Kein Wahlomat, aber immerhin Entscheidungshilfe für Studenten

In diesen wahlkämpferischen Tagen redet alle Welt vom Wahlomat – es gibt einen für die Landtagswahl und seit gestern auch einen für die Bundestagswahl. Das Bequeme daran ist: Man kann mit ein paar Klicks die Wahlprogramme verschiedener Parteien an der persönlichen Meinung messen.

Das Sekretariat der LAK – die Abkürzung steht für die grässlich geschraubte Bezeichnung „Landes-ASten-Konferenz“ – gibt den Studenten im Freistaat jetzt auch eine kleine Hilfestellung bei der Wahlentscheidung. Die Ober-Studentenvertreter haben sich die Mühe gemacht, einige Fragen an die Parteien zu formulieren. Deren Antworten wiederum sollen skizzieren, wie sich die jeweiligen politischen Kräfte die Zukunft der bayerischen Hochschullandschaft vorstellen. Das Ganze ist nicht so komfortabel wie der Wahlomat und auch nicht so richtig überraschend: So sehen die Koalitionäre von CSU und FDP weniger Reformbedarf als ihre Opponenten. Die Einführung einer verfassten Studentenschaft mit Zwangsmitgliedschaft aller Studis, eigenem Budget, politischem Mandat et cetera lehnen Union und Liberale weiterhin ab, die linken Parteien – und zu diesen zählen bei vielen Hochschulthemen auch die Freien Wähler – finden Kollektivismus ziemlich gut, das Geld anderer Leute geben sie auch gerne aus, deswegen sind sie klar für die verfasste Studentenschaft. Auch sonst alles erwartbar: CSU und FDP für Spitzenforschung, Leuchttürme und Exzellenz, linkes Spektrum gegen Wettbewerb der Hochschulen und zu große Kooperation mit der Wirtschaft. Die Linke ist dezidiert gegen staatliche Förderung kirchlicher Hochschulen.

Wer seine Wahlentscheidung hauptsächlich von studentischen Themen abhängig machen und sich durch ellenlange Konvolute von Fragen und Antworten arbeiten will, findet hier alle entsprechenden Dokumente. Wie gesagt: So bequem wie beim Wahlomt gehts hier nicht zu.

fbh