Chemikum ist doch Flop statt Top

Chemikum_SPONBei Spiegel Online ist es noch top. In Erlangen längst ein Flop. Das Chemikum der Uni erhitzte heute die Gemüter. „Unfassbar, dass dieses Gebäude seit Jahren fertig sein soll und jetzt auf unbestimmte Zeit leer steht. Und dann wird das auch noch als Top-Bauprojekt ausgezeichnet“, schrieb ein Nutzer. „Wäre heute der 1. April würde ich sagen: toller Beitrag, lange nicht so gelacht. Platz eins der ,Top Ten der Großprojekte‘ aus der Hertie-Studie – mir fehlen die Worte“, ein anderer.

Die Hertie School of Governance musste heute auf Anfrage der Nürnberger Zeitung auch zurückrudern. „Man hätte nicht jedes der 170 in Deutschland untersuchten Projekte persönlich besichtigen können“, teilte die private Hochschule in einer Mail an die NZ mit. Die verwendeten Informationen stammten aus den zuständigen Ministerien, Rechnungshöfen und Parlamentsberichten. Erlangen ist in der Hauptstadt halt doch ziemlich fern.

 

BestandWorst_CostPerforming„Dass im Jahr 2013 eine Bauverzögerung und Mehrkosten von 11 Millionen Euro gemeldet wurden, ist den Autoren der Studie schlichtweg entgangen. Das Projekt hätte als nicht abgeschlossen kategorisiert werden dürfen“, gesteht die Hochschule ein und entschuldigt sich. Man werde den Fehler korrigieren und sei dankbar für alle Hinweise und Informationen, die zu einer Verbesserung der Datengrundlage führen.Wir sind es auch.

Das Chemikum soll nun übrigens zum kommenden Wintersemester in diesem Herbst bezugsfertig sein. Mal schauen, ob das klappt.

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Erlanger Professor stirbt beim Franken-Tatort

Tatort-LogoAlle fiebern dem ersten Franken-Tatort entgegen. Heute, am ersten Drehtag in Nürnberg und Erlangen, sickerten erste Details der Handlung durch: Das Mord-Opfer ist an angesehener Professor an der Friedrich-Alexander-Universität. Seine Ehefrau vermutet ihn an seinem Arbeitsplatz, doch der Wissenschaftler treibt sich lieber mit seiner Geliebten in einem abgelegenen Waldstück herum. Allerdings nicht lange. Beim Liebesspiel in seinem Auto wird er durch zwei Kopfschüsse aus nächster Nähe getötet.

„Als die Polizei eintrifft, stehen beide Wagentüren offen. Der Fahrersitz mit dem toten Ranstedt ist weit zurückgeschoben. Die Person, die mit ihm im Auto war, ist verschwunden. Ihre Spuren enden an einer kleinen Landstraße. Nichts deutet auf ihre Identität hin“, schreibt der Bayerische Rundfunk.

Dreharbeiten auf dem Golfplatz

Die Dreharbeiten starteten heute in der Nähe eines Golfplatzes in Nemsdorf, im Süden Nürnbergs. Das Produktionsteam hatte den Ort weiträumig abgesperrt, trotzdem konnten Schaulustige ein paar Szenen erhaschen. Zur Erinnerung: Matthias Egersdörfer spielt im Franken-Tatort mit. Er übernimmt die Rolle des Michael Schatz, Leiter der Spurensicherung. Kabarettist Egersdörfer ist in Nürnberg geboren, in Lauf an der Pegnitz aufgewachsen und wohnt in Fürth. Außerdem dürfen 250 Komparsen aus Franken im Tatort mitspielen, der voraussichtlich im Frühjahr 2015 ausgestrahlt werden soll.

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Parkscheiben in der Unibib

Parkscheibe

Damit die Pause wirklich kurz bleibt. Foto: FAU

In der Prüfungszeit wird es eng in den Uni-Bibliotheken in Nürnberg und Erlangen. Viele Lernwillige finden dann keinen Sitzplatz mehr. Besonders ärgerlich ist das, wenn Taschen und Jacken die Plätze besetzen, von deren Besitzern weit und breit aber nichts zu sehen ist.

Gegen unfaire Reservierungen gehen die Bibliotheksmitarbeiter jetzt vor. Sie haben Parkscheiben an den Arbeitsplätzen angebracht. In der Hauptbibliothek in Erlangen und in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Zweigbibliothek in Nürnberg gibt es die extra gestalteten orangefarbenen Drehscheiben, auf denen „kurze Pause“ steht.

Wenn ein Besucher von seinem Platz aufsteht, stellt er die aktuelle Uhrzeit ein – egal, ob er zur Büchersuche geht oder zum Mittagessen in die Mensa. Ist er nach einer Stunde noch nicht zurück, darf ein anderer Anwärter den reservierten Platz räumen und Stifte, Ordner und Laptop zur Seite schieben. „Bitte unterstützen Sie diese Maßnahme, die Ihnen die Suche nach einem freien Arbeitsplatz erleichtern soll“, schreiben die UB-Mitarbeiter. Erste Reaktionen gibt es unter der Ankündigung im Internet: Nutzer Michael schreibt: „Das finde ich ist eine sehr gute Idee! Ich musste dieses Jahr wiederholt Arbeiten im Stehen verrichten!“ Aber Sibel hat Bedenken: „Ich finde es super, dass man dieses Problem ernst nimmt, nur leider denke ich, dass sich viele nicht daran halten werden.“

Manche sorgen sich um ihre Unterlagen. „E.T.“ schreibt: „Wildfremde Leute sollen einfach so jemandes Unterlagen durcheinanderbringen dürfen? Nicht unbedingt die beste Lösung.“ Doch wer geht, kann seine Sachen ja auch mitnehmen. Andere plädieren sogar dafür, die Wartezeit noch strenger zu regeln und die Tische schon nach 30 Minuten zum Abräumen frei zu geben. Ein Bußgeld bei Überschreitung der Park- beziehungsweise Pausenzeiten wird es nicht geben.

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Studentenhaus bleibt zwei Jahre lang geschlossen

Die letzten Gäste des Studentenhauses.

Die letzten Gäste des Studentenhauses.

Das Erlanger Studentenhaus am Langemarckplatz ist zu. Und wird es auch zwei Jahre lang bleiben. So lange dauert die Generalsanierung des 80 Jahre alten Gebäudes, in dem die Innenstadtmensa und die Hauptverwaltung des Studentenwerks untergebracht waren. Der aus den 1960er Jahren stammende Ostflügel wird Anfang März abgerissen.

 

So sah das Studentenhaus früher aus.

So sah das Studentenhaus früher aus.

Damit die Studierenden trotzdem nicht verhungern, betreibt das Studentenwerk ab kommender Woche und während des gesamten Umbaus im Garten des Hauses eine provisorische Mensa in einer Leichtbauhalle. Im „WerksGärtla“ wird es täglich von 11.15 Uhr bis 15 Uhr zwei Mittagsgerichte geben, davon immer ein vegetarisches oder veganes.
Die Infotheke und Privatzimmervermittlung, die bislang gleich neben dem Haupteingang zu finden waren, werden auch mit ins WerksGärtla verlegt. Die Hauptkasse ist für die Dauer der Sanierung in der Südmensa in der Erwin-Rommel-Straße 60 zu finden. Die Geschäftsführung ist bereits im Sommer umgezogen. Die Mitarbeiter bleiben künftig dauerhaft in der Hofmannstraße 27, dort befindet sich auch das BAföG-Amt.

Das neue "WERKsGärtla"

Das neue "WERKsGärtla".

Das Bayerische Wissenschaftssministerium zahlt 10,8 Millionen Euro für die Sanierung, die insgesamt rund 15 Millionen Euro kosten wird.
Am Freitag gingen die Studenten Andreas Dotzler und Tobias Meißner als letzte Gäste durch die Kasse der alten Mensa. Der Leiter der Hochschulgastronomie, Mathias Meyer, schenkte ihnen einen tragbaren Campingstuhl, damit sie auch währen des Umbaus immer einen Sitzplatz haben. cm

Sanierungsstau: Studis schlagen Thesen ans Schloss

Die Studenten der Uni Erlangen-Nürnberg müssen sich an Martin Luther orientiert haben. Vergangene Woche hefteten sie nachts Thesenpapiere an die schwere Tür des Erlanger Schlosses, in dem Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske sitzt.

Während der Reformator Luther in seinen über 90 Thesen unter anderem den Ablasshandel kritisierte, haben die Studenten zehn Thesen zur Unterfinanzierung der Hochschule aufgestellt: „Es studiert sich schlecht mit Bauhelm“, lautet eine. Oder: „Wer Gebäude baut, muss sie in Stand halten.“ Das Papier beginnt mit der Aussage: „Die Kochstraße ist überall.“

In der Erlanger Kochstraße war vor einigen Monaten in einem Gebäude der Uni ein Teil der Decke heruntergestürzt. Daraufhin entbrannte eine Diskussion über die teilweise maroden Gebäude. Mehr als 20 Millionen Euro benötigt die Uni allein dafür, dringendste Reparaturen durchzuführen. Der Freistaat stellt jedoch weit weniger Geld zur Verfügung. Am Donnerstag waren bis zu 500 Studenten in Erlangen auf die Straße gegangen, um erneut auf die Unterfinanzierung hinzuweisen.

In den kommenden Wochen sollen zudem Postkarten an den Freistaat geschickt werden. Die Studenten waren aufgerufen, den Satz zu vervollständigen: „Ich danke der bayerischen Landesregierung für…“ Die Karten sollen vor Weihnachten verschickt werden, hieß es gegenüber der NZ. Im kommenden Jahr ist eine Diskussionsrunde mit Politikern und der Hochschulleitung geplant.

fc

Studenten kaperten Dies Academicus für Proteste

Voll wie in Überblicksvorlesungen für Erstsemester war es am Montagabend beim Dies Academicus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Der große Hörsaal der Medizinischen Fakultät am Ulmenweg reichte nicht aus, um allen Gästen einen Sitzplatz zu bieten.

Hörsaal reichte nicht für alle Gäste

Parallel musste die Veranstaltung per Videoübertragung in einem Nachbarsaal gezeigt werden – „um zu demonstrieren, wie es den Studenten in den großen Fächern geht“, sagte FAU-Präsident Karl-Dieter Grüske. Im vergangenen Jahr hätte der Saal noch ausgereicht, heuer hätten sich jedoch besonders viele Gäste angemeldet. In den vergangenen Jahren war die Universität meist im Erlanger Redoutensaal zu Gast gewesen.

Grüske sagte über die auch heuer wieder gestiegenen Studentenzahlen, diese seien zunehmend eine Belastung für die inzwischen 270 Jahre alte Universität sowie die Stadt Erlangen – etwa was Wohnen oder Verkehr anbelange.

Rekord bei Drittmitteln

Allerdings zeige sich, dass die Zahl der Studenten sich relativ gleichmäßig auf vier der fünf Fakultäten verteile. Für die Medizin (fünf Prozent der Studenten) gelten freilich aufgrund der bundesweiten Quotierung der Studienplätze andere Regeln. Beim Einwerben der Drittmittel konnte die FAU den Trend der vergangenen Jahre fortsetzen und mit eingeworbenen 160 Millionen Euro wieder einen Rekord aufstellen.

Freilich musste der Präsident auch auf den schlechten Zustand des Philosophischen Seminargebäudes in der Erlanger Kochstraße eingehen. Das war schon deswegen unausweichlich, weil alle Gäste den Sitzprotest einiger Studenten geisteswissenschaftlicher Fächer im Foyer mitbekommen hatten. Grüske versuchte, offensiv mit der Situation umzugehen. Der Sit-In der Studenten sei berechtigt.

Sanierungsbedarf von fast einer Milliarde (!) Euro

Ohnehin sei die Situation „extrem schwierig für alle Beteiligten“. Die Uni treffe jedoch keine Schuld, immerhin habe sie im vergangenen Jahr beim Freistaat einen „dringendsten Renovierungsbedarf“ in Höhe von 40 Millionen Euro angemeldet. „Erhalten haben wir aber nur 3,8 Millionen Euro, das heißt, dass über 90 Prozent weitergeschoben wurden.

Inzwischen beliefen sich die aufgeschobenen, aber dringend nötigen Renovierungen auf „mehrere Hundert Millionen Euro“. Der Präsident zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich „die Politik der grundsätzlichen Problematik von Sanierungsstau und ausufernden Bewirtschaftungskosten annehmen wird“.

Buh-Rufe und Pfiffe für Staatssekretär

Der Angesprochene, Staatssekretär Bernd Sibler (CSU), wurde beim Gang ans Rednerpult ausgepfiffen und ausgebuht. Parallel marschierte eine etwa 40-köpfige Gruppe ebenfalls nach vorne. Der akademische Nachwuchs, allesamt mit gelben Bauhelmen auf dem Kopf, entrollte ein Transparent mit dem Slogan: „Gefährlich unterfinanziert“. Sibler reagierte souverän, sprach die Studenten, die sich schweigend neben dem Pult postierten, immer wieder direkt an und dankte ihnen sogar für die angemessene Form des Protestes.

Wo Spitzenforschung stattfinde, müssten auch die Rahmenbedingungen passen, meinte Sibler. „Danke, dass Sie darauf aufmerksam machen.“ Konkrete Zusagen machte der Staatssekretär des neuen Superministeriums für Wissenschaft und Kultus freilich nicht. Recht allgemein bekräftigte er das Ansinnen der Staatsregierung, die Hochschulen im Freistaat auch weiterhin kräftig zu fördern. Sibler lobte die Universität und ihren Präsident dafür, die Max-Planck-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft nach Erlangen und Nürnberg geholt zu haben.

Auch Studentenvertreter beklagen marode Bausubstanz

Studentenvertreter Thorsten Wißmann feierte noch einmal die bayerischen Bürger dafür, dass sie per Volksbegehren die Staatsregierung zum Abschaffen der Studiengebühren gebracht hatten. Nun müsse der Freistaat sein Versprechen einlösen und die weggefallenen Gebühren vollständig kompensieren. Der Universität warf er vor, in den vergangenen Semestern zu viel Geld aus dem Gebührentopf ausgegeben zu haben. Nun könnten etwa einige Tutorien nicht mehr angeboten werden, bis die „Schulden ausgeglichen“ seien. „Da müssen wir jetzt durch.“

Zum Deckeneinsturz in der Kochstraße sagte Wißmann, eine rechtzeitige Sanierung wäre billiger gekommen. Er wies die Aussage Grüskes zurück, der Vorfall sei unvorhersehbar gewesen. Im Gegenteil: Der schlechte Zustand sei Studenten wie Personal bestens bekannt gewesen. „Ein solcher vermeidbarer Fall darf sich auf keinen Fall an unserer Uni wiederholen“, resümierte der Student.

Gleichstellungspreis für den Kanzler

Zum Dies Academicus gehört stets eine Reihe von Auszeichnungen. Der scheidende Kanzler Thomas Schöck wurde für seine Verdienste um eine familienfreundliche Universität mit dem Gleichstellungspreis der Uni geehrt. Jiachun Lu (China) und Parisa Khoram (Iran) wurden mit Preisen für „hervorragende Leistungen ausländischer Studenten“ ausgezeichnet. Zu Ehrensenatoren wurden das ehemalige Siemens-Vorstandsmitglied Dietrich Ernst und der Verleger Gunther Oschmann ernannt.

Den Festvortrag hielt Michael Lackner. Der Inhaber des Lehrstuhles für Sinologie ist seit 2009 Direktor des Internationalen Kollegs für Geisteswissenschaftliche Forschung „Schicksal, Freiheit und Prognose“: Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa. Unter dem Motto „Zukunft im Plural? Formen der Prognostik in China“ sprach Lackner über kulturell bedingt unterschiedliche Sichtweisen auf zukünftige Ereignisse.

fbh

Uni: Kochstraße wieder offen – aber nur teilweise

Aufatmen für viele Geisteswissenschaftler: Nachdem im Sommer der Bau an der Kochstraße wegen akuter Baufälligkeit kurzfristig gesperrt werden musste, kann zumindest der Südflügel wieder bezogen werden. Während der vorlesungsfreien Zeit wurden dort einsturzgefährdete Decken saniert. Für die Mitarbeiter und Studenten einiger Institute kann der Betrieb also an alter Stelle vorerst weitergehen. Auch die Institutsbibliotheken der Klassischen Archäologie, Lateinischen Philologie des Mittelalters und der Neuzeit, der Indogermanistik und der Indoiranistik sind wieder zugänglich.

Nicht so gut sieht es für die großen Departments Geografie, Soziologie und Politische Wissenschaften aus. Deren Bibliotheken liegen im deutlich größeren Nordflügel des Gebäudes, der erst in den kommenden Monaten saniert werden kann. Die Arbeiten sind aufwändiger und werden vermutlich noch bis zum Beginn der Vorlesungszeit des Sommersemesters dauern, also wohl bis April 2014.

Für die Studenten bedeutet das, dass sie an Fachliteratur nur dann kommen, wenn sie sich auf die Reise in den Erlanger Süden machen. Die drei genannten Bibliotheken ziehen nämlich in diesen Tagen in ein Bürogebäude in Tennenlohe um, das die Immobilienagentur des Freistaates Bayern („Imby“) für die Universität angemietet hat. Dort stehen 6000 Quadratmeter zur Verfügung.

Doch auch beim Umzug lief nicht alles glatt. Die Arbeiten mussten Ende vergangener Woche kurzfristig unterbrochen werden, weil nicht klar war, ob die Gebäude den Anforderungen an die Statik Genüge leisten. Ein Gutachten musste her. Inzwischen konnten die Zweifel an der Tragfähigkeit ausgeräumt werden, der Umzug kann weitergehen.

Für die Studenten ist die Situation mehr als ärgerlich. Monatelang war der bequeme Weg der Recherche in den Institutsbibliotheken nicht möglich. An Bücher kam man zwar, aber nur über ein internes Bestellsystem. Vor dem Regal stehen und nach thematisch passenden Titeln suchen – das ging nicht. Weil gegen Ende der Vorlesungszeit Hausarbeiten zu schreiben waren, hatten viele Professoren nach vorheriger Absprache auch Abgabefristen verlängert.

Wer Bücher aus dem Bestand der Geografen, Soziologen oder der Politologen braucht, findet sie in den nächsten Tagen im Ausweichquartier Am Wetterkreuz 15 in Tennenlohe. In dringenden Fällen können Studenten ausnahmsweise per Fernleihe aus anderen deutschen Bibliotheken bestellen.

Trotz der Unannehmlichkeiten für Studenten und Personal zeigte sich Uni-Kanzler Thomas Schöck erfreut darüber, wie zügig Sanierung, Teilfreigabe und Umzug über die Bühne gegangen seien: „In den 25 Jahren meiner Amtszeit ist weder die Anmietung einer so großen Fläche (…) noch die Durchführung einer Sanierungsmaßnahme je in einem solchen Parforceritt realisiert worden“, teilte er mit.

fbh

Bildungsstreik für sanierte Gebäude?

Angesichts der rekordverdächtigen Studentenzahlen erheben die bayerischen Unis – zusammengeschlossen in Universität Bayern e.V. – Forderungen für den Fall, dass die Rekordserie nicht so bald abreißt: In einem Positionspapier fordern sie „umfangreiche Investitionen in die bauliche, apparative und informationstechnische Infrastruktur“. Da ist von einem Investitionsstau die Rede, der zügig abgebaut werden müsse. Den Bedarf für Sanierung von Gebäuden beziffern sie in „Milliardenhöhe“.

Die Angst der Uni-Chefs ist nicht unbegründet. Viele Gebäude sind in die Jahre gekommen. Zu eng geht es ohnehin vielerorts zu. Da den Studentenvertretern mit der Abschaffung der Studiengebühren eines ihrer wichtigsten Themen abhanden gekommen ist, wäre es kaum verwunderlich, wenn sich im kommenden Jahr eine Neuauflage des „Bildungsstreiks“ mit quälender Enge in Vorlesungssälen und einsturzgefährdeten Seminargebäuden befasst. An konkreten Fällen mangelt es nicht. Man denke nur an den maroden Bau der Philosophischen Fakultät in der Erlanger Kochstraße…

fbh

 

Erlanger mauern bei Oma-Studi-WG

Vor zwei Jahren hat die Stadt Erlangen das Projekt „Wohnen für Hilfe“ auf den Weg gebracht. Die Idee dahinter: Studenten kommen für wenig Geld bei Privatleuten unter und bieten im Gegenzug Hilfe im Haushalt an. Das könnte zum Beispiel Unterstützung bei der Gartenarbeit sein, Babysitting oder Fahrten zum Arzt oder Supermarkt. Familien wünschen sich oft Studenten einer bestimmten Fachrichtung, weil das Kind vielleicht Nachhilfe braucht.

In den zwei Jahren wurden 59 Partnerschaften vermittelt. Eine Zahl, mit der die Stadt Erlangen zufrieden ist – aber sie könnte freilich immer noch höher sein. Denn die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist deutlich höher als das Angebot. Gerade im wohlsituierten Erlangen haben es viele Eigenheimbesitzer – auf Deutsch gesagt – nicht nötig unterzuvermieten, selbst wenn die Kinder längst aus dem Haus sind und die halbe Hütte leersteht. Viele Haus- oder Wohnungsbesitzer scheuen sich auch davor, einen fremden Menschen ins Haus zu holen.

Dabei vereinbaren Eigentümer und Untermieter Rechte und Pflichten per Vertrag. Oft funktioniert das ganz gut, Konflikte sind aber nicht auszuschließen. Manchmal kommt der Student seinen Aufgaben nicht nach, ab und zu sind die Forderungen der Hausbesitzer zu hoch. Es gibt aber auch eine Reihe von Erfolgsgeschichten. Manche Familien weinen jetzt schon, wenn sie daran denken, dass „ihr“ Student in ein, zwei Semestern mit dem Studium fertig ist und ausziehen wird.

Wer einem Studenten eine Bleibe bieten will, meldet sich am besten bei der Stadt Erlangen unter 09131-86-1586. Informationen gibt es auch hier. Für Studenten, die wenig zahlen wollen, im Gegenzug aber zur Hilfe in Haus und Garten bereit sind, gilt das gleiche. Auf Facebook kann man sich auch schon mal ein paar Angebote und Gesuche ansehen.

Vor gut zwei Jahren hat die Stadt Erlangen das Projekt Wohnen für Hilfe gestartet. Der Gedanke:

Studenten kommen für wenig Geld bei Privatleuten unter und bieten im Gegenzug Hilfe im Haushalt an. Das könnte zum Beispiel Unterstützung bei der Gartenarbeit sein, Babysitting oder Fahrten zum Arzt oder Supermarkt. Familien wünschen sich oft Studenten einer bestimmten Fachrichtung, weil das Kind vielleicht Nachhilfe braucht.

In den zwei Jahren wurden 59 Partnerschaften vermittelt. Eine Zahl, mit der die Stadt Erlangen zufrieden ist – aber sie könnte freilich immer noch höher sein. Denn die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist deutlich höher als das Angebot. Viele Haus- oder Wohungsbesitzer scheuen sich, einen fremden Menschen ins Haus zu holen.

Rechte und Pflichten vereinbaren Eigentümer und Untermieter per Vertrag. Oft funktioniert das allerdings ganz gut, Konflikte sind aber nicht auszuschließen. Manchmal kommt der Student seinen Aufgaben nicht nach, ab und zu sind die Forderungen der Hausbesitzer zu hoch. Es gibt aber auch eine Reihe von Erfolgsgeschichten. Manche Familien weinen jetzt schon, wenn sie daran denken, dass „ihr“ Student in ein, zwei Semester mit dem Studium fertig ist und ausziehen wird.

Parken im Schlossgarten? Kein Problem!

Ausriss aus Welt am Sonntag, 11. August, Seite M3

Ausriss aus Welt am Sonntag, 11. August, Seite M3

Dieses Problem dürften alle kennen, die in Erlangen wohnen oder studieren: Man findet seeeehr schwer einen Parkplatz. Am besten man bewegt sich mit dem Fahrrad fort – freilich nicht im Schlossgarten, denn dort ist das Radeln verboten, ein Ärgernis, über das sich bereits Generationen von Studis achselzuckend hinwegsetzen.

Mit dem Auto kann man übrigens problemlos in den Schlossgarten fahren, auch das direkte Parken vor der Orangerie (vor einem Jahr für zehn Millionen Euro aufwendig restauriert) ist jederzeit möglich. Einzige Bedingung: Man muss einer überregionalen Zeitung eine Geschichte über ein Auto erzählen, das einem gar nicht gehört. Ach, Halt! Eine Bedingung muss noch erfüllt sein: Man muss, so steht es im Beitrag, „Beziehungen zur Universität“ haben und bereit sein, diese auch „spielen“ zu lassen. Dann kann man sich auch „sehr kurzfristig eine Genehmigung besorgen“. Wenn man die dann hat, darf man sich sogar mitsamt Auto und Orangerie fotografieren lassen…

Wenn ich das nächste Mal einen Termin in der Gegend habe, parke ich vielleicht auch im Schlossgarten. Über das Auto, das mir nicht gehört, den zuverlässigen NZ-Dienstwagen (Opel Vectra), kann ich auch ganz viele Geschichten erzählen! Wer kommt zum Fotografieren? Und wer den Selbstversuch wagt, kann uns gerne seine Auto-Fotos aus dem Schlossgarten schicken!

fbh