Forschung und Lehre für 8,50 Euro die Stunde

Dies academicus 2013, akademische Jahrfeier der FAUHochschulen sind schon lange keine attraktiven Arbeitgeber für junge Wissenschaftler mehr. Schlecht bezahlte Zeitverträge sind die Regel. Morgen demonstrieren Lehrbeauftragte in Nürnberg für bessere Arbeitsbedingungen.

Sie haben einen Hochschulabschluss, manche sogar einen Doktortitel. Als wissenschaftliche Mitarbeiter forschen sie, arbeiten Professoren zu und halten Vorlesungen. Die Anstellung ist auf ein Jahr befristet, pro Stunde gibt es weniger als den Mindestlohn von 8,50 Euro. Jahr für Jahr wird verlängert.

Der Stundenlohn von 25 Euro wirkt als würde es Lehrbeauftragten besser gehen. Doch ihnen werden nur reine Unterrichtsstunden bezahlt. Keine Vorbereitungzeiten, kein Urlaub, keine Krankheitstage und keine Feiertage. Sozialversicherungsbeiträge müssen Lehrbeauftragte alleine tragen, Kündigungsschutz gibt es nicht. Der Lohn wird erst nach Ende des Semesters ausbezahlt.

Morgen protestieren in ganz Deutschland Dozenten für bessere Arbeitsbedingungen. In Nürnberg demonstrieren die Lehrbeauftragten der Hochschule für Musik  von 10 bis 14 Uhr in der Veilhofstraße 34. Die Musikpädagogen der Universität Erlangen-Nürnberg wollen von 12.30 bis 13.30 Uhr vor der Mensa der früheren EWF in der Regensburger Str. 160 für ihr Anliegen werben.

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Eine Zeitkapsel für den Konzertsaal

Grundsteinlegung der Hochschule für MusikEine Zeitreise würde viele gerne einmal machen. Wie haben die Leute vor 100 Jahren gelebt, was haben sie gemacht und gedacht? Das Gebäude der Hochschule für Musik in Nürnberg, das Sebastianspital, ist 100 Jahre alt. Zur Zeit wird es umgebaut und saniert. In der Mitte entsteht ein neuer Orchestersaal. Und der bekommt auch eine Zeitreisekapsel.

In die Fasade lassen die Bauarbeiter einen Stein mit einem geheimen Fach ein. Dorthinein kommt ein Zylinder aus Metall. Doch was sollen die Leute in den nächsten 100 Jahren finden? Jeder, der am Bau beteiligten Projektpartner durfte bei der Grundsteinlegung etwas hineintun.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly brachte die Titelseiten der aktuellen Nürnberger Zeitung und Nürnberger Nachrichten mit. Der Baureferent der Stadt Nürnberg, Daniel Ulrich, legte den Bauplan bei. Die Zukunftsstiftung der Sparkasse sponsert den Konzertsaal mit 1,56 Millionen Euro und steckte auch eine symbolische Münze in die Zeitkapsel.

Dazu darf bei einer Musik-Hochschule die Kunst nicht fehlen. Hochschulpräsident Martin Ullrich steuerte eine Stimmgabel bei und Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner brachte ein Notenblatt mit: vom Komponisten Hans Leo Haßler aus dem Jahr 1596 „Nun fanget an ein guts Liedlein zu singen, laßt Instrument und Lauten auch erklingen.“

Wer auch immer die Zeitkapsel im Stein in 100 Jahren finden, er wird überrascht sein.

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