Strände und Unis sollen fränkische Studenten anlocken

urn:newsml:dpa.com:20090101:100218-11-15029Australien ist für viele Deutsche ein beliebtes Urlaubsziel. Der Kontinent hat aber nicht nur solche traumhaften Strände zu bieten, sondern auch zahlreiche Hochschulen. Sieben Univer­sitäten und Institutionen aus Australien und Neuseeland haben sich zusammengeschlossen und werben bei uns für Studienaufenthalte in ihrer Ländern. Am morgigen Dienstag (8. Juni 2010) macht die „GOstralia“-Tour Halt an der ehemaligen Wiso in der Langen Gasse 20. Abiturienten und Studenten aller Fach­richtungen können sich dort von 10 bis 16 Uhr über ein Stu­dium „down under“ informieren.

fh

Bachelor auf Reisen

Aufmacher 1Ein halbes Jahr Australien zwi­schen Campus, Surfschule und Strand-Bar, das muss für Filmheld Momo aus der aktuellen Filmkomödie „13 Semester“ schon drin sein. Der kann es sich leisten, mag mancher Kinobesu­cher denken, der studiert schließ­lich noch auf Diplom!

Die meis­ten Bachelor-Studenten müssen heute schon in der Hälfte der Zeit zu ihrem Abschluss kommen, für Träume von Sonne und Meer bleibt da kaum Gelegenheit. Selbst Momo muss irgendwann feststellen, dass andere zu Hause mehr geackert haben und sich bereits nach der Regelstudienzeit ins Berufsleben verabschieden.

Die Bologna-Reform hat es deutlich schwerer gemacht, Aus­landsaufenthalt und Studium mit­einander zu verbinden. Bei zusätz­lichen Prüfungen und einem eng verzahnten Modulsystem lässt sich nur schwer etwas dazwi­schenschieben. Nicht zuletzt ist der Lernplan oft so vollgepackt, dass keine Zeit mehr bleibt für einen Nebenjob, der Geld in die Reisekasse spült.

Das Fernweh neu erwecken

Mit Mobilitätsfenstern und einer besseren Anerkennung der internationalen Kurse wollen die Universitäten das Fernweh der Studenten neu erwecken. Außer­dem sei es kein Muss, den Bache­lor in drei Jahren zu absolvieren. Doch gerade an diesem Punkt wirft das neue System Fragen auf: Soll ich für den Bachelor mit „Auslandsplus“ acht Semester einplanen, wenn ich an meiner Heim-Uni schon nach zehn Semes­tern bis zum Master kommen kann? Ist es nicht besser, für den ersten Abschluss hierzubleiben und den zweiten komplett in einem anderen Land zu machen?

Die Frage, wie viele Studenten zukünftig in die Fremde ziehen, hängt auch damit zusammen, ob der Bachelor tatsächlich aus­reicht fürs Berufsleben. Denn für Abgänger, die nur einen Abschluss machen, lohnt es sich, sofort ein oder zwei Auslandsse­mester einzulegen. Wer weiterstu­diert, kann seinen Horizont statt­dessen bei einem Praktikum erweitern oder indem er seinen Studienort vollständig verlegt. Australien soll toll sein, doch Europa bietet ebenfalls schöne Ziele. Bologna zum Beispiel.

Lisa Leander