Zehn Tipps für einen kühlen Kopf in der Klausurenphase

Nuernberg, 18.08.2012 Wetter, Sommer, Spanische Sommerhitze in Nürnberg , bei Temperaturen von über 30 Grad suchen die Nuernberger Abkühlung in den Eisdielen und Freibädern. Freibad West erwartet am Samstag 7000 Besucher. Tarsa sucht die Abkuehlung. Ressort: Anzeiger Lokales Foto: Stefan Hippel ..

Was ist die schönste Jahreszeit im Jahr? Ja, richtig: der Sommer! Sonnenstrahlen, Sonnenbrillen, draußen sitzen, lauer Wind und wir kommen aus der Uni solange es noch hell ist. Die Sommermonate sorgen für mehr Lebensfreude. Gleichzeitig stellt diese Jahreszeit Studenten auf eine besonders harte Probe. Wir müssen die Klausurenphase mit vielen verführerischen Ablenkungen und einer unklimatisierten Bib überstehen. Deswegen kommen hier zehn Tipps für euch, mit denen ihr das schaffen könnt!

  1. Die Prüfungsanmeldung läuft: Im Sommersemester sollte das tatsächlich der Startschuss sein, zumindest mit der Organisation des Lernens zu beginnen. Sei es Skripte drucken, Mappen kaufen oder einen Lernplan schreiben. Wer den Sommer genießen will, fängt jetzt an!
  2. An den Sprichworten „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ oder „Je schwärzer die Nacht, desto schöner der Tag“ ist im Sommer wirklich etwas dran. Wer will schon in der Mittagshitze vor der Lektüre kleben? Lernt morgens oder tut es nachts!
  3. Schnell eine Schokolade, Bifi, Cola… Automaten machen es möglich! Schnell ist dort das „gute“ Mittagessen gekauft. Fühlt ihr euch danach motiviert? Wenn nicht, überlegt euch einfache Alternativen und steckt zehn Minuten in die Vorbereitung einer Stulle. Es lohnt sich!
  4. Wasser, Wasser, Wasser! Trinkt! Seht es wie eine Challenge, die wohl im Vergleich zum Lernstoff am leichtesten zu bewältigen ist: Mindestens 1,5 Liter trinken am Tag. Wollt ihr Variationen, dann friert Weintrauben ein und tut sie als Eiswürfel dazu. Die sind auch als erfrischender Snack optimal. Seid ihr ein Kaffeeliebhaber versucht es mal mit Eiskaffee. Den Kaffee etwas stärker als sonst kochen, ein paar Stunden in den Kühlschrank und Eiswürfel hinzu. Fertig. Nun seid ihr wach und erfrischt zugleich.
  5. Auch wenn noch so oft dafür geworben wird, an der frischen Luft zu lernen, folgt dem nur, wenn ihr euch sicher seid, dass das für euch funktioniert. Meistens ist der Schreibtisch der effektivste Lernort. Auf der Whörder Wiese ist die Verlockung, die Augen für einen Moment (oder ein paar Stunden) zu schließen, einfach zu groß…
  6. Für die ganz heißen Tage stellt euch eine große Schüssel mit kaltem Wasser unter den Tisch. Stellt dann die Füße hinein. Sind die Füße abgekühlt, fährt der ganze Körper seine Körpertemperatur herunter. Kühlpads oder Waschlappen sind ebenso geeignet.
  7. Ein Hoch auf Stoßlüften! Luft brauchen wir nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Denken. Reißt die Fenster morgens und abends auf. So lassen wir die Mittagshitze draußen und haben keinen Mief im Zimmer.
  8. Kennt ihr die Folge aus Scrubs, wo Turk seine Unterhosen im Gefrierschrank lagert? Legt eure Boxershorts in die Tiefkühltruhe und zieht sie nach einer lauwarmen Dusche an. Innerhalb kürzester Zeit seid ihr wach und erfrischt. Hat bei Turk geklappt, warum also nicht auch bei euch.
  9. Welche Frau, die kurze Hosen trägt, kennt es nicht? Wir wollen aufstehen doch unsere Beine lassen sich kaum vom Stuhl lösen. Da unsere nackte Haut in Berührung mit dem Stuhl kommt, haben wir nicht nur den allseits bekannten Abdruckstrich an der Hinterseite unserer Oberschenkel sondern es ist schlichtweg alles klebrig durch den Schweiß. Abhilfe schafft ein dünnes Tuch. Morgens, wenn es kühl ist, um den Hals wickeln, mittags draufsetzen.
  10. Zu guter Letzt der wohl wichtigste Tipp: Wir wollen ja keinen unnötigen Arbeitsaufwand. Löchert die Dozenten und die Studenten aus den Semestern über euch mit Fragen zu Klausuren. Für so manches Fach bleiben sie über mehrere Jahre schlichtweg ähnlich. So schafft ihr es, die Gewichtung eures Arbeitsaufwandes noch leichter zu strukturieren. Aber ihr solltet immer gut überlegen, wie seriös eure Quellen sind.

So nun viel Erfolg bei den Prüfungen und vergesst nicht, den Sommer trotzdem zu genießen. Lachen reduziert Kopfschmerzen und mindert den Stresslevel. Gelegentliche Eskapaden müssen also drin sein!

Johanna Kroll

Mach's gut, Erlangen

Erwischt! Anstatt für meine Abschlussprüfung zu lernen, schaue ich aus dem Fenster. Das kann ich ziemlich gut. Es ist ja auch spannend, wie der nasse Schnee vom Dach rutscht, mitten auf dem Balkon meines Nachbarn aufklatscht und zu allen Seiten spritzt. Oder wie er im freien Fall langsam auseinanderfällt.

„Du musst durchhalten“, sage ich mir. „Bald ist es geschafft.“ Nur noch diese eine Prüfung, dann liegt das Studium hinter mir. Nie wieder für Klausuren ler­nen, sich vor mündlichen Prüfun­gen fürchten, Papierberge wäl­zen, Wochenenden durcharbeiten oder unzählige Tage in der Biblio­thek verbringen. Keine Gruppen­referate mehr, bei denen man dann doch alles alleine macht, keine langweiligen Vorlesungen in überfüllten stickigen Räumen oder Hausarbeiten in den Som­mermonaten. Dann ist alles vor­bei! Endlich!

Zur Vorfreude gesellt sich Wehmut

Doch zu der Vorfreude auf die wiedergewonnene Freiheit nach dem Studium gesellt sich Weh­mut. Die Uni-Zeit war anstren­gend, aber war sie nicht auch wun­derschön? Hier hatte ich meine erste eigene Bude, musste auf eige­nen Beinen stehen, konnte studie­ren, was ich mir schon so lange gewünscht hatte und eine neue Stadt kennenlernen. Mit netten Kommilitonen an der Seite waren die Vorlesungen und Lernphasen eigentlich nur halb so schlimm und obwohl es in der Mensa zwar nie Drei-Sterne-Essen gab, reichte es trotzdem immer für eine nette Pause mit Freunden. Dann gab es da noch die sonnigen Nachmittage auf der Schlossgar­ten- Wiese, die legendären Abende während der Bergkirch­weih und die zahlreichen Sommer­feste und Studentenpartys.
Ja, die Zeit in Erlangen war schön, aber auch als Alumna wird es sicher spannend. Wieder eine neue Stadt, interessante Men­schen, neue Herausforderungen, eine neue Wohnung und endlich der Job, von dem ich immer geträumt habe! Ob es mir dort genauso gut gefallen wird?

Wieder fällt Schnee vom Dach und landet dieses Mal direkt auf dem roten Liegestuhl, der selbst im tiefsten Winter bei meinem Nachbarn auf dem Balkon steht. „Du musst durchhalten!“, sage ich mir. „Bald ist es geschafft!“ Ob ich mich nun darüber freue oder traurig bin, kann ich nicht genau sagen. Fest steht: Erlangen, ich werde dich vermissen!

Christin Nünemann

Betreten verboten

FHZur Lern- und Prüfungszeit verwandeln sich Nürnbergs Hochschulen in einen Schilder­wald. „Bis 16 Uhr ist der Aufent­halt in den Gängen der dritten und vierten Etage nur Personen gestattet, die am Prüfungsgesche­hen der Fakultät beteiligt sind. Die Prüfungskommission.“ Beste Bedingungen für die Studieren­den, die sich gerade noch nervös auf der Treppe tummeln und gleich das gepaukte Wissen zu Papier bringen müssen. Niemand soll sie stören.

LerninselDamit sich Professoren und Stu­dierende der Rechts- und Wirt­schaftswissenschaftlichen Fakul­tät nicht gegenseitig stören, gibt es genaue Regeln. Sie stehen auf Schildern an den Wänden der sogenannten „Stillen Lernin­seln“. Studenten sollen in den Gängen in Ruhe büffeln, in den angrenzenden Zimmern arbeiten die Lehrstühle. „Sprechen Sie leise“, lautet der schriftliche Hin­weis. „Das schont ihre Stimmbän­der. Und unsere Ohren!“ Insge­samt fünf „hilfreiche“ Tipps ste­hen da. „Dass zu viel Lernen Schä­den verursacht, ist uns bewusst“, steht darüber.

mensaÜberhaupt nicht lernen dürfen die Studenten daher in der Mensa Regensburger Straße. Nur zu ihrem besten. Nicht, dass ihnen der Stoff den Appetit verdirbt.

Christina Merkel

"Yes I Can"

Von Christiane Fritz

Was haben Barack Obama und erfolgreiches Lernen gemein? Ganz einfach: „Yes we can“, erklärt Dr. Josef Meier vom Lehrstuhl für Didaktik der englischen Sprache und Literatur der Universität Augsburg. Denn der Glaube an die eigenen Fähigkeiten wirkt sich positiv auf Hirn und Handeln aus.

Für das Pauken bedeutet das: Eine positive Lernmentalität erleichtert die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. „An das Lernen muss man positiv herangehen und sich dabei immer wieder bestätigen: Yes I can“, verdeutlicht Meier, der sich seit 15 Jahren mit innovativen Lern- und Mentaltechniken beschäftigt.

Den optimalen Lernerfolg erreicht der Student nach Meiers jüngsten Forschungsergebnissen durch die Einrichtung eines mentalen Lernstudios. Will der Student pauken, sollte er sich zunächst entspannen. „Er kann dazu bestimmte Atemtechniken anwenden, zum Beispiel in Kombination mit dem Atemrhythmus von zehn an rückwärts zählen“, erklärt der 55-Jährige. Dadurch wird das Gehirn in den Alphazustand versetzt. In diesem Entspannungszustand arbeiten die linke und rechte Gehirnhälfte besonders gut zusammen. „Die linke Gehirnhälfte ist für die Logik zuständig“, so der Akademiker. „In der rechten sitzen die Emotionen.“ Dabei erhöht das ganzheitliche Lernen die Aufnahme- und Leistungsfähigkeit.

Die meisten sind visuelle Lerntypen

Um Lernerfolge zu erzielen, empfiehlt Meier, den Alphazustand mit weiteren Lerntechniken zu kombinieren. Dafür muss jeder seinen Lerntyp ermitteln. Der Akademiker unterscheidet fünf: den visuellen, auditiven, kineasthetischen, olfaktorisch und den gustatorischen Lerntyp. Letztgenannter Gruppe, die vor allem für Gerüche und Geschmacksrichtungen sensibilisiert sind, gehören die wenigsten an. Die meisten lernen, indem sie Informationen visualisieren.

Rackern im Akkord bringt keinen dauerhaften Lernerfolg. Sinnvoller ist es, genügend Freiräume einzuplanen und den Stoff regelmäßig zu wiederholen. „Das ist gerade beim Erlernen von Sprachen wichtig“, betont der Akademiker. Bei der richtigen Kombination aus Pausen und Wiederholungen kann sich der Student später an bis zu 80 Prozent des Gelernten erinnern. Übrigens ist auch nach dem Aufstehen und kurz vor dem Zu-Bett-Gehen das Hirn im Alphazustand geparkt – höchste Zeit also, um zu Bett zu gehen, schließlich steht demnächst eine Prüfung an.