Und täglich grüßt die Schranke

AutoschlangeDa sind sie wieder: Rot auf schwarz. Die sieben lästigen Buchstaben, die jeden Pendler-Studenten noch vor der Vorlesung verzweifeln lassen. Egal wie oft ich das Kärtchen an den Sensor halte, die Schranke bleibt unten. “BESETZT” steht auf der Anzeige. Der Hochschulparkplatz ist voll – wie jeden Tag. Hinter mir staut es sich bereits. Vier andere Pkw haben den Blinker gesetzt und wollen auf den Parkplatz. Andere Autofahrer ärgern sich über die Verzögerung und fangen an zu hupen.

Die schwierigste Entscheidung des Vormittags steht an: Warten, bis jemand rausfährt, oder wo anders parken? Ich entscheide mich für letzteres. Bis alle verstanden haben, dass ich nun rückwärts aus der Einfahrt raus will, vergehen zehn Minuten. In fünf Minuten beginnt die Vorlesung. Ich sollte vorher aber auch noch das Equipment vom letzten Filmdreh zurückbringen – nur deshalb bin ich mit dem Auto gefahren.

Verärgert kurve ich ins nahegelegene Wohngebiet. Dort ist aber auch alles zugeparkt. Außerdem müsste ich dann die schweren Taschen mit Kamera und Stativ ewig weit schleppen. Ich wähle also die letzte Option: Kostenpflichtiges Parken im Ansbacher „Brückencenter“ gleich neben der Hochschule. Dort bekomme ich endlich einen Platz. Genervt lade ich mein ganzes Zeug aus und hechte damit Richtung Campus.

Der Ärger mit den Parkplätzen rund um die Ansbacher Hochschule ist mittlerweile so sicher, wie das Gähnen in der Vorlesung. Viele Pendler müssen täglich auf das Parkhaus des Einkaufscenters ausweichen und dafür bezahlen, obwohl sie eigentlich mit der Campuskarte umsonst an der Hochschule parken könnten. Auf die Situation angesprochen winkt der Pressesprecher ab: Es gebe eine große Anzahl an Parkplätzen. Verglichen mit vielen anderen Städen sei das eine komfortable Situation.

“Komfortabel?”, frage ich mich, während ich am Abend mal wieder vier Euro in den Parkautomaten einwerfe. In der Woche sind das 20 Euro nur fürs Parken. Ein Glück, dass meine Tour mit dem Auto die Ausnahme war. Am nächsten Tag komme ich mit dem Fahrrad: Wieder fünf Autos, wieder BESETZT, wieder eine geschlossene Schranke, wieder Hupen. Zwei von meinen Pendler-Freundinnen kommen diesmal zu spät in die Vorlesung. “Parkplatzsuche?”, frage ich und bekomme nur ein böses Nicken zurück.

Eva Orttenburger

Frühstudium: Streber oder Studenten aus Leidenschaft?

Erlangen: Tim Bothe ist Schüler, aber studiert gleichzeitig Geschichte an der PhilFak der FAU. 17.05.2016. Foto: Harald Sippel

Der Gedanke behagte mir nicht. Gar nicht. Ich war sogar extrem skeptisch. Ich sollte über Schüler schreiben, die schon zur Uni gehen, noch vor dem Abitur. Doch was sollte ich davon halten? Sicher, wer zuletzt schon fleißig für dreisprachige Krabbelgruppen, Turbo-Abitur und Bologna-Studium getrommelt hat, wird auch jetzt wieder begeistert Beifall klatschen. Wer die Aufgabe des Bildungssystems vor allem darin sieht, möglichst schnell eine möglichst hohe Anzahl uniformer Hochschulabsolventen zur ebenso reibungs- wie kritiklosen Verwertung in der Privatwirtschaft zu produzieren, der mag Gefallen daran finden, wenn das Studium bereits in der Schule beginnt.

Überhaupt, Frühstudenten, was sind das für Leute? Verzogene Einzelkinder leistungsgeiler Helikoptereltern, die sich schon darauf freuen beim abendlichen Golfen unter Gleichgesinnten die fantastischen Neuigkeiten vom Karrierefrühstart ihrer vermeintlich hochbegabten Sprösslinge zu verbreiten?

Nein, alles falsch. Je intensiver ich mich für meinen Artikel mit dem Projekt „Frühstudium“ und seinen Protagonisten auseinandersetzte, desto mehr bröckelten meine Vorurteile. Statt auf elitär denkende Professoren traf ich auf Projektleiter, die besonderen Wert auf soziale Kompetenzen und charakterliche Eignung ihrer Frühstudenten legen. Statt auf verbissene Karrieristen sprach ich mit ebenso klugen wie reflektierten Schülern, die das Frühstudium als Chance sehen, sich fachliche Einblicke in Themengebiete zu verschaffen, die in der Schule nicht oder nur oberflächlich behandelt werden. Astrophysik, Klimatologie, Literaturwissenschaft – die Uni ist eine große Spielwiese, die selbst für ausgefallenste Interessen die passende Veranstaltung bereit hält. Und die besonders begabten Schülern eine passende Möglichkeit eröffnet, die eigene Entwicklung zu fördern ohne, dass dadurch Nachteile für andere, weniger begabte, Schüler entstehen.

Nicht jeder passt eben in das starre Korsett, das Schule und Lehrplan bisweilen vorgeben. Individuelle Förderung kann auch darin bestehen, früher als andere in neue Bildungsabschnitte eintreten zu dürfen. Entscheidender Punkt ist in diesem Zusammenhang die Freiwilligkeit. Wahre Begeisterung entfaltet sich nicht selten erst ohne Leistungs- und Notendruck. Die Frühstudenten zeigen das.

Dominik Mayer

Freie Fahrt für das Semesterticket

SemesterticketjaEndlich. Seit mehr als 20 Jahren fordern die Studenten an den Hochschulen in Nürnberg und Erlangen ein Semesterticket. Die Region ist die einzige in Bayern, die noch keines hat. Ab Oktober wird sich das endlich ändern. Bei einer Abstimmung sprach sich die Mehrheit für ein Angebot des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) aus.

Nach zähem Ringen ist es ein guter Kompromiss. Die zahlreichen Studenten, die aus dem Umland mit Bus und Bahn in die Städte pendeln, sparen künftig bis zu 150 Euro pro Monat. Auch die, die Vorlesungen an mehreren Standorten der Uni in verschiedenen Städten haben, profitieren. Nur, wer in der Nähe der Uni wohnt und vor allem Füße und Fahrrad nutzt, muss künftig elf Euro mehr bezahlen. Beim Solidarprinzip geben alle etwas, damit es insgesamt günstiger wird. Das Ticket ist ein Signal an die ganze Region. Wohnraum in den Städten ist knapp und teuer. Gleichzeitig klagt der ländliche Raum über den Wegzug der Jungen. Der neue Fahrschein wirkt dem entgegen.

Kultureinrichtungen und Gastronomen werden von der erweiterten Mobilität der Studenten profitieren. Wer sowieso ein Ticket hat, fährt eher ins Museum nach Nürnberg, zum Konzert nach Bamberg und zum Wandern in die Fränkische Schweiz oder ins Fränkische Seenland. Alle, die das Ticket ohnehin bezahlen müssen, lassen häufiger ihr Auto stehen und nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Das entspannt sowohl die katastrophale Parkplatzsituation rund um die Uni in Erlangen und die Hochschulen in Nürnberg als auch den Stau auf den Straßen zwischen den Städten.

Christina Merkel

Endspurt! Heute noch bis Mitternacht abstimmen

Bierdeckel  Die Studentenvertretung lässt sich jede Menge einfallen, um in den letzten Stunden noch möglichst viele zur Abstimmung über das Semesterticket zu bewegen. Noch heute bis Mitternacht kann jeder Student an der Uni Erlangen-Nürnberg und der TH Nürnberg seine Stimme abgeben. Morgen um 11 Uhr steht dann fest, ob es ab Oktober ein Semesterticket geben wird oder nicht.

 

KloGestern half Uni-Kanzlerin Sybille Reichert beim Flyerverteilen am Langemarckplatz, heute steht Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik in der Mensa und informiert über das Angebot des VGN. Letzte Woche warb bereits Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske für das Semesterticket. Auch andere kreative Werbeplattformen haben sich die Aktiven einfallen lassen. Unter dem Motto „Für mehr Nahverkehr“ werben Kondome für den solidarischen Sockelbeitrag von 65 Euro pro Semester. Das Zusatzmodell lässt sich so leicht erklären, dass es auf Bierdeckeln Platz findet. Wer es ständig eilig hat, findet vielleicht auf dem stillen Örtchen etwas Zeit sich zu informieren.

 

 

 

 

 

KondomePlakate, Flyer etc. haben die Studierendenvertretung und die beteiligten Kommunen finanziert, die das Semesterticket als wichtige Werbung für die Region als Hochschulstandort sehen. Die Städte haben außerdem eine Bürgschaft in Höhe von 1,7 Millionen Euro zugesichert, um Anlaufschwierigkeiten auszugleichen. Sollten weniger als 37 Prozent der Studenten das Zusatzticket kaufen, gleichen sie die Einnahmeausfälle des VGN im ersten Jahr aus.

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Semesterticket: Grüske half beim Flyerverteilen

IMG_3788Unterstützung von höchster Uni-Stelle haben heute die Studenten an den Infoständen zum Semesterticket bekommen. In seiner Mittagspause half FAU-Präsident Karl-Dieter Grüske vor der Mensa auf der Insel Schütt in Nürnberg mit, Flyer zu verteilen, und über das zur Abstimmung stehende Angebot aufzuklären. „Seit ich vor 15 Jahren Prorektor wurde gab es kein Gespräch mit Studierenden, bei dem das Ticket nicht Thema gewesen wäre“, sagt Grüske. „Wir sollten uns alle gemeinsam dafür einsetzen, dass das Ergebnis der Abstimmung endlich positiv ausfällt.“

Noch bis Mittwoch um Mitternacht können die Studenten der Friedrich-Alexander-Universität und der TH Nürnberg entscheiden, ob der VGN das Semesterticket im Oktober einführen soll oder nicht. Knapp die Hälfte der 53000 hat ihre Stimme schon abgegeben. Bei vielen der Betroffenen mangelt es aber noch an Informationen. Ihre häufigsten Fragen hat das Aktionsbündnis, das sich für das Semesterticket einsetzt, deshalb jetzt auf seiner Internetweite gesammelt.

Wer das neue Ticket hat, darf für 43 Euro pro Monat im gesamten VGN-Gebiet mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln außer ICE rund um die Uhr fahren. Vielen ist das trotzdem noch zu teuer. „Aber es wird dieses Semesterticket geben oder gar keines“, sagt Grüske. Das Ergebis steht am Donnerstag fest. Wenn die beiden großen Nürnberger Hochschulen das Angebot annehmen, dürfen im Sommersemester die kleineren Hochschulen darüber abstimmen.

Abstimmung zählt – Quorum erreicht

BusDie Wahl zum Semesterticket gilt: Schon jetzt ist die nötige Teilnehmerzahl erreicht. Bis gestern Nacht gab bereits mehr als ein Drittel der Studenten an FAU und TH seine Stimme ab. Diese Beteiligungsquote ist nötig, damit die Abstimmung offiziell zählt.

Ob sich die Mehrheit der Studenten für oder gegen das Semesterticket ausspricht, bleibt noch offen. „Wir sind angespannt und nervös wie es ausgehen wird – aber zuversichtlich“, sagt Benedikt Kopera, der sich seit drei Jahren für das Ticket einsetzt. „Die letzte Möglichkeit zu einer Abstimmung hatten die Studenten vor zwölf Jahren, solange wollen wir nicht noch einmal warten.“ Die aktuelle Studentengeneration bekommt keine zweite Chance mehr.

Trotzdem kritisieren im Internet viele das aktuelle Angebot. Den meisten sind 43 Euro für ein Monatsticket, mit dem sie im gesamten VGN-Gebiet rund um die Uhr fahren dürfen, zu teuer. „Natürlich hätten auch wir uns ein geringere Kosten gewünscht“, sagt FAU-Präsident Karl-Dieter Grüske. „Aber es ist das Beste, was wir nach jahrelangen Verhandlungen kriegen konnten.“ Erlangen Oberbürgermeister Florian Janik spricht sogar von einem „hochattraktiven Angebot“: „Für nur 1,40 Euro am Tag fährt sonst niemand!“

Für Studenten, die nur innerhalb Erlangens unterwegs sind, wird das neue Ticket tatsächlich teurer. Sie bezahlen derzeit 36,60 Euro pro Monat. Wer zu Fuß geht oder das Fahrrad nutzt, zahlt gar nichts. Alle anderen profitieren vom neuen Semesterticket: Nur in Nürnberg zu fahren, kostet bislang 50,90 Euro. Wer wegen seines Studiums, der Wohnung oder dem Nebenjob zwischen beiden Städten pendeln muss, ist bereits bei 82,80 Euro. Besonders tief in die Tasche greifen müssen alle, die aus dem Umland zur Uni fahren. Eine Monatskarte von Ansbach nach Erlangen kostet aktuell 191,90 Euro.

Noch eine Woche lang, bis Mittwoch, 21. Januar, können die Studenten abstimmen. Am Donnerstag, 22. Januar, steht das Ergebnis dann fest.

Startschuss fürs Semesterticket – Abstimmung läuft

Start Abstimmung SemesterticketNach einer Stunde hatten schon 4500 abgestimmt: Zehn Tage lang haben die Studenten in Nürnberg und Erlangen Zeit, sich für oder gegen ein Semesterticket im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) auszusprechen. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik sprach von einem „historischen Moment“.

Er ist genauso alt wie die Diskussion um das Semesterticket: Heute feiert Sven Schwarm (im Bild rechts) seinen 22. Geburtstag. „Ich wünsche mir, dass das Ticket endlich kommt“, sagt der Vorsitzende des Studierendenausschusses an der Technischen Hochschule (TH) Nürnberg. Um zwölf Uhr Mittag drückten er und Vertreter aller Verhandlungspartner auf einen symbolischen roten Startknopf, um die Online-Abstimmung freizuschalten. „Zeit wird‘s“ lautet das Motto der Aktiven. Noch bis Mittwoch, 21. Januar, können Studenten der TH und der Universität Erlangen-Nürnberg über das Angebot des VGN abstimmen. Am Donnerstag, 22. Januar wird das Ergebnis bekannt gegeben.

Das Sockelmodell sieht vor, dass künftig alle Studenten 65 Euro pro Semester bezahlen, um ein Freizeitticket zu erwerben, das ein halbes Jahr lang unter der Woche von 19 bis 6 Uhr gilt und am Wochenende durchgehend. „Wer einmal im Monat zum Feiern nach Nürnberg, Klettern in der fränkischen Schweiz, nach Bamberg aufs Annafest oder auf die Sandkerwa in Forchheim fährt, hat die elf Euro im Monat schon wieder drin“, sagt Erlangens OB Florian Janik zum Start der Abstimmung. Wer möchte, kann für weitere 193 Euro ein Zusatzticket erwerben, um rund um die Uhr zu fahren. „Für 1,40 Euro am Tag sind Sie damit im gesamten Verkehrsraum ganztags mobil“, sagt Janik. Der Hochschulstandort Erlangen, Nürnberg, Fürth ist der einzige in Bayern, der noch kein Semesterticket anbietet. Der OB findet das „beschämend“.

Ein Drittel der Studenten muss mitmachen

Ein Drittel der rund 53 000 Studenten muss abstimmen, damit die Wahl gültig ist. Wenn sich die Mehrheit für das Ticket entscheidet, führt der VGN es zum kommenden Wintersemester im Oktober ein. Das Geld würden die Studenten dann mit ihrem Semesterbeitrag an das Studentenwerk überweisen. Die Abstimmung findet online statt, damit sich möglichst viele beteiligen. Das Rechenzentrum der Universität verwaltet die Seite, jeder Student kann durch eine Kennnummer nur eine Stimme anonym abgeben – in der ersten Stunde nutzten das bereits 4500 Leute. „Danke an den Verkehrsverbund, dass er sich doch bewegt hat“, sagt Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske. „Danke an das Studentische Aktionsbündnis, dass sie nicht locker gelassen haben.“

Das werden sie auch in den nächsten zehn Tagen nicht tun: „Wir haben Infostände an allen Hochschulstandorten, um jeden zu beraten, der noch unsicher ist“, sagt Schwarm. „Wer abstimmt, sollte verstanden haben, worum es geht.“ Stimmen die Studenten dagegen, ist das Ticket für weitere Jahrzehnte vom Tisch.

Christina Merkel

„Das ist die einzige Chance für das Ticket“

SemesterticketDas Semesterticket kommt nur, wenn die Mehrheit der Studenten im Januar dafür stimmt. Um offene Fragen vorher zu klären, veranstaltet das Aktionsbündnis, das sich für das Ticket einsetzt, drei Vollversammlung in Erlangen und in Nürnberg.

Seit zwei Jahrzehnten verhandeln der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), die Städte in der Region und das Studentenwerk über ein Semesterticket. Jetzt liegt ein Angebot auf dem Tisch. Für 65 Euro darf danach jeder Student sechs Monate lang im gesamten VGN-Gebiet unter der Woche von 19 bis 6 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr fahren. „Das Sockelticket ist ein Freizeitticket, das muss man ganz klar sagen“, sagt Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik im Audimax. Das Studentische Aktionsbündnis hat zu einer Versammlung eingeladen, um Fragen zum Fahrschein vor der Abstimmung zu klären.

Wer rund um die Uhr fahren will, muss ein Zusatzticket für 193 Euro kaufen, so dass er 258 Euro für ein halbes Jahr bezahlt. „Das ist viel zu teuer“, finden viele der rund 120 Leute im Publikum. „Das ist das Günstigste, was wir kriegen können“, sagt Janik. Der VGN will durch das neue Ticket nicht weniger Geld bekommen als mit den bisherigen Semesterwertmarken, die nur vier Monate lang gelten.

Rund 53 000 Studenten gibt es derzeit in Erlangen und Nürnberg. Rund 38 Prozent davon, also 20 140 Personen müssten das Zusatzticket kaufen, damit es sich rechnet. Sind es im ersten Jahr weniger, springen die Städte mit einer Bürgschaft von 1,7 Millionen Euro ein. „Aber Studenten sind nicht per se bedürftig, wir subventionieren sie nicht dauerhaft“, sagt Janik.
Viele Studenten pendeln wegen ihres Stundenplans, weil sie keine Wohnung nahe der Uni gefunden haben oder noch bei ihren Eltern im Umland wohnen. Für sie wäre das neue Ticket viel günstiger als bisher.

Wer stets innerhalb der Stadtgrenzen unterwegs ist und Fahrrad oder Auto fährt, der würde in Zukunft elf Euro im Monat verpflichtend zahlen, ohne dass ihm das Ticket nutzt. „Seien Sie solidarisch, stimmen Sie für das Ticket“, fordert der Geschäftsführer des Studentenwerks Otto de Ponte die Studenten auf. Auch Janik ist davon überzeugt: „Das ist Ihre einzige Chance auf ein Semesterticket, eine bessere wird es Jahrzehnte lang nicht geben.“

Heute Abend gibt es zwei weitere Informationstermine mit Oberbürgermeistern und Studentenwerk: Um 17.30 Uhr in Nürnberg an der WiSo, Lange Gasse 20, Hörsaal H1, und um 18 Uhr an der Technischen Fakultät auf dem Erlanger Südgelände im Hörsaal H11, Erwin-Rommel-Str. 60.

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Vom 12. bis 21. Januar geht’s an die Online-Urnen

Man kann den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) leicht missverstehen. In der Überschrift einer Mitteilung verkündet er: „‘Freie Fahrt‘ für Semesterticket“. So weit ist es aber noch lange nicht. Noch müssen die Studenten der Hochschulen in Erlangen, Nürnberg und Fürth dem vorgelegten Angebot zustimmen. Ein Wahl-Termin steht nun fest: Vom 12. bis 21. Januar wird an die digitalen Urnen gebeten.

„Nach jahrelangen Verhandlungen ist es nun gelungen, ein attraktives Angebot für die Studierenden vorzulegen. 24-Stunden-Mobilität im gesamten Verkehrsverbund zum Preis von nicht einmal zwei Butterbrezen am Tag, das ist ein guter Baustein für den Hochschulstandort Metropolregion Nürnberg“, erklärte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly.

Der VGN bietet ein Semesterticket für sechs Monate an (258 Euro), das sich aus einem Basisticket (65 Euro) und einem Zusatzticket (193 Euro) zusammensetzt. Das Basisticket, bei dem Ausschlusszeiten gelten, müssten alle Studenten bezahlen. Erst mit dem Zusatzticket ist eine zeitlich unbegrenzte Nutzung im gesamten Verkehrsverbund möglich. Das Ticket könnte bereits zum Wintersemester 2015/2016 für ein Studienhalbjahr gelten.

Sollten die Studenten das Angebot annehmen, müssten sich noch die Kommunen bereiterklären, einen möglichen Verlust in der Startphase auszugleichen. Der entsteht, wenn weniger als circa 53 000 Studenten das Semesterticket von 258 Euro kaufen. Hier setzt der VGN auf einen Anreiz: Liegt die Zahl der Käufe höher, wird ein Anteil auf das nächste Semesterticket angerechnet.

Bereits seit 1995 wird über ein Semesterticket diskutiert. Wie die Online-Wahl genau ablaufen soll, werde in den kommenden Tagen im Detail erklärt, teilte die Studierendenvertretung Erlangen-Nürnberg der NZ mit. Der VGN hat zudem angekündigt, sein Tarifsystem neu zu ordnen. Auswirkungen auf die Preise hat diese Änderung allerdings nicht.

cf

Studenten dürfen online über Semesterticket abstimmen

cropped-semesterticket_headerBLOG_layDie Studentenvertreter in Erlangen und Nürnberg haben diskutiert und sich entschieden: Das Angebot des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) für ein Semesterticket wird an alle Studenten weitergegeben. Sie sollen per Onlinewahl im Januar über das Ticket abstimmen.

Im Vergleich zur gegenwärtigen Situation, in der es überhaupt kein Semesterticket gebe, sei das Angebot des VGN ein „Fortschritt“, erklärte Benedikt Kopera vom Aktionsbündnis Semesterticket heute gegenüber der NZ. Ein besserer Vorschlag sei derzeit nicht zu erreichen. Wann genau die Onlineabstimmung im Januar stattfinden soll, steht noch nicht fest. Das Semesterticket kann kommen, wenn sowohl die Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg als auch die der Technischen Hochschule Nürnberg mehrheitlich zustimmen. Vor zwei Wochen hatte der VGN der Studierendenvertretung ein neues Ticket-Angebot unterbreitet. Die zuvor heftig kritisierte Altersgrenze von 26 Jahren wurde dabei abgeschafft.

Nach dem neuen Entwurf – einem Sockelmodell – zahlen alle Studenten einen verpflichtenden Solidarbeitrag in Höhe von 65,70 Euro. Das Semesterticket gilt dann jedoch nur montags bis freitags von 19 bis 6 Uhr am Folgetag sowie samstags, sonntags und an Feiertagen. Erst mit einem Zusatzticket für 195,30 Euro und damit einem Gesamtticketpreis von 261 Euro werden die zeitlichen Einschränkungen aufgehoben.

fc