Alkoholverbot für Studenten

Von Julius Brockmann

Liegewiese.jpgIn Erlangen gilt es schon länger, andere Uni-Städte sind dem Beispiel gefolgt, nun darf man es fast nirgendwo mehr: Alkohol trinken unter freiem Himmel. Bereits Ende 2005 war man in Erlangen dem Anblick Betrunkener im Schlossgarten und auf dem Bahnhofsvorplatz leid und sagte diesen den Kampf an.

Betrunkene machen Lärm, beschmieren und zerstören. Sie sind ein schlechtes Beispiel für Kinder und Jugendliche, sie schaden dem Stadtbild. So, oder so ähnlich wurde damals argumentiert. Heute, knapp drei Jahre später, hat sich nicht viel getan. Sobald die Sonne die Luft erwärmt und das Sommersemester beginnt, stoßen die ersten bereits mittags mit einem Bier auf bestandene Prüfungen, das Wochenende oder einfach nur so an.

Das „Wildliegen“ ist weiter beliebt

Dazu beliebt ist das „Wildgrillen“ und „Wildliegen“, sprich um den Hugenottenbrunnen herum. Die Ordnungshüter sehen dem Treiben meist gelassen zu und kontrollieren lieber Radfahrer. Nur gelegentlich kommt ein Mann von der Stadt und bittet darum, in den gekennzeichneten Liegebereichen zu bleiben. Gekennzeichnete Bereiche sind in Deutschland mittlerweile ja so beliebt wie Schlange stehen im Supermarkt. Egal ob Tabak oder Alkohol, „bitte im gekennzeichneten Bereich“.

Einen Erfolg des Alkoholverbotes in der Öffentlichkeit ist indes nur schwer sichtbar. Vereinzelt wird reagiert und das Hochprozentige nun in Plastikflaschen gefüllt und so unkenntlich gemacht. Wirklich weniger Betrunkene gibt es wohl kaum. Und ob der Vandalismus eingedämmt wurde – man mag es bezweifeln.

Erlangen war lange Vorreiter – aber auch in Nürnberg und Fürth darf nicht im Freien getrunken werden. Erlangen schaffte es so in die landes- und bundesweite Medienwelt, mittlerweile haben Freiburg, Marburg und selbst Hamburg nachgezogen.

Die protestarmen Studenten von heute, die zwischen Nebenjob und Bachelor stehen, wehren sich nicht. Auch ein Antrag der Grünen Liste in Erlangen an den Oberbürgermeister, das Verbot aufzuheben, scheiterte. Stattdessen wich man eben aus dem schönen Schlossgarten auf andere Orte aus.