Die FAU-Spitze trifft sich am Berg

NZ-ErlangenErwischt! Unser Fotograf Harald Sippel entdeckte heute den alten Kanzler und die neue Kanzlerin der Uni Erlangen auf der Bergkirchweih beim Anstoßen! Sybille Reichert übernimmt nächsten Montag das Amt von Vorgänger Thomas A. H. Schöck. Der geht nach 25 Jahren an der Spitze der Univerwaltung mit Verspätung in den Ruhestand.

Die Neubesetzung zog sich wegen eines Gerichtsverfahrens über ein Jahr hin. Der Universitätsrat hatte die neue Kanzlerin schon im Februar 2013 ohne Gegenstimme als Nachfolgerin vorgeschlagen. Dagegen klagte ein unterlegener Kandidat vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob das Urteil vor Kurzem auf. Auch ein weitere Beschwerde am Bundesverfassungsgericht scheiterte.

Ob sie sich heute bei einer Maß Bier Tipps fürs neue Amt holte?
Morgen interviewe ich sie für unsere nächste Hochschulseite, dann frag ich nach!

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Uni Erlangen steht ohne neuen Kanzler da

An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) bahnt sich eine größere Auseinandersetzung um die Besetzung einer prominenten Stelle an.

Der amtierende Kanzler Thomas Schöck, der Verwaltungschef der Uni, ist vor wenigen Wochen 65 Jahre alt geworden und geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Bereits im vergangenen Jahr ist die Stelle deswegen ausgeschrieben worden – streng nach den Vorgaben, die das bayerische Hochschulgesetz macht. Darin war also zu lesen, dass der neue Kanzler beziehungsweise die neue Kanzlerin eine ganze Reihe von Qualifikationen mitbringen muss: Verwaltungserfahrung, Kenntnisse im Haushaltsrecht und im Rechnungswesen, Erfahrung in Personalführung  und so weiter.

Nun hatte die Findungskommission der Uni aus einem Kreis von 18 Bewerberinnen und Bewerbern drei  in die engere Auswahl gezogen. Letztendlich einigte man sich auf eine Bambergerin, die zuvor in der Privatwirtschaft tätig war, genauer gesagt: in der Hochschulberatung. Nun legte ein übergangener Mitbewerber bei der Uni Einspruch gegen diese Entscheidung ein. Der Universitätsrat schmetterte seine Beschwerde jedoch einstimmig ab, man hatte ja bereits die Favoritin gekürt. Der Mann zog darauf hin vor das Verwawltungsgericht in Ansbach und bekam im Eilverfahren Recht: Die Uni darf ihre Kandidatin also nicht zur Kanzlerin ernennen. Ein paar Details hatte man nämlich „übersehen“, was das Gericht streng rügte: Bei den in der Stellenausschreibung und im Gesetz geforderten Kenntnissen von Verwaltung, Haushalt, Rechnungswesen, Personal etc ist bei der Uni-Favoritin schlicht Fehlanzeige.

Einen Tag nach Bekanntwerden der gerichtlichen Niederlage schaltet die Universitätsleitung nun auf stur: Die Kandidatin sei  die beste Bewerberin, ihre Eignung stehe „weiterhin außer Frage“. Man wolle nun selbst rechtliche Schritte prüfen. Alles hat den Anschein, dass die FAU jetzt mit aller Gewalt die eigene Kandidatin durchboxen will, obwohl sie – wie gesagt – die meisten formalen Anforderungen an die Stelle überhaupt nicht erfüllt.

(Foto: Uni Erlangen/PR)

fbh