Ab ins kalte Wasser – vom Hörsaal ins Büro

Für viele von uns ist das Praxissemester eine der letzten Hürden vor dem Bachelorabschluss. Im Idealfall sind die schlimmsten Prüfungen vorher bestanden und die längsten Hausarbeiten abgegeben. Ist das Praxissemester also nur dazu da, ein wenig Zeit zu schinden, oder hilft es wirklich beim Berufseinstieg? weiter lesen

Uni Erlangen steht ohne neuen Kanzler da

An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) bahnt sich eine größere Auseinandersetzung um die Besetzung einer prominenten Stelle an.

Der amtierende Kanzler Thomas Schöck, der Verwaltungschef der Uni, ist vor wenigen Wochen 65 Jahre alt geworden und geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Bereits im vergangenen Jahr ist die Stelle deswegen ausgeschrieben worden – streng nach den Vorgaben, die das bayerische Hochschulgesetz macht. Darin war also zu lesen, dass der neue Kanzler beziehungsweise die neue Kanzlerin eine ganze Reihe von Qualifikationen mitbringen muss: Verwaltungserfahrung, Kenntnisse im Haushaltsrecht und im Rechnungswesen, Erfahrung in Personalführung  und so weiter.

Nun hatte die Findungskommission der Uni aus einem Kreis von 18 Bewerberinnen und Bewerbern drei  in die engere Auswahl gezogen. Letztendlich einigte man sich auf eine Bambergerin, die zuvor in der Privatwirtschaft tätig war, genauer gesagt: in der Hochschulberatung. Nun legte ein übergangener Mitbewerber bei der Uni Einspruch gegen diese Entscheidung ein. Der Universitätsrat schmetterte seine Beschwerde jedoch einstimmig ab, man hatte ja bereits die Favoritin gekürt. Der Mann zog darauf hin vor das Verwawltungsgericht in Ansbach und bekam im Eilverfahren Recht: Die Uni darf ihre Kandidatin also nicht zur Kanzlerin ernennen. Ein paar Details hatte man nämlich „übersehen“, was das Gericht streng rügte: Bei den in der Stellenausschreibung und im Gesetz geforderten Kenntnissen von Verwaltung, Haushalt, Rechnungswesen, Personal etc ist bei der Uni-Favoritin schlicht Fehlanzeige.

Einen Tag nach Bekanntwerden der gerichtlichen Niederlage schaltet die Universitätsleitung nun auf stur: Die Kandidatin sei  die beste Bewerberin, ihre Eignung stehe „weiterhin außer Frage“. Man wolle nun selbst rechtliche Schritte prüfen. Alles hat den Anschein, dass die FAU jetzt mit aller Gewalt die eigene Kandidatin durchboxen will, obwohl sie – wie gesagt – die meisten formalen Anforderungen an die Stelle überhaupt nicht erfüllt.

(Foto: Uni Erlangen/PR)

fbh

Masterbewerbung am Ohm noch bis 15. Juni möglich

Derzeit laufen auch an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg die Bewerbungsfristen für das kommende Wintersemester 2012/2013. Noch bis zum 15. Juni können sich Studierende, die bereits einen Bachelor abgeschlossen haben, für einen entsprechenden Masterstudiengang bewerben. Auch für die Bachelorstudiengänge Architektur, Media-Engineering und International Business and Technology bleibt nur noch bis zum 15. Juni Zeit sich online anzumelden. Neu ist der zulassungsfreie Bachelorstudiengang Angewandte Mathematik und Physik.

Alle anderen haben noch vier Wochen länger, bis 15. Juli, Zeit sich für einen Studienrichtung zu entscheiden. Die Online-Registrierung ist die Voraussetzung für die spätere persönliche Einschreibung. Die Zulassungsbescheide werden bis Mitte August verschickt, die Immatrikulation findet voraussichtlich in der zweiten Septemberhälfte statt. Das Semester beginnt am 1. Oktober.

Studieninteressierte erhalten weitere Informationen online unter www.ohm-hochschule.de, per Mail an studienstart@ohm-hochschule.de oder 0911/58804114.

cm

 

Geeignet zum Lehrer?

In der Wirtschaft ist dieses Ver­fahren durchaus üblich. Im Assessment Center müssen Bewer­ber knifflige Aufgaben lösen, sich in Rollenspielen teamorientiert geben, aber trotzdem Führungs­stärke zeigen. Situationen aus dem späteren Beruf sollen simu­liert werden. Danach entscheidet der Personaler, wen er für den bes­ten Kandidaten hält.

Auch die Universität Passau setzt eine Art Assessment Center ein. Vor dem Start des Winterse­mesters haben sich mehr als 100 angehende Lehramtsstudenten dem Eignungstest unterzogen, in dem die Studenten viel über ihre eigenen Stärken und Schwächen erfahren. Der bundesweit einma­lige Test ist freiwillig, soll aber in zwei bis drei Jahren für alle Lehr­amtsstudenten in Passau ver­pflichtend werden.

Mit fünf Prüfungen durch den „PArcours“


Fünf verschiedene Aufgaben müssen die angehenden Studen­ten an einem Tag lösen. Ein guter Nebeneffekt für die Abiturienten: Sie lernen bereits einige Kommili­tonen kennen und können erste Kontakte knüpfen.

Prof. Norbert Seibert, Direktor des Zentrums für Lehrerbildung in Passau hat den „PArcours“ ini­tiiert, „weil wir keine ungeeigne­ten Studenten für das Lehramts­studium zulassen wollen“. Von den jetzigen Studenten seien zwar alle geeignet gewesen. Es könnten sich aber auch nur die freiwillig zur Probephase gemel­det haben, die ohnehin engagiert sind und sich bereits intensiv mit ihrem späteren Beruf auseinan­dersetzen.

Bei „PArcours“ mussten die Schulabgänger mündliche und schriftliche Übungen durchlau­fen. Es sollte getestet werden, wie selbstsicher sie sind, wie sie Kom­promisse aushandeln, wie effek­tiv und effizient sie handeln, wie sie Entscheidungen begründen und Probleme lösen. Am Ende des Tages hat jeder „Bewerber“ ein ausführliches Feedback über seine Stärken und seinen Entwick­lungsbedarf erhalten – anders als in der Wirtschaft.

Markus Kaiser

Der harte Weg zum Wunschpraktikum

Als Mitglied der „Generation Praktikum“ kennt man es: Um die späteren Chancen auf einen guten Job zu erhöhen, verplant man seine Semesterferien lange im Voraus mit diversen Praktika. Leider werfen die möglichen Praktikumsbetriebe die penible Planung manchmal im Handstreich komplett durcheinander:

  • Die mühsam zusammengestellte Bewerbungsmappe ist längst abgeschickt, aber von einer Eingangsbestätigung keine Spur. Also Warten. Nach ein paar Wochen traut sich der ratlose Bewerber dann endlich, einmal anzurufen und nachzufragen, ob die Bewerbung den angekommen ist. „Jaja, die haben wir bekommen“, heißt es dann pampig. „Aber wir haben soo viele Bewerbungen, das dauert, bis Sie von uns hören.“ Na toll. Und dann kommt wieder wochenlang nichts. Aus Hoffnung, doch noch eine Zusage zu bekommen, will sich der Bewerber aber nicht anderweitig umschauen. Schließlich – wahrscheinlich drei Wochen vor Ferienbeginn – kommt endlich die Absage des Betriebes. Schön, dass für ein anderes (gutes) Praktikum der Zug längst abgefahren ist.
  • Auch nett: Der Bewerber erhält zwar eine Zusage, allerdings für einen völlig anderen Termin. „Wie, Sie können im Mai und Juni nicht?“, kommt dann die ungläubige Frage. Irgendwie scheint die Personalabteilung den Studenten-Status übersehen zu haben.
  • Variante drei: Der Betrieb bietet zwar die Möglichkeit eines Praktikums an. „Aber nicht in Nürnberg, sondern in Hamburg.“ Immerhin. Doch dann heißt es, einen Zwischenmieter finden und irgendwo noch Geld auftreiben. Denn von der Praktikumsvergütung (i.d.R.: 0 €) lassen sich Hamburger Mietern schwer bezahlen.

Die „Generation Praktikum“ hat es also nicht leicht, an Wunschpraktika zu kommen. Das wäre  halb so schlimm. Aber oft sind es gerade die Unternehmen, die die größten Probleme machen, die später nur Leute einstellen, welche dort schon einmal ein Praktikum gemacht haben. Also: Geduldig sein. wk