studierBAR: Spielerisch Studiengänge kennenlernen

Screenshot der Internetseite zur studierBAR.

Screenshot der Internetseite zur studierBAR.

Es gibt doch nichts Schöneres, als seinen späteren Studiengang abends bei einem Cocktail oder einem Bierchen sich in der Bar auszusuchen. Angenehmer ist dies auf jeden Fall, als auf der Website der Hochschulen und Universitäten zu suchen oder eine ganz volle Plastiktüte mit Flyern zu sortieren. Deshalb haben Studenten der Ohm-Hochschule Nürnberg die „studierBAR“ entwickelt. Allerdings ist dies keine reale Kneipe, sondern eine App für Apples iPhone und Android-Handys.

In der App, für die als Hintergrund eine nächtliche Nürnberger Kulisse gewählt wurde, werden zunächst die Ohm-Hochschule, die verschiedenen Studiengänge und Nürnberg als Studentenstadt kurz vorgestellt. Kernstück ist die „studierBAR“: Darin werden den Schülern verschiedene Fragen gestellt, zum Beispiel „Wie verhältst Du Dich, wenn Du vor einem Problem stehst?“ Es gibt jeweils zwei Antwortmöglichkeiten: „Andere fragen“ oder „Das Problem im Team lösen“.

22 Avatare stehen für die verschiedenen Studiengänge. Die Avatare, auf die die Antwort zutrifft, kommen weiter. Die anderen Avatare scheiden aus. Am Ende bleiben vier Studienempfehlungen übrig. „Passen sie nicht zu Dir? Dann dreh noch eine Runde durch die studierBAR!“, empfiehlt die App jeweils am Ende, die keinesfalls den Anspruch hat, die einzig richtigen Studienfächer herauszufinden. Sie will eher anregen, sich mit der Studienwahl zu beschäftigen. Das Problem für Schulabgänger ist ohnehin: In der „studierBAR“ lernen sie nur die Studiengänge der Ohm-Hochschule Nürnberg kennen. mk

 

Masterbewerbung am Ohm noch bis 15. Juni möglich

Derzeit laufen auch an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg die Bewerbungsfristen für das kommende Wintersemester 2012/2013. Noch bis zum 15. Juni können sich Studierende, die bereits einen Bachelor abgeschlossen haben, für einen entsprechenden Masterstudiengang bewerben. Auch für die Bachelorstudiengänge Architektur, Media-Engineering und International Business and Technology bleibt nur noch bis zum 15. Juni Zeit sich online anzumelden. Neu ist der zulassungsfreie Bachelorstudiengang Angewandte Mathematik und Physik.

Alle anderen haben noch vier Wochen länger, bis 15. Juli, Zeit sich für einen Studienrichtung zu entscheiden. Die Online-Registrierung ist die Voraussetzung für die spätere persönliche Einschreibung. Die Zulassungsbescheide werden bis Mitte August verschickt, die Immatrikulation findet voraussichtlich in der zweiten Septemberhälfte statt. Das Semester beginnt am 1. Oktober.

Studieninteressierte erhalten weitere Informationen online unter www.ohm-hochschule.de, per Mail an studienstart@ohm-hochschule.de oder 0911/58804114.

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Auch 2012 gehts im Sommersemester los

Früher, zu Zeiten der Magister- und Diplomstudiengänge, war an den Universitäten und Fachhochschulen vieles einfacher. Studenten konnten sich nicht nur ihre Seminare viel individueller zusammenstellen. Sie konnten sich auch in den meisten Studiengängen heraussuchen, ob sie mit ihrem Studium lieber im Wintersemester oder im Sommersemester starten. Mit der Einführung des Bachelor wurde diese Wahlfreiheit fast überall abgeschafft. Start für den Bachelor war nur noch im Herbst. Im starren Studienkorsett war es nicht möglich, im Winter- und im Sommersemester einzusteigen.

Seit es den doppelten Abiturjahrgang gibt, weichen einige Hochschulen wieder etwas davon ab. In diesem Jahr konnten viele zum Sommersemester starten, um die beiden Abi-Jahrgänge plus zusätzlichen Bundeswehrler zu entzerren. Viele haben damit positive Erfahrungen gemacht.

Deshalb bietet beispielsweise die Ohm-Hochschule Nürnberg zum Sommersemester 2012 erneut in einigen Studiengängen die Möglichkeit, im März zu starten. Darunter sind die Bachelor-Studiengänge Technikjournalismus und Maschinenbau. Anmeldeschluss ist am 15. Januar 2012. Was den Professoren, Dozenten, aber auch den Studenten besonders gut gefällt: Die Jahrgänge, die im Sommer gestartet sind, sind deutlich kleiner. Dadurch ist die Atmosphäre familiärer und die Betreeung besser. mk

Betreten verboten

FHZur Lern- und Prüfungszeit verwandeln sich Nürnbergs Hochschulen in einen Schilder­wald. „Bis 16 Uhr ist der Aufent­halt in den Gängen der dritten und vierten Etage nur Personen gestattet, die am Prüfungsgesche­hen der Fakultät beteiligt sind. Die Prüfungskommission.“ Beste Bedingungen für die Studieren­den, die sich gerade noch nervös auf der Treppe tummeln und gleich das gepaukte Wissen zu Papier bringen müssen. Niemand soll sie stören.

LerninselDamit sich Professoren und Stu­dierende der Rechts- und Wirt­schaftswissenschaftlichen Fakul­tät nicht gegenseitig stören, gibt es genaue Regeln. Sie stehen auf Schildern an den Wänden der sogenannten „Stillen Lernin­seln“. Studenten sollen in den Gängen in Ruhe büffeln, in den angrenzenden Zimmern arbeiten die Lehrstühle. „Sprechen Sie leise“, lautet der schriftliche Hin­weis. „Das schont ihre Stimmbän­der. Und unsere Ohren!“ Insge­samt fünf „hilfreiche“ Tipps ste­hen da. „Dass zu viel Lernen Schä­den verursacht, ist uns bewusst“, steht darüber.

mensaÜberhaupt nicht lernen dürfen die Studenten daher in der Mensa Regensburger Straße. Nur zu ihrem besten. Nicht, dass ihnen der Stoff den Appetit verdirbt.

Christina Merkel

Der Protest geht weiter

urn:newsml:dpa.com:20090101:091229-10-11029Rund 200 Studierende demons­trierten am vergangenen Mittwoch in München, als Wissen­schaftsminister Wolfgang Heu­bisch Studierendenvertreter aus ganz Bayern zum Gespräch emp­fing. Es waren zwar wesentlich weniger Demonstranten als Ende vergangenen Jahres bei den Nürn­berger Protestmärschen. Doch die Studenten wollten mit ihrer jüngs­ten Demo zeigen, dass sie ihre For­derungen nach besseren Studien­bedingungen über die Feiertage nicht vergessen haben.

„Für uns alle steht fest, dass es 2010 mit dem Protest weitergehen soll“, sagt Rene R., Student an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg und ehema­liger Mitbesetzer der Ohm-Hoch­schule. „Besetzung ist nur eine Form des Protests, es gibt noch viele andere.“ Bereits zweimal in diesem Jahr haben sich die Nürn­berger Besetzer getroffen, um zu diskutieren, wie es weitergeht. „Bis jetzt reflektieren wir noch, was im Dezember richtig und was falsch gemacht wurde“, sagt Rene. 50 bis 100 Menschen, schätzt er, waren beide Male mit dabei. Sie wollen sich nun jeden Donnerstagabend wieder treffen.

Forderungen sind noch nicht umgesetzt

Denn: „Wir sehen unsere Forde­rungen noch nicht umgesetzt“, sagt Rene. Noch immer müssen sie Studiengebühren bezahlen. Es gibt keine verfasste Studierenden­schaft in Bayern. Etwas haben die Proteste erreicht. „Wir wurden wahrgenommen“, sagt der Lehr­amtsstudent. „In den Gremien wird über unsere Forderungen gesprochen.“ Auch dass in Bam­berg die Studiengebühren um 100 Euro verringert wurden, „zählen wir zu unseren Erfolgen“, sagt Rene. Die Masse an Besetzungen sei entscheidend gewesen.

Deshalb wollen die Nürnberger Studierenden in der kommenden Zeit vor allem andere Aktionen unterstützen. Einige von ihnen sind vergangenen Mittwoch zur Demo nach München gefahren. Ende Januar soll in Frankfurt demonstriert werden. „Wir wer­den dort sein“, sagt Rene.

Christina Merkel

Hörsaal als Schlafzimmer

Hörsaal_OhmDie Studenten haben es sich gemütlich gemacht: Einen Adventskranz haben sie im Foyer der Ohm-Hochschule an der Bahn­hofstraße in Nürnberg stehen, und einen Weihnachtsbaum. Die Hörsaal-Besetzer haben bereits einen Schichtplan entworfen, damit auch über Weihnachten immer jemand das Audimax besetzt hält und die Hochschule nicht einfach über die Feiertage die Türen schließen kann.

Der Hochschulleitung geht die Besetzung schon länger auf die Nerven, auch Prof. Roland Geg­ner, Dekan der Fakultät Betriebs­wirtschaft, hat die Studenten bei einer Podiumsdiskussion vor einer Woche aufgefordert, den Hörsaal wieder für Lehrveranstal­tungen freizugeben: „Am besten schon morgen Früh um 8 Uhr.“ Es grummelt auch unter den Studen­ten: Nicht alle stehen geschlossen hinter dieser Form des Protestes, und nicht alle Kommilitonen ste­hen hinter den Forderungen.

„Das ist eine Unverschämtheit“

Vor allem Studenten der Betriebswirtschaftslehre stört es, dass sie für ihre Pflichtveranstal­tungen aus dem Audimax in klei­nere Räume und teilweise ganz andere Gebäude ausweichen müs­sen – während im Hörsaal sogar unter tags manchmal mehr geschlafen als gestreikt wird. Am Mittwoch gegen 10 Uhr waren im größten Vorlesungsraum an der Bahnhofstraße gerade einmal drei Streikende, alle in ihre Schlafsä­cke eingelümmelt. Die Luft roch verbraucht.

„Das ist eine Unver­schämtheit“, beklagt sich ein Fünftsemestler, und eine Kommi­litonin ergänzt: „Wenn sie wenigs­tens unter tags in einen anderen Raum gehen würden, könnte ich ja noch damit leben.“ Dann würde – argumentieren Befürworter der Besetzung – die Aktion aber deutlich an Gewicht verlieren, der Druck auf die Poli­tik geringer werden. Zum Streik gehört bewusst die Provokation, auch mit geringem Personal – und sogar schlafend – ganze Massen­veranstaltungen lahmzulegen.

Markus Kaiser

Bald schon ist Weihnachtszeit

BildungsbaumDer Weihnachtsbaum ist mit gelben und roten Papierster­nen geschmückt. Um die Zweige haben sie eine Lichterkette geschlungen. Unter dem Baum lie­gen in Geschenkpapier verpackte Päckchen.

„Oh, oh, wenn das der Haus­meister sieht“, sagt Lorenz Har­tung vom AStA der Ohm-Hoch­schule. „Ich befürchte der Baum steht im Fluchtweg.“ Ihren Weih­nachtsbaum müssen die Besetzer wohl ein Stück zur Seite rücken. Denn auf dem Boden der Hoch­schulaula markieren zwei rot­weiße Klebebänder, einen Gang, der zur Sicherheit frei bleiben muss. Der rund drei Meter breite Streifen zieht sich von der Treppe des Hintereingangs bis zum Haupteingang in der Bahnhof­straße. Trotz des Streik-Ausnah­mezustands – die Bierbänke, der Infopoint, Essensausgabe, Stell­wände, Feldbetten und auch der Christbaum dürfen nur außerhalb des Fluchtweges stehen.

„Wenn nötig, bleiben wir über die Feiertage“

„Wenn nötig, bleiben wir auch über die Feiertage hier“, sagt Har­tung. Heiligabend ohne die Fami­lie? „Mit Freunden feiert es sich doch am schönsten.“ Mit Bekannten aus anderen Hochschulstädten hat der Stu­dent schon gesprochen. Die frag­ten, ob sie nach Nürnberg reisen dürften und mitfeiern. Auch die Studenten in Bam­berg wollen ihre Hörsäle über Weihnachten besetzt halten, soll­ten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. „Wir haben schon Schichtpläne erstellt damit uns der besetzte Raum nicht verloren geht“, sagte ein Sprecher der Besetzer.

In Nordrhein-Westfalen haben die Hochschulleitungen in dieser Woche die Hörsäle in Düsseldorf, Bochum und Bonn räumen lassen. Am Montag trug die Polizei rund 30 Menschen aus dem besetzten Dortmunder Audimax. Als die Polizei den Hörsaal in Münster stürmen wollte, war allerdings niemand mehr dort. Die Studen­ten demonstrierten derweil vor der Uni gegen den Polizeieinsatz.

Christina Merkel

Protest im Internet

InternetProgramm für Montag, 22.11.: 10-13 Uhr Lernphase (Abso­lute Ruhe!), 13 Uhr Infoplenum. Ab 20 Uhr spielt Live-Musik und eine Stunde später beginnt der Karaoke-Wettbewerb auf der gro­ßen Bühne. Wer nicht vor Ort im besetzten Audimax in Erlangen sein kann, der erfährt im Internet genau was passiert.

Die Polizei war noch nicht ganz abgerückt, die Menge im Audi­max gerade dabei ihre Abstim­mungsregeln zu klären, da stand auch von den Nürnberger Beset­zern bereits eine Streik-Home­page im Netz.Auf beiden Internetseiten erfährt der unerfahrene Strei­kende den Tagesablauf, kann sich Infoflyer und Plakate herunterla­den und per Kommentarfunktion über die Forderungen mitdiskutie­ren. Wem Lesen noch nicht genug ist, der kann die Geschehnisse sogar per Live-Video-Stream mit verfolgen. Interviews mit Profes­soren haben die Streikenden auf­gezeichnet und ins Netz gestellt. Natürlich gibt es jede Menge Fotos.

Online statt persönliche Treffen


Als sie Ohm-Hochschulleitung gestern die Studierenden auffor­derte, die besetzten Räume wie­der freizugeben, stand das Schrei­ben sofort im Netz. Die Gegendar­stellung der Besetzer folgte kurze Zeit später. Beide Seiten können ihre verschiedenen Standpunkte nun online nachlesen. Zu Gesprä­chen haben sich die Fronten noch nicht getroffen.

Auf die Vorwürfe, die Besetzter zerstörten das Gebäude, folgte gestern Abend der Online-Gegen­beweis. Fotos von Studenten, die die Toiletten der Ohm-Hoch­schule putzen. „Unter dem Motto ,sauberer Protest’ fand eine gemeinsame Putzstunde der Strei­kenden statt. Vom Fussboden bis zu den Toiletten wird gewischt und geputzt.“ Die „Zuschauer“ zu Hause am Computer applaudieren per Kom­mentarfunktion virtuell Applaus. Immer wieder ist auf beiden Streik-Seiten zu lesen: „Komm vorbei, macht mit!“

Christina Merkel

Viel zu später Protest

Studente

Zu viele Prüfungen, zu straffe Stundenpläne, zu wenig Frei­heiten im Studium – der Bachelor steht bei Studenten zu Recht in Verruf. Die Demonstrationen und Proteste kommen aber ein bis zwei Jahre zu spät. Als die neuen Studiengänge den Magister und das Diplom abgelöst haben, mach­ten an den Hochschulen Witze die Runde, dass Studenten durch den Bachelor ja nicht einmal mehr genügend Zeit hätten, um auf die Straße zu gehen.

In den vergangenen Tagen haben sie die Proteste nachgeholt – obwohl es mit den Studien­bedingungen schon wieder auf­wärts geht. Die Politik hat das Thema längst aufgenommen: Der Hochschulausschuss im bayeri­schen Landtag befasst sich partei­übergreifend damit, Wissen­schaftsminister Wolfgang Heu­bisch (FDP) gibt den Universi­täten die nötigen Freiheiten, die es unter seinem Vorgänger Tho­mas Goppel (CSU) laut Rektoren nicht gegeben hat, um die Pro­bleme abzustellen. Hier spielt Heubisch vor allem darauf an, dass die Unis den Bachelor künftig auf mehr Semes­ter als bislang strecken dürfen. Wie viele Prüfungen im Detail ver­langt werden, ist Sache der Pro­fessoren. Bundesbildungsministe­rin Annette Schavan (CDU) ist komplett außen vor, weil die Pro­blematik wegen der Kulturhoheit der Länder von ihr gar nicht an­gegangen werden kann.

Uni Erlangen hat über 30 Prüfungsordnungen geändert

Das Entscheidende aber ist: Die Universitäten sind bereits dabei, die Probleme zu beheben. Die Uni­versität Erlangen-Nürnberg hat im vergangenen Jahr über 30 Stu­dien- und Prüfungsordnungen überarbeitet und Fehler korri­giert, wie Rektor Prof. Karl-Die­ter Grüske bei der Akademischen Jahrfeier erst kürzlich betont hat. Die extremen Probleme in Nürn­berg beim Lehramtsstudium wur­den angegangen.

An den Fachhochschulen sind die Klagen ohnehin viel leiser, weil dort durch die Umstellung deutlich weniger reformiert wurde. Statt acht Semester beim Diplom dauert ein FH-Bachelor sieben Semester. Gekürzt wurde eines der beiden Praxissemester, weshalb sich an der Dichte im Stu­dium in der Regel nichts geändert hat. An den Unis war der Schritt von neun auf sechs Semester deut­lich größer. Hier sind die Hoch­schulen und einzelnen Professo­ren selbst gefordert, die Miss­stände zu beheben. Plakative Pro­testaktionen von Studenten wer­den die Studienbedingungen weniger verbessern können als konstruktive Mitarbeit in den ein­zelnen Fachbereichen.

Markus Kaiser

Sollen die Studiengebühren abgeschafft werden? Diskutiert mit uns in unserem NZ-Blog Senf dazu.


Das Ohm einmal anders

OhmDas Ohm macht… klüger“, lautet seit etwa einem Jahr der Leitspruch der Georg-Simon­Ohm Hochschule Nürnberg. Mit weißer Schrift auf blauem Grund ziert das Motto seither werbewirk­sam Plakate, Broschüren und T-Shirts. Im „Ohm-Shop“ gibt es Kulis, Taschen und Armbanduh­ren mit dem großen griechischen Omega – dem Zeichen für den elektrischen Widerstand, den der deutsche Physiker Georg Simon Ohm beschrieben hat.

Für den Ohm-Carrier-Service macht das Ohm „Karrieren“. Für die Lange Nacht der Wissenschaf­ten Ende Oktober wurde es vorü­bergehend sogar „nachtaktiv“. „Das Ohm macht“ viele unter­schiedliche Dinge. Auf dem Hoch­schulgelände sind auch weiß­blaue Plakate mit dem Spruch zu entdecken: „Das Ohm macht … arm.“

„Als wir von der neuen Ohm­Kampagne erfahren haben, haben wir uns diesen Gegenentwurf aus­gedacht“, sagt Lorenz Hartung, Vorsitzender des Allgemeinen Stu­dierenden Ausschusses (ASt A) der Hochschule Nürnberg. „Wir haben die Glühbirne mit dem Ohm-Symbol nachgezeichnet, die Plakate mit unserem Spruch dru­cken lassen und auf dem Campus aufgehangen.“

Gemeinsam hatten die Mitglie­der des AStA überlegt, wie sie zu dem Hochschulmotto stehen. „Für die Außenwirkung mag es gut sein und den Absolventen etwas bringen, wenn die Hoch­schule dadurch bekannt wird“, sagt Hartung. „Doch das ist nur eine Blase nach außen. Man sollte den Studierenden nicht einreden, dass die Ohm-Hochschule sie klü­ger macht, sondern die Studienbe­dingungen wirklich verbessern.“

Die Aktion hätte rechtliche Kon­sequenzen haben können. Darauf wies die Hochschulleitung den ASA hin. „Die Hochschulleitung hält die Rechte an dem Design. Wir haben es zusammen mit einer Agentur entwickelt und bezahlt“, sagt Achim Hoffmann, Kanzler der Hochschule. Nur die Hoch­schulleitung kann daher anderen gestatten, die Gestaltung zu über­nehmen.
Einzelne Fakultäten haben bereits ihre eigenen „Das Ohmmacht…“-Versionen.

„Der Spruch des ASt A ist von einer Fantasielosigkeit, die nur schwer zu unterbieten ist“, sagt Hoffmann. Die Aussage sei platt und ohne Inhalt.„Geradean unse­rer Hochschule gibt es eine Viel­zahl von Befreiungsmöglichkei­ten“, sagt Hoffmann. Damit sozial Benachteiligte keine Studienbei­träge zahlen müssen. „Wir konn­ten noch nicht feststellen, dass jemand aus finanziellen Gründen das Studium abbrechen musste.“

„Für Werbung gibt die Hoch­schule Geld aus“, beklagt sich Lorenz Hartung. „Für Qualitäts­management gibt es dagegen noch kein vernüftiges Konzept.“ Der Hausmeister hat die ASt A-Pla­kate abgehängt. „Nur in ein paar Nischen, in denen sie noch nie­mand entdeckt hat, hängen sie noch“,sagt Hartung.

Christina Merkel