Island und seine Schwimmbäder

Für mein Auslandssemester in Island habe ich mich beim Packen für das Schlimmste gewappnet: Schneestiefel, Daunenjacke, noch dickere Daunenjacke, Skiunterwäsche, drei Paar Handschuhe (falls ich zwei verliere), Ohrenwärmer, Wollschal, und wenn die Straßen vereist sind, Spikes zum unter die Schuhe schnallen. Wer hätte ahnen können, dass ich die Hälfte meiner Zeit in Island und die lustigsten Stunden in kochend heißen Schwimmbädern und in natürlichen Hot Pots irgendwo im Nirgendwo verbringen würde? Denn was für die Finnen die Sauna ist, ist für die Isländer das Schwimmbad: Hauptzeitvertreib und sozialer Treffpunkt Nummer eins. weiter lesen

Von Nürnberg in die Welt als „Freemover“

IMG_2947Mein Freund studiert in Münster. Ich in Nürnberg. Unser gemeinsames Ziel ist es, zusammen für ein Semester in Kalifornien zu studieren. Wir wollen nach Fresno, denn dort hat seine Uni eine Partneruniversität. Für mich heißt das, „Freemover“ werden.

Erfahrungen sammeln, eine neue Sprache lernen und vor allem Spaß haben. Deswegen verbringen viele Studenten ein Semester im Ausland. Bei der Organisation hilft das International Office der Hochschule und finanzielle Unterstützung bieten Programme wie Erasmus oder Auslandsbafög. Aus einer Liste wählen die Studenten eine passende Partneruni aus und schreiben dafür eine Bewerbung. Das klingt eigentlich total unkompliziert. Bei meinem Freund hat das genauso geklappt.

Aber was mache ich, wenn ich an eine Uni möchte, mit der meine Hochschule nicht „verpartnert“ ist? Das geht auch – ist aber wesentlich aufwendiger. „Freemover“ heißen Studenten, die sich eigenständig eine Universität auswählen und den Bewerbungsprozess auf eigene Faust durchziehen. Das International Office unterstützt sie nicht. Trotzdem ist es machbar. Schließlich will ich mit.

Dank meines Journalismus-Studiums habe ich gelernt, dass Anrufen mehr bringt als eine E-Mail zu schreiben, und dass „Abwimmeln-lassen“ keine Option ist. Zuerst stelle ich also Kontakt zum International Office der California State University in Fresno her. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass ich mich bewerben kann, ordne ich alle meine Unterlagen, übersetze meinen Lebenslauf und scanne Pass und TOEFL-Test ein. Die Bewerbung selbst läuft Online ab. Mehrere Seiten muss ich zu meiner Person und zu meiner akademischen Laufbahn ausfüllen. 55 Euro kostet allein dieser Prozess. Da ich schon persönlich Kontakt aufgenommen habe, darf ich meine Unterlagen direkt an das International Office per E-Mail schicken. Nun heißt es warten.

Geduldig, wie ich nicht bin, vergewissere ich mich zwischenzeitlich mehrmals telefonisch, dass meine Unterlagen angekommen und komplett sind. Schließlich, nach rund fünf Wochen, bin ich angenommen! Eine automatisch-generierte Mail mit meiner Matrikelnummer und eine persönliche mit der Bitte, weitere Dokumente anzufordern, sind in meinem Postfach. Über ein Versandprogramm schickt mir die Universität für weitere 50 Euro nun drei Papiere per Post zu. Unter anderem die Unterlagen für das Visum. Mein Geburtsort ist leider falsch angegeben. Also noch einmal die gesamte Prozedur. Dieses Mal riskiere ich den Standard-Versand und muss keine Kosten tragen. Es klappt. Nach einer Woche liegt das neue und richtige Papier in Nürnberg in meinem Briefkasten.

Da Wohnheime in den USA sehr beliebt sind, bewerbe ich mich gleich nach meiner Zusage dafür. Erstaunlicherweise ist noch Platz und mein Freund und ich bekommen je ein Zimmer in derselben Vierer-WG auf dem Campus. Der Mitvertrag ist schnell unterschrieben. Sie berechnen uns allerdings einen Aufpreis,  weil wir nur für ein Semester bleiben.

Schleichend wird mir bewusst, wie teuer das Auslandssemester wird. Klar, dass die Studiengebühren in den USA immens hoch sind. Doch obendrauf kommen zahlreiche weitere Beträge. Meine internationale Krankenversicherung genügt nicht, ich muss eine Zusatzversicherung über die Uni abschließen – 500 Euro weg. Das Visum kostet 200 Euro. Die Anmeldegebühr an der Uni 120 Euro. So geht das die ganze Zeit. Trotzdem zweifle ich keine Sekunde an meinem Plan.

Die Erfahrungen, die ich sammeln werde, sind mir jeden Cent wert. Mein Englisch auffrischen, das amerikanische Unileben mit dem Sport-Hype erleben und viele Roadtrips machen. Darauf freue ich am meisten! Gerade muss ich auf das Visum waren. Dazu hier bald mehr.

Johanna Kroll

Wer will an die Elite-Akademie?

Ab sofort können sich Studenten aller Fachrichtungen bayerischer Universitäten und Hochschulen für die studienbegleitende Ausbildung bei der Bayerischen Elite-Akademie bewerben.

Talentierte und leistungsbereite Studenten ab dem 3. Fachsemester, sowie Studenten in Masterstudiengängen und Doktoranden können sich bewerben. Die Akademie sucht „Persönlichkeiten, die etwas bewegen wollen, Initiative entwickeln, andere motivieren können, sich zuständig fühlen und Zivilcourage zeigen“. „Sie sollten das Ziel haben, Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft zu übernehmen.“

Bis zum 07. Januar 2011 müssen die vollständigen schriftlichen Bewerbungsunterlagen vorliegen. Dazu gehört neben einem Lebenslauf und ausführlichen Motivationsschreiben, je ein Gutachten eines Fachprofessors und eines Vertrauensdozenten der Bayerischen EliteAkademie. Von den jährlich knapp 400 Bewerberinnen und Bewerbern werden 30 Kandidaten ausgewählt. Die Besten der Besten beginnen gemeinsam ihre Ausbildung mit der Frühjahrspräsenzphase vom 27. März bis zum 21. April 2011.

Die Auswahlkriterien sind: Gesellschaftliches Engagement (auch in Sport, Musik, Kunst, Kultur); die Bereitschaft, künftig Führungsverantwortung übernehmen zu wollen; Interesse an ökonomischen Zusammenhängen; Kreativität; überdurchschnittliche Abitur- und Studienleistungen; Praktika, Stipendien und Auszeichnungen; Beherrschung von Fremdsprachen

Die Bayerische Elite-Akademie ist eine Stiftung der bayerischen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit den bayerischen Universitäten. Sie bereitet herausragende Studentinnen und Studenten bayerischer Hochschulen auf Führungsaufgaben vor. Insbesondere werden folgende Qualifikationen gefördert: Interdisziplinäres und interkulturelles Denken, Mut zur Entscheidung und Übernahme von Verantwortung, Fähigkeit zum ergebnisorientierten und ethikorientiertem Planen und Handeln sowie zur Integration und Motivation von Menschen. Diese Fähigkeiten werden in drei jeweils vierwöchigen Präsenzphasen vermittelt. Weitere wichtige Elemente der Ausbildung an der Bayerischen Elite-Akademie sind eine interdisziplinäre Projektarbeit und die enge Beziehung zu einem persönlichen Mentor aus den Führungsetagen der bayerischen Wirtschaft. Einen besonderen Höhepunkt stellen die Auslandsaufenthalte dar: In Brüssel lernen die Studenten die Funktionsweise der Europäischen Union und ihrer Institutionen kennen. Sie diskutieren mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik über Themen wie die Einflussnahme von Interessenverbänden, das Verfahren der europäischen Gesetzgebung oder die kulturelle Basis Europas. Im Rahmen einer vierzehntägigen Chinareise erhalten die Studenten Einblick in führende chinesische Unternehmen, in ihre Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten, und sie lernen in persönlichen Begegnungen mit führenden Vertretern der deutschen Wirtschaft die Herausforderungen kennen, denen sich deutsche Unternehmen auf diesem Markt stellen. Aufenthalte in chinesischen Familien und Workshops mit chinesischen Studenten vermitteln ein Verständnis der chinesischen Kultur und des Alltagslebens, das dem Reisenden sonst verschlossen bleibt. Die Palette der Studienfächer in den Jahrgängen der Bayerischen Elite-Akademie reicht von Physik, Maschinenbau, Informatik und Mechatronik bis zu Germanistik, Wirtschaftsgeographie und Sozialpädagogik. Diese große Bandbreite ist die Garantie für diese besondere Form interdisziplinärer und studienbegleitender Ausbildung.