Ein Ereignis, das zum Himmel stinkt

Die größte Blume der Welt, die Titanwurz, blüht am 01.08.2014 im Ökologisch-Botanischen Garten der Universität in Bayreuth (Bayern). Die Titanwurz erblüht nur etwa alle drei Jahre. Die Blüte dauert oft nur einen Tag oder eine Nacht und verströmt dabei einen intensiven Aasgeruch. Foto: Peter Kolb/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Großer Hype um eine kleine Blüte? Von wegen! Das hier ist nicht weniger als die größte Blüte der Welt. Sie öffnet sich eigentlich nur alle drei bis zehn Jahre, weshalb es einer botanischen Sensationn gleicht, dass sich die Titanwurz im Botanischen Garten der Uni Bayreuth in den nächsten Tagen nach nur zehn Monaten erneut öffnen wird. Wenn es soweit ist, verströmt die Pflanze einen widerlichen Gestank nach totem Fleisch. In ihrer ursprünglichen Heimat auf Sumatra lockt sie damit Aaskäfer an, die sie bestäuben. Doch auch die schaulustigen Menschen hält der „Duft“ nicht ab. Im vergangenen August kamen mehr als 12.000 Besucher, um das stinkende Spektakel und die bis zu drei Meter hohe Blume zu bestaunen.

Seinen Direktor hat sich der Botanische Garten der Universität namentlich passend zu seiner größten Attraktion ausgesucht: Gregor Aas sagt, dass die erneute Blüte innerhalb eines Jahres unter Botanikern als Rekord gelte. Normalerweise braucht die Titanwurz Jahre, um wieder genügend Energie zu sammeln. Weltweit haben Aufzeichnungen zufolge überhaupt erst rund 120 dieser Pflanzen in Botanischen Gärten geblüht. Der bislang kürzeste Abstand sei 2012 nach nur 18 Monaten in Basel gemessen worden, teilt die Universität mit. Die unterirdische Knolle der Blume wog dort mehr als 40 Kilogramm.

MOTIV: Blüte / Blühender Titanwurz im Palmengarten in Frankfurt . Foto: Hilke Steinecke; überm.v. Botan. Garten Bayr. Juli 2014.Zwischen diesem Donnerstag, 4. Juni, und kommenden Dienstag, 9. Juni, soll es in Bayreuth soweit sein. Der Botanische Garten der Universität verlängert dafür extra seine Öffnungszeiten und hat eine Webcam installiert, die das Ereignis filmt. Nach rund drei Tagen ist dann alles wieder vorbei. Der gelbe Blütenstab und das rotbraune Blütenblatt fallen in sich zusammen und die Pflanze tritt in eine sogenannte Ruhephase ein. Mal sehen wie lange sich die Titanwurz dann diesmal von dem Rummel erholen muss.

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Erlanger Ex-Prof: "Guttenberg hat sich bei meinen Ideen bedient"

Karl-Theodor zu Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg

24 Jahre lang war Jürgen Gebhardt Professor am Institut für Politische Wissenschaft der Uni Erlangen, bevor er 2002 in den Ruhestand ging. Teile seiner Schriften sind in der Doktorarbeit des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg aufgetaucht. In der Nürnberger Zeitung beschreibt Gebhardt seine „Nachgedanken eines Betroffenen“.

Zweifelsohne erfreut es jeden Forscher, wenn seine wissenschaftlichen Resultate in die Arbeiten des Nachwuchses eingehen und zudem auch von einem kompetenten Gutachter entsprechend positiv bewertet werden. Die von Guttenberg eingereichte Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag“ stellt sich als eine vergleichende Studie zur Entwicklung des westlichen Konstitutionalismus dar und fasst ihren Gegenstand im Sinne einer kulturwissenschaftlichen Verfassungslehre – im Widerspruch zu Positionen, welche die Staatsrechtslehre bislang vertreten hat.

Es ist Guttenberg zuzugestehen, dass er die Absicht hatte, einen eigenständigen Beitrag zur kulturwissenschaftlichen Interpretation des Konstitutionalismus zu leisten. Dieses ehrgeizige Vorhaben hat ihn jedoch völlig überfordert – trotz meiner ungewollten Hilfe. Somit kam es – wie auch immer dies vor sich ging – zu einer gewaltigen Materialsammlung, die mit und oft ohne bibliographischen Nachweis verarbeitet wurde. Der Eindruck einer Zitatesammlung konnte nur durch den Verzicht auf Nachweise, also durch Plagiate, vermieden werden. Noch schwerer wiegt, dass Guttenberg an seiner systematisch-konzeptionellen Fragestellung scheiterte und sich hierfür bei anderen Autoren bedienen musste. Nur so erklärt es sich, dass auch die von mir vorgelegten, systematisch ausgewiesenen Texte sorgfältig verfremdet, teilweise redundant plagiiert wurden. Ich habe mit anderen Wissenschaftlern somit unwissentlich dazu beigetragen, dass Guttenberg sich den Anschein theoretischer Originalität geben konnte. Den Gutachtern müssen meine Ideen eingeleuchtet haben. Wir, das Ghostwriter-Kollektiv, wurden immerhin mit „summa cum laude“ bewertet.

Akademische und politische Tugenden missachtet

Was die moralisch-politische Frage angeht, hätte der aufstrebende junge Politiker Guttenberg aus seiner Lektüre des von seinem Lehrer hochgeschätzten Klassikertextes, der „Federalist Papers“, einiges über die ethischen Voraussetzungen konstitutioneller Politik lernen können: „Das Ziel einer jeden politischen Verfassung ist oder sollte sein, (…) Regenten zu bestellen, die weise genug sind, um zu erkennen, was dem Gemeinwohl der Gesellschaft am besten dient, und tugendhaft genug, um dieser Erkenntnis gemäß zu handeln.“ Guttenberg hat also nicht nur gegen das verpflichtende Ethos der Wissenschaft verstoßen, sondern auch politische Kardinaltugenden missachtet.