Baustelle Technikjournalismus

Das ist ja wie in ein halbfertiges Haus einzuziehen. So oder so ähnlich muss es den meisten Studenten des Studienganges Technikjournalismus nach den ersten Wochen an der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule durch den Kopf gegangen sein. Unterbringung in einem „Kellerloch“, widersprüchliche bis gar keine Aussagen zum Ablauf der Prüfungen und Professoren, die scheinbar bis dahin auch nicht wussten auf was sie sich eingelassen hatten.

„Wir mussten auch erst einmal zueinander finden“

Aber an mangelnden Einsatz der Professoren und Dozenten lag es nicht, eher an dem verwirrenden Dschungel der deutschen Bürokratie. Erst zwei Wochen vor Beginn der Anmeldefrist kam das O.K. der zuständigen Behörden für diesen Studiengang, erzählt uns Prof. Dr. Manfred Lehmann, Dekan der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Schirmherr des besagten Studienganges . “ Wir Professoren mussten auch erst einmal zueinander finden, auf der einen Seite `Journalisten´ und auf der anderen die `Techniker´“, so Markus Kaiser, journalistischer Dozent. Was aus Sicht der Studenten gut geklappt hat.

Auch die Fragen zur Prüfung konnten selbstverständlich geklärt werden und nun im zweiten Semester sitzen wir auch nicht mehr im Keller sondern im sechsten Stock des frisch renovierten A-Gebäudes unseres Campus. Natürlich gibt es immer noch Dinge die einer Verbesserung bedürfen, aber wenn die Zusammenarbeit zwischen Fakultät, Dozenten und Studenten auch weiterhin so ausgezeichnet funktioniert, dann steht einem erfolgreichen Studium nichts mehr im Wege.

Robert Carro

Studentische Daten in der Unibibliothek sind weg

Wer zu spät kommt, wird nach dem 15. November bestraft – zumindest diejenigen, die Aufsätze oder Bücherlisten im Bibliothekssystem der Uni gespei­chert haben. Spätestens dann sol­len alle Dateien gelöscht sein, warnt die Homepage der Biblio­thek. Seit Mitte Oktober gibt es ein neues Computerprogramm für die Benutzergeräte.

Bisher konnten Studenten bei der Jagd nach Fachliteratur die gesammelten Informationen in einem eigenen Ordner, dem soge­nannten Homefolder speichern. Dieser Ordner wird sich in naher Zukunft im Nichts auflösen, ein Datentransfer vom alten zum neuen System ist nicht beabsich­tigt. Einzige Rettung: Man fährt noch schnell in die Hauptbiblio­thek nach Erlangen, sucht nach Benutzergeräten mit dem alten System und druckt seine Dateien aus. Oder schickt sie sich als Dateianhang per Mail.

Zentral gespeichert oder für immer gelöscht?


Ob sich der Weg von Nürnberg nach Erlangen allerdings lohnt, ist nicht ganz sicher. Zwei Biblio­thekarinnen meinten, dass die Daten der Nürnberger Wirt­schaftsstudenten bereits unwie­derbringlich gelöscht seien. Zwei andere Mitarbeiterinnen beton­ten jedoch, dass die Daten der vie­len Teilbibliotheken zentral gespeichert würden, eine Teillö­schung also unwahrscheinlich sei. Einig waren sich die vier Buch­expertinnen nur in ihrem Groll auf das Rechenzentrum, dass die neue Software installiert, aber schlecht informiert hat.

Freilich hätte die Bibliothek auch eine Sammel-E-Mail verschicken kön­nen mit einer entsprechenden Warnung. Bei der Bücherrück­gabe funktioniert die Erinnerung per Mail drei Tage vor Rückgabe­termin automatisch. „Opensolaris“, der schillerende Name der neuen Software für die Benutzerstationen, erinnert an einen Roman von Stanislav Lem. Dort geht es um den Planeten Solaris, auf dem sonderbare physi­kalische Gesetze herrschen und Verstorbene wiederkehren.

Werner Veith