Facebook-Fasten fast geschafft

Ich gebe zu: Ich bin Facebook-abhängig. Ich schaue nicht nur einmal am Tag auf Facebook, um die wichtigsten Neuigkeiten mitzukriegen, sondern ich verfalle viel zu häufig dem hirnlosen Scrollen in meinem bodenlosen Newsfeed. Und ja, das kann auch seine guten Seiten haben. Ab und zu schiebt sich dann doch eine interessante Veranstaltung, ein cooles Praktikum, oder die Verlobung einer entfernt Bekannten vorbei. Und ich stoße immer wieder auf Artikel, die mich interessieren. Trotzdem – ich hasse es, weiter lesen

Nürnberger Studis haben Erfolg mit digitaler Nacktheit

Dass es so etwas gibt wie soziale Netzwerke und dass man darin einen Haufen Peinlichkeiten von sich geben kann, das hat inzwischen sogar die Bundesjustizministerin festgestellt. Deshalb hat ihr Ministerium vor einiger Zeit einen Wettbewerb („Mach dich nicht nackig!“) ausgerufen: Studenten sollten sich eine Kampagne zum Thema Datenschutz in sozialen Netzwerken ausdenken – so unter dem Motto „Was man besser alles nicht postet“. Unter die besten Zehn sind gleich zwei Nürnberger gekommen: Michael Morgenstern, der an der Ohm-TH studiert, hat den dritten Platz mit einem Video im Stil eines Lehrvideos gemacht. Und Martin Kießling, ebenfalls vom Ohm, hat eine Fotoserie zur digitalen Nacktheit geschossen und ist damit auf den siebten Platz gekommen.

Man findet die Top Ten der Einsendungen inklusive der Nürnberger Videos auf der Ministeriumsseite. Glückwunsch an beiden Herren!

 

Kommt doch ein echtes Semesterticket?

Dass es für Nürnberg und Umgebung kein „echtes“ Semesterticket gibt, also eines, das deswegen erschwinglich ist, weil es für alle Studenten obligatorisch ist, dürfte inzwischen eigentlich bekannt sein. Trotzdem regt sich immer mal wieder Protest – so dass jetzt sogar die Münchner Edelfedern aufgewacht sind. Zurzeit machen jedenfalls einige Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Internet Druck – und können erste Ergebnisse vorweisen.

Till Müller hat vor kurzem eine Facebook-Gruppe gegründet, die nach seinen Angaben innerhalb von nur 24 Stunden über 2000 Sympathisanten gewinnen konnte. Inzwischen sind es über 3600. Der Psychologie-Student will, wie er sagt, „ein Zeichen gegen die nicht mehr tragbaren Studentenpreise setzen“. Und in einer Mail an die NZ beklagt Deborah Woznicki die „Ausbeutung der Studenten in Erlangen-Nürnberg“: „Die Kosten haben ihren Höchstpunkt erreicht und behindern uns in unserem Studium. Der Staat blutet nach Bildung, doch sieht gnadenlos zu, wie uns der VGN ausbeutet. Mit den Studiengebühren und einem viel zu hohen Preis für ein Fahrticket ist es uns nicht möglich, sorgenfrei zu studieren.“ Die Forderung lautet: Ein bezahlbares Semesterticket soll her, das sechs Monate lang im ganzen Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gilt. Und bitte flott.

Studentenwerk hält Forderung für „berechtigt“
Beim Studentenwerk Erlangen-Nürnberg hört man die Botschaft durchaus. Geschäftsführer Otto de Ponte hat vor wenigen Tagen ein Gespräch mit Till Müller und dessen Mitstreiter Florian Murrer geführt. Der NZ gegenüber zeigt er sich beeindruckt darüber, „wie gut sich die Studenten kundig gemacht“ haben. Die Forderung nach einem echten Semesterticket hält er für „berechtigt“ – und er prognostiziert: „Bevor es in dieser Sache keine Lösung gibt, wird es auch keine Ruhe geben.“

Das Studentenwerk hat inzwischen die Planungen für eine Semesterkarte nach dem sogenannten Solidarmodell – man könnte auch sagen: Zwangsmodell – verworfen: Es sollen nicht alle Studenten verpflichtet werden, ein teures Semesterticket für den VGN-Gesamtraum über den Studentenwerksbeitrag zu erwerben. An der Einschätzung, dass dieses Modell juristisch zu Fall gebracht werden könnte, hat sich nämlich nichts geändert. Schon seit jeher fürchten Studentenwerk, Politik und Verkehrsbetriebe, dass ein zu teures Zwangsticket von einem Gericht kassiert werden könnte. Konkret fürchtet man Klagen von Erlanger Studenten. Die legen viele Wege zu Fuß oder per Fahrrad zurück und würden, so fürchtet man, wohl nicht einsehen, eine größere Summe für ein Ticket zu bezahlen, das sie kaum nutzen, mit dem sie aber die Pendelei ihrer Kommilitonen aus Nürnberg, Fürth und dem Umland subventionieren würden.

Sockel- statt Solidarmodell
De Ponte zieht nun ein Sockelmodell in Betracht: Alle Studenten würden demnach einen obligatorischen Beitrag leisten, der zwischen 50 und 70 Euro liegen könnte. Mit dieser Zahlung könnten alle Fahrten zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen abgegolten sein. Wer von weiter weg zur Hochschule fährt, etwa aus dem Nürnberger Land oder der Fränkischen Schweiz, könnte dann weitere Verbundzonen einfach dazukaufen. Dieses Modell würde einer gerichtlichen Überprüfung vermutlich standhalten.

Nun müsse der VGN ein adäquates Angebot auf den Tisch legen, meint de Ponte. Kein Problem, sagt dort Klaus Dechamps, der sich seit Jahren mit dem Thema befasst. Bisher hätten die Studenten aber immer das Solidarmodell befürwortet. Wenn nun der Sockel gefragt sei, könne man entsprechende Berechnungen anstellen. Dechamps erinnert aber an eine Befragung vor einigen Jahren, in der sich die Studenten mit großer Mehrheit für das Solidarmodell ausgesprochen hatten. Nur etwa fünf Prozent hätten den Sockel vorgezogen. „Wir sind da aber grundsätzlich offen“, sagt Dechamps. „Dazu müssen die Studentenvertreter aber offiziell an uns herantreten.“ Ob sich dann bei einer Abstimmung unter allen Studenten eine Mehrheit wirklich für das Sockelmodell ausspricht, sei fraglich. Jetzt soll also wieder verhandelt werden.

Florian Heider

Profitieren von Apple, Google und Facebook

Wie verändern Apple, Google und Facebook unsere Welt? Unter diesem Titel stellt Professor Dr. Michael Amberg, Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Ergebnisse eines von der Hans Frisch-Stiftung geförderten Forschungsprojekts vor. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 29. Juni 2010, 18 Uhr, Lange Gasse 20, Nürnberg, statt.

 Die Hans-Frisch-Stiftung unterstützt die wissenschaftliche Forschung an der Juristischen Fakultät, der Philosophischen Fakultät sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der FAU.

 

NZ

Der Kampf ist eröffnet: Facebook klagt gegen StudiVZ

Entbl__ung_im_StudiVZ_Blog.jpgDas, was so offensichtlich ist, wird nun auch juristisch geprüft. Als das StudiVZ 2005 aufkam, munkelten viele Studenten, dass wohl Facebook eine deutsche Version unter anderem Namen verkaufen wolle. Tatsächlich waren das Design und die Funktionen der neuen Community stark an Facebook angelehnt. Ähnlichkeiten? Natürlich rein zufällig.

Die cleveren Studenten von damals um Mitbegründer Ehssan Darian verkauften das StudiVZ an die Holtzbrinck Verlagsgruppe, zu der auch „Die Zeit“ und „Der Tagesspiegel“ gehören.

Nun ärgert  sich dieser mit den Facebook-Gründern herum. Denn die Plagiats-Vorwürfe des amerikanischen Unternehmens beschäftigt mittlerweile ein kalifornisches Gericht.

StudiVZ wehrt sich gegen Vorwürfe

Dem StudiVZ-Chef Marcus Riecke gefällt das gar nicht. Er wirft nun wiederum Facebook vor, eine monopolistische Stellung auf der Welt anstreben zu wollen. Promt folgte eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart.

Fest steht derzeit wohl nur, dass beide Vorwürfe, betrachtet man sie ganz unabhängig von der Interessenslage, nicht aus der Luft gegriffen sind. Wer Ehssan Darian kennt, weiß, dass man damals sehr wohl bei Facebook, nennen wir es mal Ideenfindung betrieben hat. Wer die Pressemitteilungen rund um Facebook der vergangenen Wochen verfolgt hat, wird auch dem Holtzbrinckverlag zustimmen: Facebook gibt es mittlerweile in einer deutschen und spanischen Version. Das StudiVZ hat in Deutschland momentan mit sechs Millionen Mitgliedern im Vergleich zu knapp einer Millionen Nutzern von Facebook allerdings noch die Nase vorn.