu „Happy“ von Pharrell Williams. Die Videos aus zahlreichen Städten sind zu einem riesigen Hit geworden. Doch gibt es eine Formel, mit der man so etwas planen kann?

Es soll ein Song für Menschen sein, „die eine Pause brauchen“. Ein gute-Laune-Macher, eine kleine Auszeit für zwischendurch. So zumindest sieht es der US-amerikanische Musiker Pharell Williams, dem mit „Happy“ ein Welthit gelungen ist. Ob im Radio, im Fernsehen oder auch im Internet: Derzeit ist dem Lied kaum zu entkommen. „Happy“ läuft auf allen Kanälen in Dauerschleife. Nicht nur in Deutschland ist das so. Auf der ganzen Welt tanzen die Menschen zu dem Song. Die Videos aus zahlreichen Städten sind zu einem riesigen Hit geworden. Die Fans können anscheinend nicht genug davon bekommen. Vollkommen neu ist das aber nicht. Ähnliche Phänomene gab es schon lange vor dem Internet-Zeitalter.

Vorreiter waren YMCA und Macarena

„Diese Trends gibt es schon seit Jahrzehnten,“ sagt der Münchner Social-Media-Experte Mirko Lange. „Zum Beispiel beim Time Warp aus der Rocky Horror Picture Show, YMCA von den Village People, beim Lambada oder dem Mambo No. Five. Jüngstes Beispiel war der Harlem Shake.“ Doch welche Erfolgsformel steckt dahinter? Ist so etwas vielleicht sogar planbar? Sicherlich, der Zufall spielt dabei auch eine entscheidende Rolle. Allen gemeinsam ist, dass sie viele Menschen dazu animiert haben, das Gleiche zu tun und sich als Gemeinschaft zu fühlen. Zwei Elemente scheinen also besonders wichtig: die Eingängigkeit der Musik und der Mitmachaspekt. „Beim Schreiben eines Hits wie „Happy“ kommt es nicht nur darauf an, was wir mögen, sondern vor allem darauf, alles zu vermeiden, was wir ablehnen“, sagt der Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz von der Universität Bonn. „Hit heißt: Es hat mich nichts gestört. Auch, nachdem ich den Song schon zwanzig Mal gehört habe.“ So ist der Bauplan für einen Hit, den kleinsten gemeinsamen Nenner des musikalischen Geschmacks zu treffen. „Der Sound ist neutral, auch die Stimme ist weder betont weiblich noch männlich. Selbst der Text ist der neutralste überhaupt. Niemand wird etwas gegen haben, dass alle happy sind. Alles ist perfekt, aufgeräumt und ’schön‘.“

Der Song macht die Menschen glücklich

Auch in Nürnberg sind alle "happy".

Auch in Nürnberg sind alle "happy".

Wer heute einen Hit produziert, der muss also fast nichts Neues schaffen. Er muss vor allem aus den uns allen schon lange vertrauten Materialen etwas zusammenbauen. Etwas, das wir möglichst lange und oft hören können. Der Song ist jedoch nur ein Grund, wieso „Happy“ so populär geworden ist. Der zweite Teil ist ein 24-Stunden langes Musikvideo, in dem Menschen jeden Alters zu dem Song durch die Straßen von Los Angeles tanzen. Denn dieses Video hat Nachahmer gefunden. In fast 400 Städten haben Menschen eigene Versionen des Musikvideos erstellt. Von Vancouver bis Buenos Aires, von Berlin bis Kapstadt und von Sydney bis Tokio: auf allen Kontinenten hat der Song Begeisterung ausgelöst. Auch in zahlreichen deutschen Städten wie Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln oder jüngst auch Oldenburg sind Menschen beim Tanzen zu sehen.

„Der Erfolg ist schon im Titel begründet: „Happy“ macht die Menschen glücklich„, so Social-Media-Experte Lange. “Es ist ein Song, den viele Menschen toll finden. Zu „Happy“ kann jeder tanzen – das ist die Botschaft.“ Die Musik sei jedoch nur der Anfang. „Das Ursprungsvideo macht ein Angebot, einfach mitzumachen. Die Menschen können Teil einer Bewegung sein.“ Planbar ist solch ein Erfolg dennoch nicht, meint Lange. „Die Macher können aber mit vielen kleinen Teilen dazu beitragen.“

dpa