Reicher Ex-Student spendet 270 Millionen an seine Uni

082713_Widener_steps_2335.jpgDie renommierte Harvard-Universität in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts hat die größte Spende ihrer Geschichte erhalten. Der Risikokapital-Anleger und ehemalige Student Gerald Chan habe 350 Millionen Dollar, umgerechnet rund 270 Millionen Euro, an die Hochschule gespendet, berichtet die Unizeitung „Harvard Crimson“.

Die großzügige Spende geht an die Fakultät für öffentliches Gesundheitswesen der Havard-Universität, an der Chan in den 70er Jahren zwei Abschlüsse in Medizin gemacht hat. Der inzwischen 63-Jährige leitet zusammen mit seinem Bruder eine Immobilien-Investment-Firma in Hongkong. Ihr Vermögen wird auf drei Milliarden Dollar geschätzt. Anlässlich der Spende wurde die Fakultät in T. H. Chan Fakultät für Gesundheitswesen umbenannt. Damit soll der verstorbene Vater des Geldgebers geehrt werden.

Die Spende ist nicht nur die höchste in der 378 Jahre langen Geschichte der Hochschule, sondern auch die dritthöchste weltweit für eine derartige Bildungseinrichtung. Laut „Harvard Crimson“ wurden in der Vergangenheit eine Milliarde Dollar an die indische Vedanta-Universität und 600 Millionen Dollar an das California Institute of Technology gespendet. Die Fakultät für Gesundheitswesen der Harvard-Universität will das Geld vor allem für die Forschung im Kampf gegen Pandemien wie Ebola sowie drängende humanitäre Probleme wie Armut verwenden.

Multimillionär Chan sagte dem „Harvard Crimson“, die Fakultät habe „eine einzigartige Stimme, die noch stärker gehört werden muss“. Chan besitzt auch Immobilien im Wert von mehr als hundert Millionen Dollar im Harvard Square, dem historischen Stadtteil von Cambridge rund um die Universität.

afp

Breit gefächertes Wissen – Im Studium naturale

FrankfurKunst, Theologie, Rechtslehre – diese Fächer zählten für Adelssöhne im Mittelalter zur guten Schule. Eine breite Allge­meinbildung war wichtig für die, die später Städte und Länder regieren sollten.

Heute dürfen auch Töchter studieren und Studi­engänge, die „Biomedical Compu­ting“ und „Aerospace Enginee­ring“ heißen, legen besonderen Wert auf Spezialisierung.

„Studia generalia“ hießen die ersten Universitäten in Europa. Im 13. Jahrhundert verlieh das Heilige Römische Reich diesen Titel ausschließlich an exzellente Bildungsstätten; die Pariser Sor­bonne gehörte bereits dazu, sowie die britischen Universitäten Oxford und Cambridge. „Stu­dium Generale“ war auch das Schlagwort des humanistischen Bildungsideals nach Humboldt. Geistes-, Sozial-, Rechts- und Naturwissenschaften – alles soll­ten die Studenten lernen.

Zurück zu den Wurzeln

Die Technische Universität München geht nun einen Schritt zurück zu den Wurzeln. In einem „Studium naturale“ sollen sich die Studenten breites Basiswissen aneignen, um sich anschließend besser für eine Fachrichtung ent­scheiden zu können. Das einjäh­rige Studienprogramm können Studenten freiwillig vor Beginn eines Bachelor-Studiengangs absolvieren. Sie lernen Grundla­gen der Physik, Mathematik, Bio­logie und Chemie. Eine erfolgrei­che Teilnahme erkennt die TUM dann bei der Zulassung zum Bachelorstudium an; einzelne Ver­anstaltungen können angerechnet werden.

„Das Studium naturale wird unsere Studierenden zu individu­eller Studiengestaltung erziehen. Wer es bestanden hat, wird später kaum zu den Abbrechern des nachfolgenden Studiums gehö­ren“, sagt TUM-Präsident Wolf­gang Herrmann. Das Studium naturale wird am Wissenschafts­zentrum Weihenstephan der TUM zunächst für drei Jahre erprobt und soll jährlich bis zu 100 Studie­rende aufnehmen.

Christina Merkel