Da scheißt einer die Wand an

Widerliche Schmierereien an der WiSoSchon mehr als zehn Mal ist es passiert. Und das nur in diesem Jahr. Morgens vor acht Uhr waren die Toiletten beschmiert. Mit Dingen, die normalerweise ins Klo gehören, statt an die Wände.
Keiner weiß, wer es gewesen ist. Die Ermittlungen laufen. Deshalb kontrollieren zurzeit Sicherheitsleute die Eingänge zur „WiSo“ in der Langen Gasse in Nürnberg. Stichprobenartig lassen sie sich die Studentenausweise zeigen, wenn jemand ins Gebäude will. Man geht davon aus, dass Studierende keine Fäkalien an Wände schmieren. Zumindest nicht in ihrer eigenen Uni.
Seit 2012 hat es solche Vorfälle im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg immer wieder gegeben. Verteilt im ganzen Gebäude, sowohl in den Frauen- als auch Männertoiletten. Seit diesem Jahr häuft es sich. Doch diesmal nur in den Herrenklos und immer vor Vorlesungsbeginn um acht Uhr.
Alle Mitarbeiter und Studenten haben eine E-Mail bekommen, in denen die Uni erklärt, warum die Kontrollen nötig sind. Außerdem hängen Zettel an den Klotüren, die auf die Strafanzeige gegen Unbekannt aufmerksam machen. Denn nicht nur, dass das Ganze widerlich ist, es ist auch teuer. Das Wachpersonal patrouilliert Tag und Nacht, und die Putzkräfte schieben Sonderschichten.

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Putzen statt Pauken

SymbolbiJedes Semester kehrt sie wie­der, die Prüfungszeit, in der der Student Tage und Nächte an seinem Schreibtisch verbringt – dabei gibt es so viele Sachen, die er viel lieber machen möchte.

Putzen und Aufräumen zum Beispiel. Vielen Studenten fällt just in dieser Zeit auf, wie viel Unordnung und Staub sich in ihrem WG-Zimmer während des langen Semesters angesammelt hat. Bewaffnet mit Staubsauger, Putzeimer und Wischlappen müs­sen sie zur Prüfungsvorbereitung erst einmal für eine saubere Arbeitsatmosphäre sorgen, um überhaupt lernen zu können – das kann bisweilen Tage dauern.

Wieder an den Schreibtisch zurückgekehrt merkt der fleißige Student, dass er wegen der vielen Vorlesungen während des Semes­ters zu wenig Zeit mit Freunden verbracht hat. Damit diese sich nicht vernachlässigt fühlen, geht er jetzt sein Adressbuch durch, um sich schnell zu verabreden. Da für ein Treffen aber eigentlich zu wenig Zeit ist und das schlechte Gewissen schon drückt, muss – besonders unter Kommili­toninnen – zumindest ein stunden­langes Telefonat drin sein, bevor man sich wieder an die Arbeit machen kann.

Schöne Zeit, Prüfungszeit

Nach Putzen, Aufräumen und Telefonieren sitzt der Student wie­der an seinem Schreibtisch. Puuuh, was für ein Stress, diese Prüfungszeit. Aber zum Glück hat man ja jetzt alles erledigt. Bis auf – oje. Während der Blick über das blitzblanke Bücherregal schweift, fällt einem das span­nende Buch ins Auge, das man schon vor Monaten zu Ende lesen wollte. Es wäre schon interessant zu wissen, wie die Geschichte zu Ende geht – am besten sofort.

Nein, dafür ist jetzt wirklich keine Zeit! Vielleicht am Abend zur Belohnung. Schließlich liegen noch Berge von Skripten vor einem, durch die man sich wühlen muss. Aber zum Glück haben sie ja gerade erst begonnen, die Prü­fungen. Es bleibt also noch etwas Zeit – nur nicht stressen lassen.

Daniela Kaiser