Hochschulwahl: Viele Fragezeichen und ein paar Kreuzchen

Einmal im Jahr bittet die Uni ihre Studenten an die Wahlurnen – doch nur wenige unter ihnen wissen, um was es bei den Hochschulwahlen wirklich geht. Die Folge: unglaublich niedrige Wahlbeteiligungen, meist nur knapp über zehn Prozent. Eine funktionierende Demokratie sieht anders aus. Sind Studenten wirklich so politikverdrossen? weiter lesen

Geht zur Hochschulwahl!

WahlDass Bundestags- und Landtagswahlen wichtig sind, sollte man echt keinem Studenten mehr erklären müssen. Bei Kommunalwahlen sieht es da schon anders aus. „Gääähn“ lautet oft die Reaktion auf Fragen nach dem Interesse an der Politik in Städten und Dörfern. Ganz ähnlich sieht es bei den Hochschulwahlen aus : Obwohl die Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und Nürnberg mit ihren mehr als 40.000 Studierenden und noch mal rund 6.300 Beschäftigten die Ausmaße so mancher Kleinstadt übersteigt, sind die Hochschulwahlen den meisten Uni-Angehörigen ziemlich egal.

Gerade bei den Studenten war die Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren, katastrophal: Nur 10,27 Prozent der Wahlberechtigten gingen im Jahr 2015 an die Urnen. Am besten schnitten da noch die Medizinerinnen und Mediziner ab, die ein stattliches Ergebnis von mehr als 20 Prozent erzielten. Ein peinliches Bild gab jedoch – gerade für mich als Politikwissenschaftlerin – die Philosophische Fakultät ab. Nicht einmal fünf Prozent der dort Studierenden gaben ihre Stimme ab.

HorneggerDoch bevor ich jetzt anfange zu lamentieren, starte ich lieber einen Aufruf: Geht wählen! Alle! Denn gerade in den universitären Gremien habt ihr dadurch die Chance, eure Meinung kundzutun und eure Interessen zu vertreten. Sei es beim Thema Semesterticket oder zur Anwesenheitspflicht in Seminaren – gerade bei solchen vermeintlich „kleinen“ Wahlen sind eure Chancen am größten, etwas zu verändern, was euch direkt betrifft.

Mehr Informationen zur Hochschulwahl am 15. und 16. Juni findet ihr auf der Seite der Uni und der Studierendenvertretung. Wer noch unentschieden ist, was er wählen soll, kann beim Hochschulwahlkompass die eigenen Positionen mit denen der verschiedenen Listen vergleichen.

Kerstin Kesselgruber

Große Hochschulwahlen an der Uni

Am Dienstag, 5. Juli, sind alle Studenten und Mitarbeiter der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zur großen Hochschulwahl aufgerufen. Sie wählen ihre Vertreter für den Senat, die Fakultätsräte, die Fachschaftsvertretungen und den Studentischen Konvent. Die sieben Wahllokale, verteilt auf Erlangen und Nürnberg, haben von 9.00-18.00 Uhr geöffnet.

Die zugelassenen Wahlvorschläge hängen seit Ende Mai an den Schwarzen Brettern aus in der Halbmondstraße, dem Kollegienhaus und an der Technischen Fakultät in Erlangen sowie an den Anschlagtafeln in den Hörsaalgebäuden Lange Gasse 20 und Regensburger Straße 160 in Nürnberg. Online können die Wahlvorschläge unter www.wahlen.uni-erlangen.de eingesehen werden. Unter dieser Adresse finden sich auch zahlreiche weitere Informationen zur Vorbereitung und Durchführung der Wahl sowie nach Auszählung der Stimmen die Ergebnisse.

Alle Wahlberechtigten haben vor der Wahl eine persönliche Wahlbenachrichtigung erhalten, aus der unter anderem hervorgeht, in welchem Wahllokal gewählt werden kann. Die Stimmabgabe in einem anderen Wahllokal ist nicht möglich. Für die persönliche Stimmabgabe im Wahllokal wird die Wahlbenachrichtigung nicht unbedingt benötigt; die Vorlage eines Lichtbildausweises (z. B. Personalausweis oder Führerschein) genügt. Durch das Vorlegen der Wahlbenachrichtigung wird die Arbeit der Wahlhelfer jedoch erleichtert und der flüssige Ablauf der Wahl unterstützt.

Wahlberechtigte, die einen Briefwahlantrag gestellt haben, können ihre Stimme nicht im Wahllokal, sondern nur per Briefwahl abgeben. Der Wahlbrief muss in diesem Fall spätestens am Wahltag um 18.00 Uhr beim Wahlamt eingegangen sein, sonst kann er nicht mehr berücksichtigt werden.

fbh

Und wieder wird gewählt

Gr_ne.JPGAm Dienstag, 24. Juni, sind Hochschulwahlen. Und keiner wird hingehen, soviel ist klar. Die Wahlbeteiligung liegt im Schnitt bei 13 Prozent. Da es nur um die kleine Variante des Kreuzchen-Machens geht, ist der Termin allgemein unbekannt und schlecht beworben. Einzig die Grüne Hochschulgruppe buhlt zurzeit mächtig um Aufmerksamkeit. Mit Plakaten in der Erlanger Innenstadt und dem Spruch „Hirn einschalten GHG wählen!“ wird auf die kommende Wahl hingewiesen. Darunter ist ein Gehirn abgebildet, das einen Schaltknopf, wie man ihn von Kaffeemaschinen kennt, besitzt. Wahlplakate an sich werden wohl eher selten einen Wettbewerb in Sachen Kreativität gewinnen, aber immerhin gibt dies Anlass, sich über die anstehende Wahl zu informieren.

So bestimmt jeder, der sich am 24. aufraffen kann darüber, wer im Senat, in den Fakultätsräten und im Studentischen Konvent sitzen wird. Die Wahllokale – von 9 bis 18 Uhr geöffnet – sind zum Beispiel im Kollegienhaus, der Philosophischen Fakultät, im Hörsaalgebäude der Physik, der Cafeteria der WiWi in Nürnberg, sowie an der ehemaligen Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Es dürfte also nicht zu schwierig sein, dort kurz vorbei zu schauen und seinen Stimmzettel abzugeben.

Wer sich im Vorfeld über die Kandidaten schlau machen will, der kann dies hier tun.