Game of Thrones: Nichts wissen macht mehr Spaß

Achtung Spoiler Alert! Denn die Wissenschaft ist ein Spielverderber. Sie sagt uns, dass Rauchen krank macht, Smartphones dumm und Kaffee alt. Und jetzt auch noch das: Daenerys Targaryen wird sterben! Die sexy Drachenlady aus der TV-Hitserie „Game of Thrones“! Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent überlebt sie die gerade gestartete, sechste Staffel nicht. 50 Tage lang haben 40 Informatik-Studenten der TU München vor ihrem Computern gesessen, um das herauszufinden. Na toll.

Doch damit nicht genug: Bei Tommen Baratheon, dem schüchternen Prinzen der Sieben Königreiche, liegt die Sterbewahrscheinlichkeit sogar bei 97 Prozent. Nur eine gute Nachricht gibt es: Jon Snow, der eigentlich am Ende von Staffel fünf heldenhaft ins Jenseits ging, wird wohl doch ein Hintertürchen finden – bei ihm kamen die Algorithmen nur auf elf Prozent.

Natürlich wollen alle wissen, wer wann wie als nächstes stirbt in einer Serie, die dafür bekannt ist, dass ständig ein Hauptcharakter nach dem anderen drauf geht. Zwölf Millionen Menschen sahen sich in der Nacht von Sonntag auf Montag die heißersehnte erste Folge der sechsten Staffel an. Aber wer will schon WIRKLICH vorher wissen, wie es weitergeht? Wo bleibt da noch die Spannung?

Angeblich ist der, der uns das eingebrockt hat, sogar selbst Hardcore-Fan der Serie. Doktorand Guy Yachdav hat sich die Studie ausgedacht und verwirklicht. Sie wollten mal etwas anderes berechnen als immer nur Finanzen, sagt er. Die Nachwuchsforscher gingen streng wissenschaftlich vor.  Ihr Computerprogramm durchsuchte die Online-Datenbank „Game of Thrones Wiki“ und testete 24 Eigenschaften der Figuren. Das Ergebnis: Männer sterben früher als Frauen. Bekannte eher als unbekannte Leute. Und wenn die Mutter schon tot ist, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Charakter selbst stirbt.

Die Wissenschaft nimmt einem mit solchen Informationen die ganze Unbeschwertheit und den Spaß. Lieber sitzen wir mit einer Tasse Kaffee und Zigarette in der Hand vor unserem Smartphone und schauen unwissend aber glücklich Game of Thrones.

Wer es trotzdem nicht lassen kann… Die Studenten haben alle ihre Ergebnisse ins Netz gestellt: https://got.show/statistics

Christina Merkel

Der Nerd-O-Mat

Bist du ein Nerd?

Bist du ein Nerd? Foto: Uni Passau

Kommst  du keinen Tag ohne Internet aus? Trägst du gerne weiße Tennissocken mit schwarzen Lederschuhen und kurzer Hose? Bist du öfter auf LANals auf Studentenpartys? Beantwortest du diese drei Fragen mit „Ja“, dann bist du ein Nerd und solltest unbedingt Informatik an der Universität Passau studieren. 

Lange Haare, dicke Brille, kariertes Hemd – so lauten die gängigen Vorurteile über das Aussehen von Computerfreaks. Sogenannte Nerds, die dem Klischee entsprechend die meiste Zeit ihres Lebens in dunklen Kellerräumen vor einem Computerbildschirm verbringen und im „wirklichen“ Leben keine Freunde haben. Die Fakultät für Informatik der Uni Passau hat sich nun ein besonderes Konzept ausgedacht, um dieses Bild vom Informatikstudenten zu überholen. 

„Mit dem Nerd-O-Mat wollen wir überspitzt und unterhaltsam auf die Vorurteile gegenüber Informatikern aufmerksam machen“, sagt Joachim Posegga, Professor für IT-Sicherheit an der Uni Passau und Nerd-O-Mat-Erfinder. „Und dann natürlich zeigen, dass es auch anders geht.“ Der Computertest soll Abiturienten zeigen, dass auch sie Informatik studieren könnten. 

„Das Studium in Passau wird interessante Einblicke für dich bieten. Du kannst hier deine Informatik- und Nerd-Kenntnisse weiter vertiefen. Aber auch deine No-Nerd-Kenntnisse testen und weiter verbessern“, rät der Nerd-O-Mat jedem positiv Getesteten. 

„Passau ist keine rein technische Universität. Auf unserem schönen Campus kriegen die Studenten auch genug vom ,richtigen‘ Leben mit“, sagt Posegga. „Das Nerd-Image schreckt Studenten zu unrecht ab.“ Der Nerd-O-Mat solle die Menschen vor allem auf die Homepage ziehen. „Dort sieht dann jeder, wie vielfältig und facettenreich ein Informatikstudium ist.“ Informatik ist sogar, so wird Student Toni auf der Homepage zitiert, „verdammt sexy!“. Außerdem gebe es trotz Wirtschaftskrise viele Arbeitsplätze, sagt Posegga. 

Beantwortet ein potenzieller Student alle Fragen des Nerd-O-Mat mit Nein, ist er zwar kein Nerd, sollte aber laut Auswertung trotzdem unbedingt Informatik an der Uni Passau studieren.

Christina Merkel

Akkurater Spatenstich für den Neubau der Mathematiker

Die Baustelle auf dem Uni Südgelände

Die Baustelle auf dem Uni Südgelände

Vier Leute halten den Pavillion fest, und trotzdem fängt sich der Wind in der Plane und knickt das Gestänge. Unbrauchbar geworden, wird das Pavillion kuzerhand hinterm Festzelt versteckt. Damit die Gäste es nicht sehen, die gleich zum feierlichen Spatenstich für das neue Uni-Gebäude zum Erlanger Südgelände kommen. Die Bauarbeiten für den Neubau der Mathematik und Informatik können heute offiziell beginnen. Deshalb putzen Helfer den planierten Sandplatz hinter der Bibliothek der Techni­schen Fakultät für den Festakt heraus. Doch auch die beiden Blumenstöcke, die links und rechts neben dem Rednerpult stehen sollen, können dem Wind nicht trotzen. Die Pflanzenkübel aus Plastik fallen immer wieder um, Zweige brechen ab. Nachdem die Helfer sie mehrfach vergebens wieder aufgerichet haben, ersetzten sie sie doch durch standfestere Sträucher in Tontöpfen.

Denn für einen solchen Spatenstich muss sogar eine Baustelle schick aussehen. „Mehrfach haben die in den letzten Tagen den großen Sandhaufen mit Baggern hin- und hergeschaufelt“, berichten die Mitarbeiter im angrenzenden Gebäude. „Vielleicht, damit es schöner aussieht“, vermuten sie, „oder um Arbeit vorzutäuschen.“ Jetzt überragt ein Sandberg das Festzelt, oben auf thront gut sichtbar der größte Bagger der Baustelle. Vier weitere Bagger stehen hinter dem für die Gäste planierten Platz in Reih und Glied, ihre Schaufeln sind – mathematisch korrekt – auf einen Punkt in Richtung der Gäste hin ausgerichtet.

 

Minister, Bürgermeister und Uni-Rektor beim Spatenstich

Im Juli 2011 soll der Neubau fertig sein.  Es entstehen 8000 Quadratmetern für neue Hör­säle, Seminar- und Übungsräume und eine Bibliothek für insgesamt zwölf Lehrstühle, ist auf einer Infotafel zu lesen. Da die Tafel aufgrund des starken Windes ebenfalls umzufallen droht, müssen zwei junge Frauen des Catering-Personals spontan als Gewichte herhalten. In weißen T-Shirts und blauen Schürzen, mit den Armen hinter ihren Rücken verschränkt, stehen sie auf den Querstreben der Stützpfosten.

Falls es gleich auch noch zu regnen beginnt, sind nicht die beiden Frauen, aber zumindest das Rednerpult von einem Schirm überdacht. Mit Wäscheklammern steckt ein Mann den überhängenden Stoff zurück. Denn verdeckte Gesichter der Redner machen sich auf den Fotos bestimmt schlecht. Umso besser sieht die vorbereitete Stelle für den obligatorischen ersten Spatenstich aus: Sie ist mit Holzlatten abgesteckt, acht Spaten stecken im Sand, auf den Griffen sind acht Helme platziert. Der Wind rührt sie nicht. Alles ist vorbereitet, die Gäste können kommen.

Jedoch achten Minister, Architekt, Uni-Rektor und Bürgermeister nicht auf die Ordung der Baustelle. Entgegen ausdrücklicher Anweisungen, landet der Sand beim ersten Spatenstich weder zeitgleich noch parallel auf dem Platz.

Christina Merkel