So verwandelt sich AEG in einen schönen Campus

Ausstellungseröffnung AEG Campus 2030Von der Mensa können die Studenten über ein paar Stufen hinunter zur Pegnitz gehen und ihre Füße im Wasser baumeln lassen. Von der Bibliothek reicht der Blick bis zur Kaiserburg. Dank einer Haltestelle der Stadt-Umland-Bahn sind sie schnell in Erlangen – ohne Umsteigen. Und abends bleiben viele noch gerne zum Feiern in einer der zahlreichen Bars und Kneipen.

So sieht er aus, der Traum vom Campus Auf AEG. 20 Architektur-Studenten haben in geträumt und in fünf Entwürfen festgehalten. Sie haben dafür 250 Anwohner befragt, aktuelle und zukünftige Nutzer des ehemaligen Industriegeländes im Nürnberger Westen. Außerdem sind sie in die Schweiz gefahren, wo solche Projekte häufig vorkommen, wo aus Molkereifabriken, Postgebäuden und Lagerhallen Hochschulstandorte werden. Bis 2030 soll das auch in Nürnberg glücken, statt Waschmaschinen sollen zwischen Fürther Straße und Pegnitz-Auen in Zukunft Akademiker entstehen.

Dabei soll das Areal soll abgegrenzte Elite-Schiede werden, sondern ein lebendiger Stadtteil für alle. Die Grenzen sollen verschwimmen, durch Restaurants, Einzelhandel, Kunst, Kultur, Wohnungen und öffentliche Grünflächen. Mehr als 7000 Studenten sollen hier ein- und ausgehen, Professoren, Mitarbeiter, aber auch Kinder zur Kinderuni, Senioren zum Vortragsabend, Eltern zum Spazierengehen und jeder zum Einkaufen, Arbeiten und Sichwohlfühlen.

Die Architektur-Studenten haben sich bei ihrer Stadtplanung an den angrenzenden Stadtteilen Gostenhof, Eberhardshof und Doos orientiert. Unterstützt wurden sie von ihrem Professor Fabian Fischer und Architekt Roland Bachmann. Die besten drei Entwürfe werden sie im kommenden Semester weiter bearbeiten und konkrete Gebäude für die Friedrich-Alexander-Universität und die Technische Hochschule entwerfen.

Austellung der Entwürfe:

Zur Stunde öffnet die Ausstellung „AEG_campus_2030“ im Foyer der Fakultät Architektur in der Bahnhofstraße 90 in Nürnberg. Sie ist dort außerdem zu sehen morgen am Freitag, 13. Februar, von 7 bis 22 Uhr, Samstag, 14. Februar, von 7 bis 19 Uhr und Sonntag, 15. Februar, von 14 bis 17 Uhr. Von Samstag, 28. Februar, bis Sonntag, 8. März, stehen die Entwürfe im Dienstleistungszentrum der Stadt Nürnberg in der Lorenzer Straße 30.

Christina Merkel

SPD will wissen, wie es „Auf AEG“ weiter geht

Presserundgang "Offen Auf AEG"Heute tagte der Nürnberger Stadtrat nicht im Rathaus, sondern Auf AEG. Auch im Bayerischen Landtag war der neue Uni-Standort ein Thema. Die SPD hatte einen Bericht gefordert, welche konkreten Pläne die CSU-Regierung im Nürnberger Westen verfolgt. Doch der Antrag wurde abgelehnt. „Wir wollen endlich ein konkretes Konzept sehen“, sagt die Nürnberger SPD-Abgeordnetn Helga Schmitt-Bussinger. Fragen, die nach Meinung des SPD-Arbeitskreises für Wissenschaft und Kunst noch offen sind, betreffen den Zeitplan und die Kosten:

– Wann kauft der Freistaat das AEG-Gelände? Und für wie viel Geld?

– Wann ziehen die ersten Studiengänge der Technischen Fakultät Auf AEG ein?

– Was passiert mit den bisherigen Mietern?

Auf AEG soll in den nächsten zehn bis 20 Jahren ein Forschungscampus für bis zu 5000 Studierende mit 50 Lehrstühlen und 850 Beschäftigten entstehen. Das Areal, das der Freistaat kaufen will, umfasst mehr als 100 000 Quadratmeter. „Schmitt-Bussinger glaubt, dass der Platz der Uni überhaupt nicht reichen wird: „Trotzdem wird noch immer nicht ernsthaft über das Quelle-Gebäude als Möglichkeit nachgedacht.“

Die ersten Wissenschaftler wandern schon jetzt ab, wenn sie vor Ort keine Perspektiven sehen. Die Finanzierung des Energie Campus Nürnberg steht im Moment nur bis 2016 fest im Haushaltsplan. Die Abgeordneten fordern Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) dazu auf, die Stadt Nürnberg und die beteiligten Hochschulen mehr in die Überlegungen mit einzubeziehen. Als Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion war Anja Prölß-Kammerer bei dem Treffen dabei. „Das muss sich jetzt eintakten, welche Rolle die Uni spielt und welche die Technische Hochschule“, sagt sie. „Wir freuen uns über jeden neuen Studenten in der Stadt, aber wir brauchen Gewissheit, um planen zu können, zum Beispiel für zusätzlichen Wohnraum.“

cm

Neue Reihe: Wissenschaft auf AEG

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) startet am Montag, 25. November, mit einer neuen Vortragsreihe zu wissenschaftlichen Themen, die populär präsentiert werden. An vier Abenden wird die Maschinenhalle des FAU-Lehrstuhles für Fertigungsautomatisierung auf dem Ex- AEG-Gelände im Nürnberger Westen Schauplatz für Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen aus der Forschung der FAU. Präsentiert wird die Reihe „Wissenschaft auf AEG“ von der Nürnberger Zeitung.

Bisher fanden solche Vortragsreihen der Universität mehr oder weniger naturgemäß in Erlangen statt. Da sich die FAU aber auch in Nürnberg stark weiterentwickelt, etwa mit den neuen Standorten auf AEG, will die Uni nun auch hier der Öffentlichkeit ihre Forschungsarbeit präsentieren. Da das Nürnberger Publikum weniger stark akademisch geprägt sei als das Erlanger, biete sich eine populärwissenschaftliche Serie hier besonders gut an.

Als Zielgruppe hat die FAU Berufstätige, aber auch Schüler, Studenten und Ehemalige der Universität im Auge, bei den kostenlosen Vorträgen sind aber alle Interessierten gerne gesehen. Den Veranstaltungsort im E-Drive-Center auf dem AEG-Gelände habe man bewusst gewählt, so die Veranstalter. Die Vorträge sollen an einem Ort stattfinden, an dem tatsächlich täglich geforscht wird.

Die vier Vorträge werden aber nicht nur technische Themen behandeln. Den Organisatoren geht es vielmehr um eine gute Mischung. Die Vorträge sollen die Arbeit der Emerging-Fields-Initiative widerspiegeln, in der die Universität interdisziplinär außergewöhnlichen Fragestellungen nachgeht. Die Auftaktveranstaltung etwa befasst sich am übernächsten Montag mit der Frage: „Wie beeinflusst Nahrung unser Gehirn – und umgekehrt?“ Dabei gehen Monika Pischetsrieder vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie, Andreas Hess vom Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie und Johannes Kornhuber von der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik der Frage nach, woher der Drang kommt, mehr zu essen, als der Körper braucht – vor allem bei Unwiderstehlichem wie Chips und Schokolade.

Am 16. Dezember geht es um die Solarenergie der Zukunft und die Frage, ob es je eine künstliche Photosynthese geben kann. Im neuen Jahr, am 27. Januar, geht es unter dem Motto „Im Bann des Schwarzen Lochs“ um neue Erkenntnisse aus der Astroteilchenphysik. Die vierte und letzte Episode der Reihe befasst sich am 3. Februar mit der Frage: „Eigennutz oder Gemeinwohl: Wie werden Steuerzahler ehrlich und kooperationsbereit?“

25.11., 16.12., 27.1.2014, 3.2., jeweils ab 18.30 Uhr, Fürther Straße 246b, Erdgeschoss. Das ausführliche Programm findet sich hier.