Endspurt! Heute noch bis Mitternacht abstimmen

Bierdeckel  Die Studentenvertretung lässt sich jede Menge einfallen, um in den letzten Stunden noch möglichst viele zur Abstimmung über das Semesterticket zu bewegen. Noch heute bis Mitternacht kann jeder Student an der Uni Erlangen-Nürnberg und der TH Nürnberg seine Stimme abgeben. Morgen um 11 Uhr steht dann fest, ob es ab Oktober ein Semesterticket geben wird oder nicht.

 

KloGestern half Uni-Kanzlerin Sybille Reichert beim Flyerverteilen am Langemarckplatz, heute steht Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik in der Mensa und informiert über das Angebot des VGN. Letzte Woche warb bereits Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske für das Semesterticket. Auch andere kreative Werbeplattformen haben sich die Aktiven einfallen lassen. Unter dem Motto „Für mehr Nahverkehr“ werben Kondome für den solidarischen Sockelbeitrag von 65 Euro pro Semester. Das Zusatzmodell lässt sich so leicht erklären, dass es auf Bierdeckeln Platz findet. Wer es ständig eilig hat, findet vielleicht auf dem stillen Örtchen etwas Zeit sich zu informieren.

 

 

 

 

 

KondomePlakate, Flyer etc. haben die Studierendenvertretung und die beteiligten Kommunen finanziert, die das Semesterticket als wichtige Werbung für die Region als Hochschulstandort sehen. Die Städte haben außerdem eine Bürgschaft in Höhe von 1,7 Millionen Euro zugesichert, um Anlaufschwierigkeiten auszugleichen. Sollten weniger als 37 Prozent der Studenten das Zusatzticket kaufen, gleichen sie die Einnahmeausfälle des VGN im ersten Jahr aus.

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Abstimmung zählt – Quorum erreicht

BusDie Wahl zum Semesterticket gilt: Schon jetzt ist die nötige Teilnehmerzahl erreicht. Bis gestern Nacht gab bereits mehr als ein Drittel der Studenten an FAU und TH seine Stimme ab. Diese Beteiligungsquote ist nötig, damit die Abstimmung offiziell zählt.

Ob sich die Mehrheit der Studenten für oder gegen das Semesterticket ausspricht, bleibt noch offen. „Wir sind angespannt und nervös wie es ausgehen wird – aber zuversichtlich“, sagt Benedikt Kopera, der sich seit drei Jahren für das Ticket einsetzt. „Die letzte Möglichkeit zu einer Abstimmung hatten die Studenten vor zwölf Jahren, solange wollen wir nicht noch einmal warten.“ Die aktuelle Studentengeneration bekommt keine zweite Chance mehr.

Trotzdem kritisieren im Internet viele das aktuelle Angebot. Den meisten sind 43 Euro für ein Monatsticket, mit dem sie im gesamten VGN-Gebiet rund um die Uhr fahren dürfen, zu teuer. „Natürlich hätten auch wir uns ein geringere Kosten gewünscht“, sagt FAU-Präsident Karl-Dieter Grüske. „Aber es ist das Beste, was wir nach jahrelangen Verhandlungen kriegen konnten.“ Erlangen Oberbürgermeister Florian Janik spricht sogar von einem „hochattraktiven Angebot“: „Für nur 1,40 Euro am Tag fährt sonst niemand!“

Für Studenten, die nur innerhalb Erlangens unterwegs sind, wird das neue Ticket tatsächlich teurer. Sie bezahlen derzeit 36,60 Euro pro Monat. Wer zu Fuß geht oder das Fahrrad nutzt, zahlt gar nichts. Alle anderen profitieren vom neuen Semesterticket: Nur in Nürnberg zu fahren, kostet bislang 50,90 Euro. Wer wegen seines Studiums, der Wohnung oder dem Nebenjob zwischen beiden Städten pendeln muss, ist bereits bei 82,80 Euro. Besonders tief in die Tasche greifen müssen alle, die aus dem Umland zur Uni fahren. Eine Monatskarte von Ansbach nach Erlangen kostet aktuell 191,90 Euro.

Noch eine Woche lang, bis Mittwoch, 21. Januar, können die Studenten abstimmen. Am Donnerstag, 22. Januar, steht das Ergebnis dann fest.

Startschuss fürs Semesterticket – Abstimmung läuft

Start Abstimmung SemesterticketNach einer Stunde hatten schon 4500 abgestimmt: Zehn Tage lang haben die Studenten in Nürnberg und Erlangen Zeit, sich für oder gegen ein Semesterticket im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) auszusprechen. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik sprach von einem „historischen Moment“.

Er ist genauso alt wie die Diskussion um das Semesterticket: Heute feiert Sven Schwarm (im Bild rechts) seinen 22. Geburtstag. „Ich wünsche mir, dass das Ticket endlich kommt“, sagt der Vorsitzende des Studierendenausschusses an der Technischen Hochschule (TH) Nürnberg. Um zwölf Uhr Mittag drückten er und Vertreter aller Verhandlungspartner auf einen symbolischen roten Startknopf, um die Online-Abstimmung freizuschalten. „Zeit wird‘s“ lautet das Motto der Aktiven. Noch bis Mittwoch, 21. Januar, können Studenten der TH und der Universität Erlangen-Nürnberg über das Angebot des VGN abstimmen. Am Donnerstag, 22. Januar wird das Ergebnis bekannt gegeben.

Das Sockelmodell sieht vor, dass künftig alle Studenten 65 Euro pro Semester bezahlen, um ein Freizeitticket zu erwerben, das ein halbes Jahr lang unter der Woche von 19 bis 6 Uhr gilt und am Wochenende durchgehend. „Wer einmal im Monat zum Feiern nach Nürnberg, Klettern in der fränkischen Schweiz, nach Bamberg aufs Annafest oder auf die Sandkerwa in Forchheim fährt, hat die elf Euro im Monat schon wieder drin“, sagt Erlangens OB Florian Janik zum Start der Abstimmung. Wer möchte, kann für weitere 193 Euro ein Zusatzticket erwerben, um rund um die Uhr zu fahren. „Für 1,40 Euro am Tag sind Sie damit im gesamten Verkehrsraum ganztags mobil“, sagt Janik. Der Hochschulstandort Erlangen, Nürnberg, Fürth ist der einzige in Bayern, der noch kein Semesterticket anbietet. Der OB findet das „beschämend“.

Ein Drittel der Studenten muss mitmachen

Ein Drittel der rund 53 000 Studenten muss abstimmen, damit die Wahl gültig ist. Wenn sich die Mehrheit für das Ticket entscheidet, führt der VGN es zum kommenden Wintersemester im Oktober ein. Das Geld würden die Studenten dann mit ihrem Semesterbeitrag an das Studentenwerk überweisen. Die Abstimmung findet online statt, damit sich möglichst viele beteiligen. Das Rechenzentrum der Universität verwaltet die Seite, jeder Student kann durch eine Kennnummer nur eine Stimme anonym abgeben – in der ersten Stunde nutzten das bereits 4500 Leute. „Danke an den Verkehrsverbund, dass er sich doch bewegt hat“, sagt Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske. „Danke an das Studentische Aktionsbündnis, dass sie nicht locker gelassen haben.“

Das werden sie auch in den nächsten zehn Tagen nicht tun: „Wir haben Infostände an allen Hochschulstandorten, um jeden zu beraten, der noch unsicher ist“, sagt Schwarm. „Wer abstimmt, sollte verstanden haben, worum es geht.“ Stimmen die Studenten dagegen, ist das Ticket für weitere Jahrzehnte vom Tisch.

Christina Merkel

„Das ist die einzige Chance für das Ticket“

SemesterticketDas Semesterticket kommt nur, wenn die Mehrheit der Studenten im Januar dafür stimmt. Um offene Fragen vorher zu klären, veranstaltet das Aktionsbündnis, das sich für das Ticket einsetzt, drei Vollversammlung in Erlangen und in Nürnberg.

Seit zwei Jahrzehnten verhandeln der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), die Städte in der Region und das Studentenwerk über ein Semesterticket. Jetzt liegt ein Angebot auf dem Tisch. Für 65 Euro darf danach jeder Student sechs Monate lang im gesamten VGN-Gebiet unter der Woche von 19 bis 6 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr fahren. „Das Sockelticket ist ein Freizeitticket, das muss man ganz klar sagen“, sagt Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik im Audimax. Das Studentische Aktionsbündnis hat zu einer Versammlung eingeladen, um Fragen zum Fahrschein vor der Abstimmung zu klären.

Wer rund um die Uhr fahren will, muss ein Zusatzticket für 193 Euro kaufen, so dass er 258 Euro für ein halbes Jahr bezahlt. „Das ist viel zu teuer“, finden viele der rund 120 Leute im Publikum. „Das ist das Günstigste, was wir kriegen können“, sagt Janik. Der VGN will durch das neue Ticket nicht weniger Geld bekommen als mit den bisherigen Semesterwertmarken, die nur vier Monate lang gelten.

Rund 53 000 Studenten gibt es derzeit in Erlangen und Nürnberg. Rund 38 Prozent davon, also 20 140 Personen müssten das Zusatzticket kaufen, damit es sich rechnet. Sind es im ersten Jahr weniger, springen die Städte mit einer Bürgschaft von 1,7 Millionen Euro ein. „Aber Studenten sind nicht per se bedürftig, wir subventionieren sie nicht dauerhaft“, sagt Janik.
Viele Studenten pendeln wegen ihres Stundenplans, weil sie keine Wohnung nahe der Uni gefunden haben oder noch bei ihren Eltern im Umland wohnen. Für sie wäre das neue Ticket viel günstiger als bisher.

Wer stets innerhalb der Stadtgrenzen unterwegs ist und Fahrrad oder Auto fährt, der würde in Zukunft elf Euro im Monat verpflichtend zahlen, ohne dass ihm das Ticket nutzt. „Seien Sie solidarisch, stimmen Sie für das Ticket“, fordert der Geschäftsführer des Studentenwerks Otto de Ponte die Studenten auf. Auch Janik ist davon überzeugt: „Das ist Ihre einzige Chance auf ein Semesterticket, eine bessere wird es Jahrzehnte lang nicht geben.“

Heute Abend gibt es zwei weitere Informationstermine mit Oberbürgermeistern und Studentenwerk: Um 17.30 Uhr in Nürnberg an der WiSo, Lange Gasse 20, Hörsaal H1, und um 18 Uhr an der Technischen Fakultät auf dem Erlanger Südgelände im Hörsaal H11, Erwin-Rommel-Str. 60.

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