Ohm muss nachträglich NC einführen

Damit hatte Christian K. nicht gerechnet: Sein Wunsch-Studiengang – der Bachelor in Bauingenieurwesen an der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule (GSO) sollte es sein – ist total überlaufen. Vier Tage vor Bewerbungsschluss – der war am vergangenen Freitag – trudelte eine E-Mail vom GSO-Studienbüro ein. Darin teilte man dem Abiturienten mit, dass „in Folge der hohen Bewerberzahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachträglich“ ein Numerus-clausus-Verfahren (NC) durchgeführt werde. Der junge Mann solle sicherheitshalber Alternativen ausloten.

Inzwischen ist die Bewerbungsfrist verstrichen. Für 131 Studienplätze haben sich mehr als 500 Interessenten gemeldet, wie die Hochschule auf NZ-Anfrage mitteilt. „Wegen der sehr hohen Bewerberzahlen war ein NC-Verfahren unumgänglich, da sonst ein ordnungsgemäßer Lehrbetrieb nicht gewährleistet werden kann“, heißt es in der Stellungnahme. Mit dem sicher geglaubten Studienplatz wird es jetzt für einige Bewerber nichts werden. Jetzt müssen alle erst mal ihre Abiturzeugnisse nachreichen. Bis zu welcher Note zugelassen wird, ist zurzeit noch nicht abzusehen.

Von Engpässen bei den Studienplätzen will man im Wissenschaftsministerium derweil nichts wissen. Minister Wolfgang Heubisch (FDP) teilte heute zum wiederholten Mal mit, Bayern sei „für den doppelten Abiturjahrgang gut gewappnet“. Im Ländervergleich habe der Freistaat überproportional viele Studienplätze geschaffen. Die NC-Quote (35,1 Prozent der Studiengänge) sei im bundesweiten Vergleich sehr niedrig.

fbh/dpa