Tabuthema Studienabbruch
20. Januar 2010 von campus
Andreas war nicht da. Schon vorab hatte er erklärt, dass er auf keinen Fall zum fünfjährigen Abiturtreffen seines Jahrgangs kommen wolle. „Da muss ich allen erklären, warum ich nicht mehr an der Uni bin“, sagte er. Und diese Vorstellung war ihm peinlich. Seine Angst war stärker als die Vorfreude darauf, mit den alten Schulkameraden wieder einmal zu quatschen und zu feiern. Sein Entschluss stand fest: „Ich gehe nicht hin.“
Bis zum vergangenen Semester hatte Andreas an der Uni Erlangen Elektrotechnik studiert. Doch nachdem er drei Mal an der Klausur in Experimentalphysik scheiterte, empfahl ihm der Professor, sich nach alternativen Studienmöglichkeiten umzusehen.
Jeder Dritte bricht wegen zu hohen Anforderungen ab
Fast jeder dritte Student bricht sein Studium ab, weil er sich überfordert fühlt. Das zeigt eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS). Rund 2500 Studienabbrecher beteiligten sich an der Untersuchung. Elf Prozent der Befragten mussten ihr Studium beenden, weil sie durch eine Prüfung gefallen waren. Insgesamt bricht rund jeder Fünfte sein Studium endgültig ab. „Von einem Studienanfängerjahrgang mit 100 erstimmatrikulierten Studierenden verlassen 21 die Hochschule endgültig ohne Examen“, heißt es in der HIS-Studie.
Bei den alten Studienabschlüssen erreichten Studierende auch mit nicht bestandenen Prüfungen höhere Semester. Beim Bachelor zählt von Anfang an jede Klausur. „Während in den herkömmlichen Studiengängen die Abbrecher nach durchschnittlich 7,3 Fachsemestern die Hochschule verlassen, ist dies in den Bachelorstudiengängen nach 2,3 Semestern der Fall“, zeigt die Studie.
Seit diesem Semester studiert Andreas Elektrotechnik an der Fachhochschule in Nürnberg. Es gefällt ihm dort gut. „Der Druck ist geringer und die Vorlesungen praxisnaher“, sagt er. „Vielleicht komme ich zum zehnjährigen Abitreffen.“
Christina Merkel
Rund 200 Studierende demonstrierten am vergangenen Mittwoch in München, als Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch Studierendenvertreter aus ganz Bayern zum Gespräch empfing. Es waren zwar wesentlich weniger Demonstranten als Ende vergangenen Jahres bei den Nürnberger Protestmärschen. Doch die Studenten wollten mit ihrer jüngsten Demo zeigen, dass sie ihre Forderungen nach besseren Studienbedingungen über die Feiertage nicht vergessen haben.
Ein Jahresrückblick anhand des eigenen Taschenkalenders.
Weihnachten ist das schönste Déjà-vu-Erlebnis des Jahres. Nach Monaten in der Studenten- WG sitzen wir wieder zu Hause am Tisch und erinnern uns an die Tage, in denen wir nie fern waren von einem gut gefüllten Kühlschrank und frisch duftenden Bettlaken. Der letzte Besuch ist eindeutig zu lange her, die Katze beginnt schon zu fremdeln. Ansonsten ist alles wie immer: Der Christbaum steht, die Gans brutzelt, die Geschenkpakete sehen besonders groß aus. Ach nein, das täuscht, der Baum ist nur kleiner. Sie wollten nicht mehr so ein Riesending besorgen, erklärt der Vater, schließlich seien die Kinder aus dem Alter raus. Na gut, verschmerzen wir das… Himmel, warum ist das bloß so hell hier? Das seien die neuen LED-Lämpchen, bemerkt er stolz. Die hielten länger und seien viel sicherer als die alten
Ihre Extrakte sind 300 mal süßer als Zucker, machen nicht dick und schützen sogar vor Zahnbelag: Die Pflanze „Stevia rebaudiana Bertoni“ aus Südamerika ist wohl der wahrgewordene Traum vieler Naschkatzen. Doch während Indianer in Paraguay und Brasilien sich seit Jahrhunderten den Tee mit ihr versüßen und auch die Asiaten schon auf den Geschmack gekommen sind, ist sie in der EU bisher nicht zugelassen. Sie fällt unter die Novel-Food-Verordnung, nach der alle Lebensmittel, die seit dem 15. Mai 1997 neu auf den Markt drängen, zuerst eingehend geprüft werden müssen.
Blaue Taschen mit dem Uni Logo darauf bekommen Studienanfänger in Erlangen geschenkt. Darin verpackt gibt es für jeden Infobroschüren, einen Block und Kugelschreiber. Auch an der Universität Hannover bekommen die Erstsemester zum Studienstart blaue Tragetaschen. Seit diesem Wintersemester ist darin jedoch eine außergewöhnliche Überraschung enthalten: „Denkpfeffer – das intelligente Gewürz“.
Die Studenten haben es sich gemütlich gemacht: Einen Adventskranz haben sie im Foyer der Ohm-Hochschule an der Bahnhofstraße in Nürnberg stehen, und einen Weihnachtsbaum. Die Hörsaal-Besetzer haben bereits einen Schichtplan entworfen, damit auch über Weihnachten immer jemand das Audimax besetzt hält und die Hochschule nicht einfach über die Feiertage die Türen schließen kann.


