„Alex“ – ein Wohnheim mit Herz macht zu

Billiger Alkohol, versiffte Sofas…“, so werde ich in einem Online-Portal beschrieben. „Wie man hier ernsthaft wohnen kann, bleibt mir ein Rätsel.“

Gestatten, mein Name ist Alex, genauer gesagt Alexandrinum. Ich wurde 1952 erbaut und bin somit das älteste Wohnheim in Erlangen. Deswegen ist meine Aufteilung auch noch sehr klassisch, Jungs und Mädels wohnen strikt voneinander getrennt – Westbau für die Herren und Ostbau für die Damen. Na gut, ganz so streng ist die Trennung dann doch nicht, da ständig ein reger Austausch über den „Walk of Shame“, die Verbindungsbrücke der beiden Flügel, herrscht. weiter lesen

Partyführer für Studenten

Von Kerstin Röpke

Das Sommersemester hat vor einer Woche begonnen. Nicht alle Studenten vom Wintersemester sind weiterhin dabei. Die „Letztsemester“ haben ihre Abschlussprüfungen hinter sich gebracht und dürfen sich nun Alumnus oder Alumna der Uni Erlangen-Nürnberg nennen.

Auf der einen Seite stehen viele vor der Frage, ob sie all die Dinge während ihrer Studienzeit gemacht haben, die sie sich vor Studienbeginn vorgenommen hatten; sei es einer studentischen Gruppe beizutreten, sich für andere Menschen einzusetzen oder sich vermehrt seinen Hobbys zu widmen, neue Menschen kennenzulernen oder sich selbst zu entdecken und zu verwirklichen.

Auf der anderen Seite gibt es in Erlangen einige berühmt-berüchtigte Dinge, die wahrscheinlich jedem Studenten einmal während der Studienzeit passiert sind oder die er oder sie zumindest einmal gemacht haben sollte. Nicht selten geschieht es beispielsweise, dass ein Fahrrad fahrender Student von der Polizei in der Fußgängerzone angehalten wird und mit einem Verwarnungsgeld bestraft wird. Dies passiert den meisten Radfahrern auch nur ein Mal, denn bekanntlich lernt man aus Fehlern. Von diesem Zeitpunkt an wird das Fahrrad in der Fußgängerzone geschoben oder verstärkt nach Polizisten Ausschau gehalten.

Rommel-Sommerfest ist ein absolutes Muss

Gerade im Sommer gibt es in Erlangen viel zu unternehmen: Das Rommel-Sommerfest ist mit seinen knapp 3000 Besuchern das größte studentische Sommerfest und sollte zumindest einmal während der Studentenzeit besucht werden. Auch die Bergkirchweih, eines der größten Volksfeste Bayerns, ist ein Muss für jeden Erlanger Studenten, ebenso wie einen ganzen Tag im Schlossgarten verbracht und darüber die Vorlesungen und Seminare ganz vergessen zu haben. Zwischendurch wird sich dann mit einem Eis aus dem Eishaus erfrischt, für das im Sommer auch gerne die meterlange Warteschlange in Kauf genommen wird.

Weniger lange Schlangen, aber ein umso abenteuerlicheres Essen erwartet vor allem die Studenten der Technischen Fakultät. Die Süd-Mensa ist aber auch für die „Städter“ mal einen Ausflug wert. Hier gibt es noch Mensa-Essen im ursprünglichen Sinne: ohne Teller, auf wackelnden Tabletts, an langen Gemeinschaftstischen, in kleinen Portionen, zu nicht ganz studentischen Preisen. Menschen mit gutem Appetit bezahlen hier meist deutlich mehr als bei preisgünstigen Schnellimbissen, die es in der Innenstadt gibt.

Rennen um die Terminplaner

Dass viele junge Akademiker gerne Geld sparen, ist kein Vorurteil. Dies beweist auch der große Andrang bei der jährlichen Erstsemesterbegrüßung im Audimax. Während die Erstsemester von den neuen Eindrücken noch ganz überfordert sind, drängen sich die Studenten der höheren Semester bereits um die Stände vor dem Audimax, an denen umsonst Brezen, Bier, Aufkleber, Terminplaner oder Stoffbeutel verteilt werden. So lernen bereits die Neuen, dass sie im nächsten Jahr früher reagieren müssen, um noch etwas abzubekommen.

Auslandserfahrungen sind für moderne Studenten besonders wichtig. Wenn ein Student sich allerdings gegen einen Auslandsaufenthalt entscheidet, gibt es immer noch die Möglichkeit, in Erlangen einen der etwa 2700 Auslandsstudenten kennenzulernen. Hierfür bieten sich die vielfältigen studentischen Gruppen, Erasmus-Stammtische oder Barabende des Alexandrinums an.
Das Erlanger Alex-Wohnheim ist bekannt für multikulturelle Partys, die bis in die frühen Morgenstunden dauern. Hier bietet sich eine gute Chance, internationale Kontakte zu knüpfen und die heute so wichtigen sozialen Kompetenzen zu erweitern und zu vertiefen.