Ohm-Student bekommt Preis für rasanten 3D-Kurzfilm

YouTube Preview ImageOhm-Absolvent Florian Werzinski ist für seine Diplomarbeit doppelt ausgezeichnet worden – vor kurzem bereits von der Design-Fakultät der Fachhochschule mit dem Preis für die beste Abschlussarbeit.

Jetzt hat er auch noch den begehrten „Animago-Award“ bekommen, eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Animation im deutschsprachigen Raum. Werzinskis Diplomarbeit ist ein animierter Kurzfilm in 3D. Darin brettert Pizzabote Luigi durch ein italienisches Städtchen, denn ein Gast hat vier Pizzen in die Via Santa Maria bestellt – und zwar „pronto“! Weil der Pizzalieferant ordentlich Gas gibt, hat er jedoch schon nach kurzer Zeit die Polizei an den Fersen…

Für seinen 3D-Film hat der Student keine Mühen gescheut: Um ein möglichst authentisches Abbild hinzubekommen, flog er in den Ferien nach Italien und machte Hunderte Fotos von italienischen Straßenzügen. Oben haben wir die 2D-Version des Filmes bei Youtube verlinkt.

fbh

Ohm-Film schaffte es bis nach Cannes

wehe2Großer Erfolg für Sermin Kaynak, die vergangenes Jahr ihr Design-Studium an der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule abgeschlossen hat: Ihre Diplomarbeit wurde als einer von zehn vielversprechenden deutschen Nachwuchsfilmen auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt. Wie es dazu kam, steht am Montag (7. Juni 2010) in der Stadtausgabe der Nürnberger Zeitung (Seite +3).

Zu sehen ist der fünfminütige Kurzfilm „Oh wehe mir“ unter diesem Link.

fh

Diplomarbeit in Unternehmen

Von Julius Brockmann

Die Diplomarbeit ist eine wissenschaftliche Arbeit, die an der Uni geschrieben wird. Aber wer geht schon nach seinem Studium in die Wissenschaft? Warum also die Abschlussarbeit nicht auch gleich in einem Konzern schreiben?

Doch so einfach ist das gar nicht. Denn manche Professoren sind von der Idee nicht angetan. Trotzdem wollen einige Studenten ihre Abschlussarbeit nicht nur zu Hause am Schreibtisch verfassen, sondern erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern knüpfen. Sie schreiben ihre Arbeit extern.

Ulrike Hertel geht diesen ungewöhnlichen Weg. Sie schreibt ihre Magisterarbeit im Studienfach Theater- und Medienwissenschaft und hat sich dafür das Unternehmen Loewe ausgesucht. Die Zusammenarbeit klappe gut, sagt sie. In diesem Fachbereich ist es nicht üblich, die Magisterarbeit auszulagern. Die Abschlussarbeit extern zu verfassen, schreibt man eher den Naturwissenschaftlern zu. Harald Braun studiert Physik in Erlangen und schreibt seine Arbeit am Zentrum für Medizinische Physik und Technik (ZMPT). Eigentlich wollte er seine Arbeit beim Elektrokonzern Siemens verfassen. Doch dann kam alles etwas anders: Sein Institut machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Harald Braun hatte den Kontakt zu Siemens über die Bayerische EliteAkademie bekommen. Siemens lud ihn ein, sich das Unternehmen anzusehen und schlug zwei mögliche Diplomthemen vor.

„Ich hätte schon gern in einem Unternehmen geschrieben“, so der Physik-Student, „aber ich bin auch nicht traurig, jetzt hier im ZMPT zu schreiben.“ Der 25-Jährige beschäftigt sich in seiner Arbeit mit dem Computertomographen und will die Bilder, die dieser liefert, verbessern.

Aber warum hatte man seitens des Instituts Bedenken, ihn seine Arbeit außerhalb schreiben zu lassen? Prof. Thomas Fauster vom Lehrstuhl für Festkörperphysik erklärt: „Diplomarbeiten in der Physik sind in der Regel Grundlagenforschung. Industrielle Forschung und Entwicklung ist dagegen meist angewandt und kurzfristig auf ein Produkt ausgerichtet.“ Deshalb seien Diplomarbeiten in Unternehmen nur mit Genehmigung des Prüfungsausschusses möglich.

Als weiteren Grund, warum wenige in der Physik extern schreiben, nennt er die lange Bearbeitungszeit der Arbeit. Auch die Art des Studiums bedinge eher eine Arbeit an der Uni: „Meiner Erfahrung nach wird von unseren Absolventen die Industrieerfahrung nicht erwartet“, sagt er. „Wesentlich wichtiger ist die gute Ausbildung in der Physik, verbunden mit der Fähigkeit analytisch zu denken und schwierige, neue Probleme zu lösen. Dieses lernt man in der Diplom- oder Doktorarbeit an der Universität auf dem Gebiet der Grundlagenforschung besser als in kurzfristigen Industrieprojekten“, so Prof. Thomas Fauster weiter.

Robert Riesebieter studierte in Wilhelmshaven Maschinenbau. An seiner Fachhochschule ist es üblich, die Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Der 24-Jährige legte 2007 ein Praxissemester ein und kam zu Siemens Energy nach Erlangen. „Es hat mir sehr gut gefallen. Das Team war toll“, erzählt er. Während des Studiums hatte er bereits Diagramme des Unternehmens benutzt. „Es ist üblich, in die Industrie zu gehen“, sagt Riesebieter, „dann hat man als Absolvent bereits einen Fuß in der Tür.“ Während des Praxissemesters zahlte Siemens 600 Euro pro Monat, für die Arbeit an der Abschlussarbeit eine Aufwandsentschädigung von 800 Euro.

Eva-Maria Baumann, Pressesprecherin von Siemens Energy, sieht eine steigende Tendenz, denn immer mehr Studenten kämen ins Unternehmen, um hier ihre Abschlussarbeit zu schreiben. „Im Jahre 2008 hatten wir 110 Diplomanten und Doktoranden bei uns“, sagt sie. Dabei würden nicht ausschließlich Maschinenbauer genommen. So seien als Beispiel auch angehende Betriebswirte und Studenten in der Kommunikationsabteilung zu nennen. Eine anschließende Übernahme, wie im Falle Riesenbieters, sei dabei erwünscht.

Geld für die Diplomarbeit

Von Julius Brockmann

Verlag_M_ller.jpgJede Menge Tränen und Schweiß stecken in Abschlussarbeiten von Studenten. Manchen fällt das Schreiben der Magister- oder Diplomarbeit leicht, andere kämpfen sich durch Nächte, sind monatelang nicht ansprechbar. Viele leben ganz für das Projekt wissenschaftliche Publikation.

Schade eigentlich, dass kaum jemand die Arbeiten der Studis liest. Neben Erst- und Zweitkorrektor wühlen sich höchstens noch Freunde und Familie durch die Magisterarbeit eines Kommilitonen. Wer sich für die Nachwelt verewigen möchte, kann seinen wissenschaftlichen Text allerdings auch einem breiteren Publikum zugängig machen. Zum einen, indem er seine Arbeit der örtlichen Universitätsbibliothek zur Verfügung stellt, zum anderen, indem er sich an einen Fachverlag wendet.

Keine Kosten für den Druck

So bietet zum Beispiel der Grin-Verlag die Möglichkeit, seine Texte dort zu veröffentlichen. Auf der Internetseite kann man in wenigen Minuten den Fleiß von Monaten hochladen und online veröffentlichen. Wer zu einem aktuellen Thema geschrieben hat, das auch für große Massen interessant sein könnte, kann darüber hinaus versuchen, Geld mit seiner Arbeit zu verdienen. Der Verlag kümmert sich um Druck und Layout. Der Autor kassiert 40 Prozent des Nettoverkaufspreises.

Ein ähnliches Angebot bieten auch diplom.de und der Verlag Dr. Müller. Die Werke werden in der Regel alle mit einer ISBN-Nummer versehen und können dann auch bei Amazon und Co. bestellt werden. Der Studi hat keine Kosten für Vermarktung und Druck. Dieser erfolgt dann auch erst auf Anfrage. Zunächst speichern die Verlage die Arbeiten nur digital.